In Waldmünchen stellt sich der Abgeordnete Hopp der Frage: USA - Traum oder Albtraum?

Von Martin Hladik · 10. April 2026 um 11:00

Nach Persien jetzt also die USA. Bei der Planung seiner politischen Gesprächsreihe im Bürgertreff am Böhmertor, war sich Alois Nock sicher nicht bewusst, dass er so nahe an der aktuellen Weltpolitik sein würde. Unter dem Titel „Amerika – Traum oder Albtraum“ wird der CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp seine Sicht auf die USA im Gespräch mit dem Publikum und der Moderatorin Petra Schoplocher erläutern und erklären. Eins rät Hopp von Beginn an: Beim Blick auf Amerika die „europäische Brille abzunehmen“.

Doch warum sind Hopp und auch die Moderatorin Schoplocher besonders prädestiniert ihre Sicht auf die USA zu erläutern? Der Landtagsabgeordnete hatte unter anderem Amerikanistik studiert und ein Ost-West-Studium angeschlossen, in dem er mit russischen und amerikanischen Studenten die gleichen Vorlesungen hörte. Aber auch in der Politik hat sein Interesse an den USA und ihrer Politik nie aufgehört. Er ist Präsident eines Zusammenschlusses deutschsprachiger Landtagsabgeordneter, die eine Verbindung mit Abgeordneten der Bundesstaaten in den USA und in Kanada halten. Auf deutschsprachiger Seite nennt sich das Partnerschaft der Parlamente, die auf der US-Seite mit der NCLS, der National Conference of State Legislatures, zusammenarbeitet und sich einmal jährlich zum Austausch trifft.

Aus der Sicht der Partnerstadt Plain

Petra Schoplocher, die übrigens bis vor etwas über einem Jahr Redakteurin des Bayerwald-Echo in Waldmünchen war, kümmert sich um die Partnerschaft Waldmünchens mit der US-Stadt Plain in Wisconsin und war schon vielfach in den USA.

Die NCLS sei eine der wenigen „politischen Bastionen in den USA , wo Republikaner und Demokraten noch miteinander reden“, sagt Hopp in seiner Vorrede und macht die Polarisation der politischen Meinungen deutlich. Bei ihren Besuchen in Wisconsin erlebe sie die USA als unglaublich zerrissen, ergänzt Schoplocher. Diese Risse gingen durch ganze Familien. Zudem sei die Region um Plain sehr religiös. Von den 580 Einwohnern seien am Sonntag mindestens 350 in der Kirche. Man höre durchaus überzeugt das Argument, man könne Demokraten nicht wählen, weil sie nicht gegen die Abtreibung seien.

Das amerikanische Wahlsystem, so Hopp, das auf dem Prinzip „The winner takes ist all“ beruhe, fördere Polarisierung. Man könne nur zwischen zwei Optionen wählen, eine Stimme für eine dritte Partei sei eine verlorene Stimme.

In Deutschland sei das Bild der USA stark vom Blick der Korrespondenten in Washington geprägt, die ein vergleichsweise liberales Amerika erleben, beschreibt Hopp.

Europa sei aus der Sicht einer Mehrheit der US-Amerikaner dekadent und die Europäer Trittbrettfahrer des Schutzes der USA. Dinge, die für uns selbstverständlich seien, wie Krankenversicherung und Sozialversicherung, seien in den USA hochumstritten und auch nicht unbedingt erwünscht. Dort frage sich man sich zunehmend, warum man die eigenen Söhne aufs Schlachtfeld schicken sollte, um Europa im Falle eines Falles zu schützen. Das amerikanische Interesse, Demokratien zu schaffen und Bündnisse zu schließen, habe sich gewandelt. Trump wolle Deals und den schnelle Erfolg. Langfristige Vorteile seien nicht das Ziel, analysiert Hopp.

Eine Frage, die man besprechen müsse, sei, wie sich solche Entwicklungen auf Europa auswirkten und wie man sie beantworten könne. Eins müsse dabei klar sein, so Hopp, Trump sei keine Episode, sondern die USA hätten sich verändert.

Irankrieg zeigt Trump Grenzen auf

Mit dem aktuellen Irankrieg könne den System Trump eine Grenze aufgezeigt worden sein, so Hopp auf eine entsprechende Frage. Das bisherige Vorgehen mit Draufhauen und versuchen danach einen günstigen Deal zu machen, habe nicht mehr geklappt. Auch wenn das Ziel, das Regime in Teheran zu beseitigen, noch so wünschenswert sei, die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und damit auch auf die Menschen in den USA habe eine Grenze aufgezeigt. Eins sei aber auch hier deutlich geworden: „Europa hat eigentlich nichts mehr zu sagen.“