Stadt Kelheim platziert Fahrradständer direkt vor Garage – Im Netz wird der Fall ausgiebig diskutiert

Am 1. April erwartet man vielleicht den ein oder anderen Scherz. Als Kenan Hasic an jenem Tag aus seinem Wohnort München zu seinem geerbten Haus in der Kelheimer Altmühlstraße kam, stellte er fest, dass die Zufahrt zu seiner Garage mit Fahrradständern blockiert ist. „Das war ein Aprilscherz, oder?“ fragt jemand unter seinem Post in sozialen Medien. Denn Hasic stellte ein Foto von der Situation ins Internet und zahlreiche Reaktionen folgten. Nicht wenige empfahlen – versehen mit einem Grinse-Emoji: „Flex nehmen und abschneiden.“ Doch Kenan Hasic und seine zwei Geschwister sind an einer sachlichen Lösung der Situation interessiert.
Die Stadt hat nicht bei der Familie nachgefragt
Sie haben das Haus in der Altmühlstraße geerbt - es befindet sich seit 40 Jahren im Familienbesitz. Aktuell ist es unbewohnt. Nun ist eine direkte Ein- oder Ausfahrt in die Garage nicht mehr möglich, denn vier Fahrradanlehnbügel aus Flachstahl blockieren die Zufahrt. Mit den Hasics hat offenbar niemand gesprochen, bevor die Radständer aufgestellt wurden.
Hasics Schwester Sevaha, die in Kelheim wohnt, hat sich mittlerweile an die Stadt gewandt und moniert, dass es durch die Platzierung der Fahrradständer in einem Abstand von lediglich etwa zwei Metern derzeit nicht mehr möglich sei, „meine Garage bestimmungsgemäß zu nutzen“. Ein Ein- oder Ausfahren mit einem Pkw sei faktisch ausgeschlossen. Zwar bestehe grundsätzlich die Möglichkeit, über ein angrenzendes Grundstück auszuweichen, hierfür sei jedoch eine gesonderte Genehmigung erforderlich. Kenan Hasic verweist auf den Bebauungsplan. Darin sei eine Durchfahrt vorgesehen oder zumindest verzeichnet.
Erst daraufhin hätten sie ein Schreiben der Stadt erhalten, sagt Hasic. Laut diesem Schreiben wurde „eine Begehung der Altstadt durch den Stadtrat unternommen und dabei festgelegt, dass „auch in der Altmühlstraße Höhe Haus-Nr. 18 Radständer aufgestellt werden sollen“. Auf Fragen unserer Zeitung, warum ausgerechnet vor einer Garage Fahrradständer montiert werden und ob sie jetzt wieder abgebaut würden, ging die Stadt Kelheim nicht ein.
Eine Lösung „ohne Anwalt und ohne Flex“ gewünscht
Sie teilte auf Anfrage lediglich mit, dass das Gebäude seit Jahren ungenutzt sei und eine „sinnvolle Zwischennutzung des wertvollen öffentlichen Raums“ ermöglicht werden sollte. Die Fahrradständer seien so konzipiert, dass sie „innerhalb weniger Minuten abgebaut“ werden könnten.
Kenan Hasic betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass seine Familie an einer sachlichen Klärung interessiert sei, rechtliche Schritte jedoch nicht auszuschließen seien. Gleichzeitig hoffen sie augenzwinkernd auf eine Lösung „ohne Anwalt und ohne Flex“.