Die Kindergarten-Ruine in Ziegetsdorf bleibt noch länger

Mit der Kindergarten-Bauruine mitten im Wohngebiet an der Hadamarstraße werden die Ziegetsdorfer noch längere Zeit leben müssen. Denn das marode Gebäude, das seit 2018 teilweise nicht mehr betreten werden durfte und zu einem Drittel abgebrochen wurde, steht in großen Teilen immer noch. Wie lange bleibt das noch so?
Für 2024 sei der Abbruch im Investitionsprogramm der Stadt aber angemeldet, ließ die städtische Pressestelle nun verlauten. Probleme mit dem Ziegetsdorfer Kindergartengebäude gibt es schon seit Mitte des letzten Jahrzehnts. Am vor hundert Jahren errichteten und mehrfach erweitertem Bauwerk hatte der Zahn der Zeit kräftig genagt. 2019 erließ der damalige Dritte Bürgermeister Jürgen Huber (Grüne) schließlich eine „dringliche Anordung“, wonach der Altbau des Hauses schnellstmöglich abgerissen werden sollte. Denn am Gebäude, das Mitte der 90er Jahre generalsaniert wurde, waren massive Bauschäden sichtbar geworden.
Tiefe Risse im Mauerwerk
Im Mauerwerk entstanden tiefe Risse vermutlich aufgrund einer Instabilität im Boden, die Grundfläche hatte sich nach Regengüssen stellenweise gesenkt. Viel Geld, über 200 000 Euro, hatte die Stadt zuvor noch in die Errichtung einer Stützkonstruktion gesteckt.
Aber sämtliche Rettungsmaßnahmen waren für die Katz. 2018 durfte der Altbau nicht mehr betreten werden und im Herbst schon wurde der besonders marode Teil abgerissen. Übergangsweise ließ die Stadt dort noch Container aufstellen, um den Weiterbetrieb einer von der Caritas geführten dreigruppigen Kita im neueren Teil des Hauses noch zu ermöglichen, bis ein Jahr später ein Ausweichquartier für drei Gruppen an der Wolfssteiner Straße 78 in Containerbausweise fertiggestellt war. Das Ganze verschlang Kosten in Millionenhöhe. Eingeplant war dafür im Haushalt zunächst nichts.
Seit dem Teilabbruch auf dem 2100 Quadratmeter großen Areal tat sich lange nichts mehr. Alteingesessene Ziegetsdorfer wähnten sich schon in Vergessenheit geraten zu sein. Kein Schöner Anblick – waren sich unmittelbare Anwohner und Passanten einig. Dass man das marode Gebäude einfach jahrelang stehen lässt, wollte nur den wenigsten in den Kopf.
Viel Bedarf am Ziegetsberg
Jetzt vermeldet die städtische Pressestelle aber Neues. „Am Standort Hadamastraße soll wieder eine Kinderbetreuungseinrichtung entstehen“, teilte Sprecherin Juliana von Roenne-Styra mit. Alte Überlegungen hatten vorgesehen, den noch bestehenden Gebäudeteil im Zusammenhang mit einem Neubau zu untersuchen, was aber jetzt verworfen wurde. Neuere Untersuchungen hätten ergeben, dass ein Bedarf für eine sechsgruppige Einrichtung am Ziegetsberg bestünde. „Das gestiegene Raumprogramm und die Grundstücksverhältnisse machen einen Abbruch sämtlicher Gebäudeteile unumgänglich“, erklärt die Pressestelle weiter.
Für den Abbruch seien jetzt Haushaltsmittel im Investitionsprogramm in Höhe von 220 000 Euro für 2024 eingeplant, erklärt Juliane von Roenne-Styra. Mit den Planungen für den Neubau soll ab 2026 begonnen werden.
Als Zwischenlösung hat die Stadt für die drei Kindergartengruppen in der Wolfssteiner Straße Container aufgestellt, deren Ausstattung ebenfalls von der Stadt finanziert wurde und in denen die Mädchen und Buben von den Angestellten der Caritas betreut werden. Der neue Ziegetsdorfer Kindergarten an der Hadamarstraße wird dann nach seiner Fertigstellung Platz für sechs Gruppen haben.