Bad Gögging ist mehr als seine Kliniken – Touristiker setzen auf Glück und Longevity

Von Jochen Dannenberg · 15. April 2026 um 11:00

Die guten Übernachtungszahlen aus dem Vorjahr spornen an, Bad Gögging geht mit viel Optimismus ins neue Jahr. Doch ein „weiter so“ wird es deshalb im Kurort nicht geben. Beim Touristischen Frühjahrsempfang wurden neue Ideen präsentiert.

Die Zahl der Gästeankünfte und Übernachtungen in Bad Gögging waren im vorigen Jahr erneut gestiegen. 116.022 Ankünfte gab es 2025, die Zahl der Übernachtungen betrug 578.867. Damit untermauerte der Kurort seine Bedeutung als eines der bedeutendsten Unternehmen des Landkreises Kelheim, wenn man denn den Ort als einen Betrieb betrachten möchte.

Rund 100 Millionen wurden in Bad Gögging erwirtschaftet und fast 2000 Personen leben vom Tourismus und den Gesundheitsangeboten im Kurort, erinnerte Andrea Holzapfel, Leiterin der Abteilung Kultur, Tourismus und Bildung in der Stadtverwaltung, vor zahlreichen Gästen beim Touristischen Frühjahrsempfang im Kurhaus, die Von Margit Zettl-Feldmann, Vorsitzende des Tourismusverbandes Bad Gögging begrüßt wurden. Um die Umsatzzahlen zu halten und nach Möglichkeit zu steigern, gibt es neue Ideen und Konzepte. Glück, sagte Andrea Holzapfel, sei eines dieser Elemente. „Was ist es, was uns ein Lächeln in die Augen zaubert?“ fragte sie und gab die Antwort selbst: Glück – das seien zum Beispiel Plätze, an denen man sich gerne aufhalte, Menschen und Veranstaltungen, die einem Freude bereiteten. Dem folge auch das aktuelle Urlaubsmagazin des Kurorts. Es heißt „Glücksmomente“ und zeigt, wo man auf eben jene schönen Orte und Menschen in Bad Gögging trifft, die das Leben reicher machen.

Ums Glück geht es auch bei einem Gewinnspiel

Außerdem, so Holzapfel weiter, gebe es die Bad Gögginger Glücksmomente auch als Gewinnspiel. 300 Sofortgewinne und die Chance auf einen Hauptgewinn warten auf die Teilnehmer. Die Ziehung der Gewinner soll beim Erntedankfest erfolgen.

Bereits jetzt können sich Besucherinnen und Besucher des Kurortes über etwas anderes freuen: Im Kurpark wurde, nur wenige Schritte vom Kurhaus entfernt, ein Hopfenerlebnisgarten eingerichtet. Beim Frühjahrsempfang am Montagabend wurde er in Gegenwart zahlreicher Produktköniginnen eröffnet. Dort, erklärte Bürgermeister Thomas Memmel, erfahren die Besucherinnen und Besucher alles über den Anbau, die Ernte und den Nutzen des Hopfens. Die Idee zu dem Erlebnisgarten stammt übrigens von Anna-Lena Ostler, der früheren Hopfen-Vizekönigin der Hallertau, die im Nachbarort Oberulrain wohnt. Der Bürgermeister ist überzeugt, Bad Gögging sei mit dem Erlebnisgarten um eine Attraktion reicher, „wie es sie kein zweites Mal gibt“.

Zahlreiche Tafeln informieren über den Hopfen. - Foto: Jochen Dannenberg

Fiorentina Casale, Leiterin der Touristinformation, wies nicht nur auf die bekannten Kompetenzen des Kurorts als Zentrum für Wellness und Rehabilitation hin. „Bad Gögging“, betonte Fiorentina Casale, „ist auch ein Ort für kleine Auszeiten. Hier lässt es sich gut leben. Darum geht es vielen unserer Gäste.“ Wichtig dafür seien die Menschen, die die Gäste in Bad Gögging erleben, und eine Eigenschaft, die nur schwer zu messen sei – Herzlichkeit.

Neuer Trend ist im Kurort bereits präsent

Diese Ansätze für Gesundheit und Wohlbefinden passen gut in den neuen Mega-Trend „Longevity“, wie Tanja Oblinger, Referentin und Dozentin in der Erwachsenenbildung aus Kösching, feststellte. Longevity bedeutet „gesund altern“. Dahinter steckt die Idee, dass Altwerden nur zu einem Teil von den Genen und zum anderen Teil vom Lebensstil abhängt. Wer gesund alt werden möchte, muss seinen Lebensstil entsprechend einrichten. Zu den sechs Säulen, erklärte Tanja Oblinger, gehört nicht nur ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung. Wichtig seien auch Kontakte mit Freunden, gemeinsame Spaziergänge und – es war an diesem Abend bereits gesagt worden – Lieblingsplätze und Glücksmomente.

Tanja Oblinger sprach über „Longevity“. - Foto: Jochen Dannenberg