Alter Regensburger Kindergarten: Ziegetsdorfer Ruine bleibt vorerst erhalten

Von Walter Schießl · 6. April 2026 um 15:00

Seit 2018 schon steht ein Schandfleck an der Hadamarstraße und eine Beseitigung des maroden Gebäudes ist immer noch nicht in Sicht. Das teilweise abgebrochene Haus gehört der Stadt und beherbergte einmal den Ziegetsdorfer Kindergarten St. Josef. Anwohner wie Passanten schütteln gleichermaßen ihre Köpfe beim Anblick der Bauruine in Regensburg, die auf einem 2100 Quadratmeter großen Grundstück in bester Lage zu finden ist.

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Das Haus, in dem jahrzehntelang die Ziegetsdorfer Kinder auf ihre Schulzeit vorbereitet wurden, ist seit 2019 geräumt. Der Zahn der Zeit hatte bis dahin kräftig an Dach, Mauern sowie Türen und Fenstern genagt. Schließlich sah die Stadt Handlungsbedarf.

Der damalige 3. Bürgermeister Jürgen Huber von den Grünen erließ eine Anordnung, der zufolge nach dem Auszug des Kindergartens der Altbau des Gebäudes schnellstmöglich abgerissen werden sollte. „Da war nichts mehr zu retten“, erinnern sich alteingesessene Anwohner.

Das Haus durfte nicht mehr betreten werden

Noch in den 90er Jahren war der Hort generalsaniert worden. Festgestellt hatte man, dass aufgrund einer Instabilität des Bodens das Haus quasi wackelte. 200.000 Euro nahm die Stadt damals in die Hand, um eine Stützkonstruktion zu errichten. Die Einrichtung lief dann noch an die 20 Jahre, aber dann kam das endgültige Aus, das Haus durfte fortan nicht mehr betreten werden. Ein paar besonders beschädigte Teile waren allerdings auch gleich abgerissen worden. Für den Nachwuchs wurden als Zwischenlösung drei Container ein paar Straßen südlich, auf einen freien Fläche an der Fürnrohrstraße, aufgestellt. Die Kosten für die Stadt dafür waren wiederum hoch. Betrieben wird der dreigruppige Hort wie auch schon der alte Kindergarten St. Josef wieder von der Caritas.

Die städtische Pressestelle vermeldete im April 2023 schließlich, dass auf dem alten Areal wieder eine Kinderbetreuungseinrichtung entstehen solle. In das Investitionsprogamm 2024 seien Haushaltsmittel von 220 000 Euro für den Abbruch eingestellt, ließ Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra damals wissen, der Abriss sei für das gleiche Jahr vorgesehen gewesen.

Wegen „geänderter Prioritätensetzung“ verschoben

Doch getan hat sich bis heute nichts, das marode Haus steht immer noch. Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra teilte dieser Tage nun mit, dass der Abbruch jetzt im Hochbauprogramm das Planungs- und Baureferats für 2028 vorgesehen sei. Die Verschiebung sei aufgrund einer „geänderten Prioritätensetzung“ erfolgt.

Ein Umdenken hat wohl auch im Planungsreferat für Kindergärten stattgefunden, denn jetzt heißt es, für einen Ersatzneubau eines Kinderhauses bestehe laut der Pressesprecherin aktuell kein Planungshorizont. Der Bedarf dafür müsse erst noch geklärt werden, heißt es aus der Stadt nun. Für die Ziegetsdorfer bedeutet das, dass sie weiterhin mit ihrem Schandfleck leben müssen. Sie können auch nicht verstehen, dass wertvolles Bauland über Jahrzehnte brach liegt. „Scheinbar braucht die Stadt kein Geld“, mutmaßen sie.