Besuchermangel in den Thermen im Landkreis Kelheim – Verluste in Millionenhöhe

Auch wenn die Zukunft für die Kaiser-Therme und die Limes-Therme im Landkreis Kelheim äußerst unterschiedlich ist, gibt es aktuell eine Gemeinsamkeit: Das Geschäft läuft in beiden Gesundheitseinrichtungen nicht gut, wurde bei den Zweckverbandsversammlungen der beiden Thermen mitgeteilt. Dort gab es im übrigen auch kaum Neues zur Zukunft der Kaiser-Therme.
Beide Thermen haben im vorigen Jahr deutliche Rückgänge bei den Besucher- und Behandlungszahlen verzeichnet. So stellte Franz Bauer, Werkleiter der Limes-Therme in Bad Gögging fest, dass das vorige Jahr zwar gut begonnen habe, aufgrund der verschiedenen Baumaßnahmen die Besucher- und Behandlungszahlen jedoch gesunken seien. Insgesamt, so Bauer, sei es damit im Jahr 2025 in Bad Gögging zu einem Rückgang um 3,31 Prozent gekommen. Das bedeutet: Statt 345.203 Besuchern und Behandlungen wie im Jahr 2024 wurden 2025 nur noch 330.314 gezählt. „Ich bin schon froh, wenn 1000 Besucher am Tag kommen“, seufzte Bauer.
Auch in der Kaiser-Therme in Bad Abbach waren die Nutzerzahlen im vorigen Jahr rückläufig. Werkleiter Ralf Flatau nannte einen Rückgang um 8,03 Prozent von 2024 auf 2015, anders ausgedrückt: Statt 210.614 Besucher und Behandlungen wie in 2024, waren es 2025 nur noch 193.707. Bauliche Gründe wie in Bad Gögging führte Flatau für den Rückgang nicht an, allerdings sei 2024 ein „sehr gutes Jahr“ gewesen.
Flatau zuversichtlich, dass Besucher zurückkommen
Gleichzeitig stellte Bad Abbachs Werkleiter fest, dass die Besucher trotz des Ausstiegs der öffentlichen Hand weiter zur Kaiser-Therme halten. Es gebe keine Tendenz, „dass die Besucher sagen, die Kaiser-Therme steht vor einer ungewissen Zukunft“. Deshalb, so Flatau weiter, sei er zuversichtlich, „dass die Besucher weiter kommen werden“.
Über die Zukunft der Gesundheitsrichtung vor den Toren Regensburgs wurde öffentlich am Montag nichts mitgeteilt. Einzig ein kleines Thema beschäftigte sich mit dem Verkauf der Kaiser-Therme: Die Wertkarten können ab Jahresmitte nicht mehr aufgeladen werden.
Und so ging es denn in beiden Versammlungen – der für Bad Abbach und der für Bad Gögging – mit Zahlen weiter. Die bittere Nachricht dabei: Auch zu Beginn des neuen Jahres scheinen sich die Thermen noch nicht von ihren Rückgängen bei den Besucher- und Behandlungszahlen zu erholen. So wurde in Bad Abbach ein Minus von 5,75 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet und in Bad Gögging betrug der Rückgang sogar 15,48 Prozent.
Rückgänge auch bei niederbayerischen Thermen
Das Problem betrifft nicht nur die Thermen im Landkreis, sondern auch die Einrichtungen in Bad Birnbach, Bad Füssing und Bad Griesbach, die sich zur Niederbayerischen Thermengemeinschaft zusammengeschlossen haben. „Wir stellen fest, dass wir in allen Thermen Rückgänge haben“, stellte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich fest.
Wann und wie es besser in den Thermen besser laufen wird, ist unklar. Franz Altmannsberger, strategischer Geschäftsführer der Niederbayerischen Thermengemeinschaft, tröstete mit einer Umfrage unter den Thermenbesuchern. Die bescheinige, dass für 75 Prozent der Besucher „ausschlaggebend ist, dass es eine öffentliche Therme gibt“. Darüber hinaus gebe es von den Nutzern viel Lob fürs Personal in den Thermen und die angebotenen Leistungen. Franz Bauer betonte, das Preis-Leistungs-Verhältnis werde als „sehr positiv“ gesehen.
Höhere Parkgebühren ab Mai in Bad Gögging
Dann ist ja eigentlich alles gut und jetzt müssen nur noch die Besucher in die Thermen zurückkehren. Das wäre auch dringend nötig, denn die Thermen erwirtschaften seit Jahren ein Minus. Für die Kaiser-Therme waren es 2025 rund 2 Millionen Euro und rund 3,3 Millionen Euro für die Limes-Therme. Aufgrund der Rückgänge bei den Besucher- und Behandlungszahlen waren die Defizite in beiden Einrichtungen sogar noch etwas größer als vorab kalkuliert ausgefallen. Aufgeregt hat sich darüber jedoch niemand in den Zweckverbandsversammlungen der beiden Thermen am Donnerstag.
Ob da die „Anpassung der Parkgebühren“ für die Limes-Therme viel bringt, erscheint in Anbetracht der Defizite mehr als fraglich. Konnte man dort bisher in der Tiefgarage für 2 Euro fünf Stunden lang parken, wird künftig nach der ersten Stunde für 1,50 Euro für jede weitere Stunde 50 Cent zusätzlich verlangt. Fünf Stunden würden damit 3,50 Euro kosten. Die Preiserhöhung soll ab Mai eingeführt werden.