Trotz großer Zahl an freien Grundstücken genehmigt Neustadt 40 neue Bauplätze

Von Jochen Dannenberg · 6. April 2026 um 19:00

Der Kurort Bad Gögging, einer der großen Ortsteile von Neustadt, soll weiter wachsen. Deshalb wurde jetzt ein neuer Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Er schafft rund 40 Bauplätze am Rand des Kurortes. Gleichzeitig sind aber etliche Parzellen in der Nachbarschaft des neuen Baugebiets unbebaut.

Das neue Baugebiet mit der Bezeichnung Betty-Hauber-Weg soll eine Fläche von 3,17 Hektar haben. Es schließt im Westen des Kurortes an die Straße Am Sulzgraben an. Hier ist vor einigen Jahren bereits das Neubaugebiet Römerpark entstanden. Zum Betty-Hauber-Weg gelangt man über die Straße Am Sulzgraben. Der Grund, auf dem dereinst gebaut werden soll, wird gegenwärtig landwirtschaftlich genutzt. In dem Areal sind Einfamilienhäuser und Doppelhäuser vorgesehen.Die Mitglieder des Bauausschusses haben in ihrer jüngsten Sitzung für die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplanes und Flächennutzungsplanes gestimmt.

Zu den neuen Wohngebieten im westlichen Teil Bad Göggings gehört auch der Römerpark. - Foto: Jochen Dannenberg

Trotz des einstimmigen Beschlusses gab es im Vorfeld erhebliche Einwände, die im Rahmen der Auslegung eingegangen waren. Bürgermeister Thomas Memmel hatte darauf in der Bürgerversammlung in Bad Gögging im vorigen Jahr hingewiesen. So hatte das Landratsamt Kelheim darauf hingewiesen, dass zwei Grundstücke in dem künftigen Baugebiet „teilweise im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet der Donau“ liegen. Der Umgriff des neu auszuweisenden allgemeinen Wohngebietes befinde sich allerdings „augenscheinlich außerhalb des vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebietes“.

Auch das Wasserwirtschaftsamt Landshut hatte in seiner Stellungnahme auf den „wassersensiblen Bereich“ hingewiesen. Die Lösung des Problems: Das Überschwemmungsgebiet wird jetzt im Bebauungsplan dargestellt. Niemand, der hier bauen will, kann also künftig sagen, er haben von den Risiken nichts gewusst.

Außerdem kritisiert das Landratsamt die Notwendigkeit der Maßnahme. „Durch die in der Vergangenheit umgesetzten großflächigen Wohnbaugebiete wurde der Kurort nach Norden massiv erweitert“, heißt es in der Stellungnahme der Kelheimer Behörde. „Im unmittelbar östlich angrenzenden Baugebiet ‘Am Sulzgraben‘ aus dem Jahr 2013 sind aktuell 16 Parzellen unbebaut. Im nordöstlich angrenzenden Baugebiet ‘Am Höhenberg‘ sind 22 Bauparzellen unbenutzt vorhanden. Daneben sind in den weiter östlich gelegenen Baugebieten ‘Dachsenfeld‘ über 30 Parzellen ohne Bebauung vorhanden.“ Daraus ergebe sich die „grundsätzliche Frage nach dem Planungserfordernis“. Die Antwort der Stadt, die Anna-Lena Mayer, stellvertretende Leiterin für Planen und Bauen im Rathaus, vortrug, zeigte, dass es sich beim Betty-Hauber-Weg nicht um die beliebige Ausweisung eines neuen Baugebiets handelt. Im Gegenteil, es gebe sogar einen Bedarf an neuen Baugrundstücken.

So stellte Anna-Lena Mayer in der Sitzung des Bauausschusses fest: „Alle Baulücken in Bad Gögging befinden sich in Privatbesitz und stehen der Stadt Neustadt a.d. Donau nicht zur Verfügung. Im Jahr 2022 wurde eine Baulückenabfrage für das Ganze Stadtgebiet vorgenommen. Leider kam es hier jedoch zu keinem erfolgreichen Grundstücksankauf. Zudem war zum Umfragezeitpunkt kein Bauwille der Eigentümer erkennbar.“ Um künftigen Baulücken entgegenzuwirken, werde im Betty-Hauber-Weg ein Bauzwang festgesetzt. Das neue Baugebiet diene der langfristigen Deckung des Bedarfs in Bad Gögging.

Im Anschluss an die Straße Am Sulzgraben soll der Betty-Hauber-Weg entstehen. - Foto: Jochen Dannenberg