Waldbesitzervereinigung Waldmünchem vermarktet Holz für rund 2,4 Millionen Euro

Von Theresia Schindler · 8. April 2026 um 15:00

Die Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung Waldmünchen in der Klosterschänke in Schönthal war sehr gut besucht. 1157 Mitglieder gehören aktuell der WBV an. Die Mitgliedsfläche beträgt 7671,04 Hektar (Zunahme um 206,63 ha gegenüber 2024). Es gibt 44 Waldpflegeverträge für insgesamt 396,82 Hektar.

Die Vorstandschaft der WBV Waldmünchen wurde an diesem Abend für weitere fünf Jahre gewählt: Die Neuwahl wurde von Förster Jürgen Köbler geleitet und verlief reibungslos. Vorsitzender bleib Josef Liegl.

Neuwahl: 1. Vorsitzender Josef Liegl, Altenried; 2.Vorsitzender Lukas Decker, Hirschöf; 3. Vorsitzender Josef Schneider, Hoffeld; Beisitzer: Michael Bauer, Grafenkirchen; Martin Stiglmeier, Gmünd; Leonhard Ferstl, Voitsried/Schönau, Andreas Wutz, Sinzendorf; Kassenprüfer: Johann Liegl, Treffelstein; Andreas Bücherl, Steegen

Ausgeschieden: Stefan Ertl, Hannesried (bisher 2. Vorsitzender), Georg Pregler, Öd und Matthias Wutz, Flischbach (bisher Beisitzer), Eugen Wagner (bisher Kassenprüfer)

Vorsitzender Liegl freute sich über das volle Haus. Er als auch Geschäftsführer Tobias Metzke gaben einen ausführlichen Tätigkeitsbericht, wobei auch auf das jeweilige Jahreswetter eingegangen wurde. Im letzten Jahr gab es kaum Borkenkäferbefall, was erfreut registriert wurde. Im Forstjahr 2025 gab es Vermarktungsprobleme vor allem beim Industrieholz und ab dem 2. Quartal eine steigende Nachfrage nach Rohholz mit starken Preisanstiege für sämtliche Rohholzsortimente ab Mitte des Jahres. Kalamitäten, also Schneebruch oder Windwurf, gab es nicht, während es 2025 in Deutschland 14,5 Millionen Festmeter an Schadholzanfall gab. Bei der WBV Waldmünchen war es nur 1538 Festmeter (im Vorjahr 2024 waren es noch 5000 fm). Leider musste die WBV auch ihre offenen Forderungen an die Firma Ziegler in Plößberg aufgrund deren Insolvenz in Höhe von rund 11000 Euro abschreiben.

Es wurden im letzten Jahr wieder einige Motorsägekurse abgehalten, die eine sichere Arbeit im Wald unterstützen sollen. Im März war ein Vortrag über „Baumarten im Klimawandel“ angeboten worden, sowie eine Pflanzschulung in Zusammenarbeit mit dem AELF Cham. Gut angenommen wurde auch eine zweitägige Infofahrt der WBV zu Stihl und Gumpp-Maier.

31 000 Festmeter Holz – meist Fichte – vermarktet

Über die WBV Waldmünchen wurden im vergangenen Jahr 36 317 Waldpflanzen bestellt. Auch das Zubehör wurde über die WBV verkauft. Gut gelaufen ist auch die Holzvermarktung: 2025 wurden für 278 Mitglieder 31 058 Festmeter Holz vermarktet. Davon hat die Fichte den größten Anteil mit 22 383 Fm, gefolgt von der Kiefer mit 1564 Fm. 4454 Fm Holz wurde zu Hackschnitzel verarbeitet. Der Wert der Vermarktungsleistung betrug bei Holz und Hackschnitzel 2,36 Millionen Euro; der Gesamtumsatz lag bei 2,8 Euro. Es folgte der Bericht der Steuerberaterin Tanja Eckl-Perlinger von der Treukontax. Anschließend wurde die Vorstandschaft entlastet – Eugen Wagner und Johann Liegl haben die Kasse geprüft und Entlastung beantragt.

Vorsitzender Liegl erläuterte anschließend den Haushaltsplan 2026, der in Einnahmen und Ausgaben mit 275 000 Euro schließt. Für 2026 ist eine Tagesfahrt nach Eggenfelden zu den Themen Waldbewirtschaftung und Jagd am 15. Mai geplant. Anmeldung dazu ist im WBV-Büro möglich. Des weiteren möchte man das Arboretum von Förster Peter Schön besichtigen und eine Tagesfahrt zur Interforst in München am Samstag, 17. Oktober anbieten.

Geschäftsführer Tobias Metzke informierte anschließend über die WBV-Bioenergie GmbH. Hier wurde 2025 ein Umsatz von 1, 8 Millionen Euro erzielt. Die vermarktete Menge betrug 33 096 Festmeter Holz. Bei der WBH Waldmünchen GmbH wurde 2025 ein Umsatz von zwei Millionen Euro registriert – die vermarktete Menge betrug 18 899 Festmeter. Die Holzlogistik WBV GmbH, deren Gesellschafter die WBV Waldmünchen, Cham-Roding, Neunburg-Oberviechtach, WBH Waldmünchen und FV Oberpfalz sind, transportierte 2025 110 000 Festmeter Holz zuzüglich 35 000 Schüttraummeter Hackgut und 700 Ladungen Fernverkehr. Das entspricht einem Umsatz von 2,3 Millionen Euro.

Die neue Bereichsleiterin Forsten, Forstdirektorin Annette Scholz, nahm die Gelegenheit wahr, sich den Anwesenden vorzustellen. Sie zeigte Fördermaßnahmen auf. Revierjagdmeister und Forstwirt Nikolaus Urban hielt einen Vortrag zum Thema „Jagd heute – eine Dienstleistung für die Gesellschaft?“. Die gesetzliche Vorgabe sei: „Wald vor Wild“. Der Wildbestand müsse an die Landeskultur angepasst werden. Seine Jagdstrategie seien deutlich verkürzte Jagdzeiten, die Abschlusspläne erfüllen, die Wildfütterung abschaffen und auf ein ausgewogenes Verhältnis im Wald schauen (z.B. zu hohe Verbissbelastung). „Dem Wald in Bayern geht es nicht gut“, sagte der Forstmann. Das Klima mache ihm zu schaffen. Urban appellierte abschließend an die Jäger „Gemeinsamkeit ist wichtig“, an die Waldbauern „es ist euer Wald – ihr entscheidet“ und an die Jagdgenossenschaften, doch an einem Strang zu ziehen. Josef Liegl erzählte noch einiges Wissenswerte über den Holzlagerplatz in Schönthal. Am 12. August 2022 wurde dieser gekauft. Im Februar 2023 habe man dafür eine Förderung über 31000 Euro erhalten. Am 16. Oktober sei dieser Kauf in das Grundbuch eingetragen worden. Am 19. Dezember 2023 sei die Machbarkeitsstudie für Nassholzlagerung erstellt worden und am 21. August 2024 habe man die teilweise Genehmigungsplanung für die Nassholzlagerung bekommen. Am 27. Februar 2025 wurden die Unterlagen beim Landratsamt eingereicht.

Wasserentnahme für Holzlager ist genehmigt

Am 10.6.2025 habe man dann den positiven Bescheid für die Wasserentnahme erhalten und am 5.8.2025 für die Einleitung des gesammelten Niederschlagswassers in den Rhanerbach. Am 21.11.2025 begann man mit den Vorbereitungsmaßnahmen und jetzt im April 2026 erfolgt die Antragsstellung.