Holzpreise machen Waldbesitzern Hoffnung für 2026

Bad Kötzting. Gute Neuigkeiten hatte WBV-Geschäftsführer Florian Weigl am Dienstag beim letzten Holzstammtisch des Jahres 2025 im Lindner-Saal: Die Holzpreise sind (und bleiben voraussichtlich) auf hohem Niveau, und die Waldbesitzervereinigung Bad Kötzting hat ihre neue Geschäftsstelle im früheren Autohaus Mühlbauer bezogen. Die angedachte Fusion mit der WBV Hohenbogen-Winkel könnte 2026 auch eine deutliche Aufwertung bringen.
Zu Beginn des gut besuchten Stammtischs erläuterte Florian Weigl, dass neben dem Mit-Geschäftsführer Max Lankes ab 1. Januar mit Sören Bernhardt ein weiterer Förster an vier Tagen pro Woche für die WBV Bad Kötzting tätig sein werde. Außerdem sei seit 1. April 2025 mit Konrad Kerscher ein Forsttechniker an drei Tagen pro Woche im Einsatz, der viel praktische Erfahrung mitbringe. Die neue Geschäftsstelle in der Blaibacher Straße 3 biete auch Raum, um Material für den Verkauf an Waldbesitzer zu lagern.
Weil die WBV im Hohenbogen-Winkel seit vier Jahren keine Vorstandschaft finde und der Geschäftsführer in Rente gehe, seien erste Vorgespräche über eine mögliche Fusion mit der WBV Bad Kötzting geführt worden. Durch die Fusion könnte eine zukunftsfähige und schlagkräftige WBV entstehen, die eine der Größten in der Oberpfalz wäre, was sich auch bei Preisverhandlungen mit Kunden positiv auswirken würde, sagte Florian Weigl. Am 28. Januar werde es bei einer Mitgliederversammlung im Postsaal eine Abstimmung der WBV Bad Kötzting geben, ob diese Fusion befürwortet wird.
Weil in ganz Deutschland heuer wenig Borkenkäferbefall festgestellt wurde, sei deutlich weniger Holz auf den Markt gekommen. Rund 54 000 bis 56 000 Festmeter vermarktete die WBV Bad Kötzting, weniger als im Vorjahr, aber dafür überwiegend Frischholz, das bessere Preise erzielt. Die Nachfrage nach Stammholz sei nach wie vor hoch, wobei für Fichten-Fixlängen 105 bis 126 Euro pro Festmeter bezahlt würden. Sogar Kiefern werden mit 74 bis 94 Euro bezahlt, und Langholz in B-Qualität bringe bis zu 130 Euro pro Fest-meter. Selbst für Schwachholz (ab zehn Zentimeter Zopf) wür-den bis zu 110 Euro erlöst. In einer Vorschau auf 2026 äußerte Florian Weigl die Hoffnung, dass die Holzpreise ab Februar noch einmal geringfügig ansteigen könnten. Eventuell soll neben der Laubholz-Submission in Reisbach auch eine Versteigerung von starkem Nadelholz organisiert werden. Abschließend zeigte sich der Geschäftsführer sehr zufrieden, dass die lange Zeit umstrittene „Entwaldungsverordnung“ der EU verschoben wurde und die meisten Waldgebiete in Europa von dem befürchteten „Bürokratiemonster“ verschont bleiben.
Revierförsterin Johanna Giehrl befasste sich zunächst mit den Förderprogrammen des Freistaats. Zuschüsse gibt es unter anderem für Wiederaufforstung, Erstaufforstung, Nachbesserungen, Förderung von Naturverjüngung und Pflege von Jungbeständen. Während bei Erst- oder Wiederaufforstung 3,80 Euro pro Pflanze gewährt würden, liege der Satz bei Anbauversuchen bei neun Euro pro Pflanze. Die Revierleiterin wies darauf hin, dass Anträge künftig nur noch digital gestellt werden können.
Ausführlich befasste sich Giehrl mit der geplanten Bodenkalkung im Kaitersberg-Gebiet. Dafür seien umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt worden, die unter anderem einen Schwefelmangel aufzeigten. Für die Naturverjüngung und den Waldumbau sei die Bodenverbesserung durch Kalk ein Vorteil, merkte die Revierförsterin an. Im Kaitersberggebiet sei mit bloßem Auge zu sehen, dass die Humusschicht dünner wird. Hier könne eine Gesundkalkung helfen. Interessenten, die sich daran beteiligen wollen, können sich jederzeit bei der Forstdienststelle Bad Kötzting anmelden und nähere Auskünfte einholen.