Gearbeitet wird auf den Spargelfeldern rund um Abensberg auch zu Ostern

Das Wachstum des Spargels auf den Feldern rund um Abensberg im Landkreis Kelheim ist momentan noch etwas verhalten – Für Ostern sollte es aber reichen
Routiniert gleitet das Stechmesser in den Damm. Eine weiße Spitze kommt zum Vorschein. Mihai Biligi legt die geerntete Spargelstange in den Korb und fährt mit der Maurerkelle einmal kurz über das Loch, um es zu schließen. Und weiter geht es. Auch an den Dämmen rundherum wird emsig gearbeitet.
Schließlich will die Nachfrage jetzt zu Ostern bedient werden. Und das ist gar nicht so einfach, wie Spargelbauer Stefan Blümel verrät. „Am Anfang der Saison vor zwei Wochen ging es schön los, aber dann kam der Kälteeinbruch.“ Und das hemmt den Spargel freilich in seinem Wachstum. Blümel hilft mit einer dritten Folie nach, damit es die Stangen, die in den Dämmen wachsen, wärmer haben.
„Die Leute sind schon scharf auf den Spargel zur Osterzeit“, erzählt Blümel dann, „deshalb hoffen wir, dass wir genügend ernten können.“ Spargel ist das erste Freilandgemüse, das hierzulande geerntet wird. Die einen können es gar nicht erwarten und haben sich heuer sicherlich über den frühen Start vor rund zwei Wochen gefreut. Andere wiederum seien überrascht, dass es heuer zu Ostern schon Spargel gibt, wie Blümel erzählt.
Auch zu Ostern geht es auf den Feldern rund
Während die weißen oder grünen Spitzen daheim den Osterbrunch komplettieren, geht es auf den Spargelfeldern auch während der Feiertage rund, denn hier wird fleißig weiter geerntet – die Natur schert sich freilich nicht um Feiertage. Bis zu 150 Erntehelfer tummeln sich zur Hauptsaison auf dem Hof von Blümel, etwa ein Drittel davon gehöre zum „harten Kern“, komme also immer wieder aus Rumänien zum Ernten hierher.
Nach der Feldarbeit wird der Spargel in die „Waschstraße“ verfrachtet. Dort wird der grobe Dreck von den Stangen gespült, bevor sie in die Eiswasserkühlung kommen. „Der Spargel muss bei einer Kerntemperatur von zwei Grad gelagert werden, damit er sich nicht verfärbt“, so Blümel, Im Kühlschrank können die Stangen im Übrigen drei bis vier Tage gelagert werden, ohne dass sie Farbe und Geschmack verlieren.
Bis 24. Juni bestimmt der Dreiklang Ernten, Waschen, Lagern den Hof. Im Herbst dann werden die Spargeldämme, oder auf altdeutsch Bifang, die bis dahin Einiges an Höhe eingebüßt haben, neu aufgebaut.
Viel Arbeit auf dem Feld, auch im Herbst
Das bestehende Erdreich wird durchgefräst, dann kommt die Dammfräse zum Einsatz, um die Dämme neu zu ziehen. Und die müssen so hoch sein, dass die Spargelstangen samt Wurzeln genügend Platz haben. 24 Zentimeter beträgt die Länge von Spargelstangen für gewöhnlich.
Auch das könnte Sie interessieren: Trotz kalter Nächte: Erster Spargel rund um Abensberg ist reif – aber noch kostspielig
Pflanzzeit ist dann immer Ende März/Anfang April, und zwar jedes Jahr. Denn auch, wenn eine Spargelpflanze acht Jahre lang herhält, achten Landwirte wie Blümel darauf, dass auf ihren Feldern eine gute Mischung von älteren und jüngeren Pflanzen wächst. Eine nennenswerte Ernte schmeißen die Pflanzen schließlich erst ab dem dritten Jahr ab.
Alles in allem sind der Spargelanbau und die Ernte sehr arbeitsintensiv. Das schlägt sich freilich ein Stück weit auch im Preis nieder. Und trotzdem: Kunden haben hier die Wahl. Zwischen acht Euro für Bruchspargel und 23 Euro für Stangen der Qualitätsklasse 1 kostet das Kilo derzeit, so Blümel auf Nachfrage. Der Preis ändert sich im Laufe der Saison immer wieder, je nachdem wie Erntemenge und Nachfrage ausfallen.
Das sind die wichtigsten Termine
Saisonstart: Am 11. April wird in Abensberg die diesjährige Spargelsaison offiziell eröffnet. Zu der Feier r wird auch die Präsidentin des Dehoga Bayern, Angela Inselkammer, erwartet, um offiziell den ersten Spargel der Saison zu stechen
Spargelmarkt: Der Spargelmarkt in Sandharlanden ist am 3. Mai. Dann verwandelt sich der Ort in einen Freiluftmarkt. Auch bei den Spargelerzeugern selbst gibt es viel zu entdecken. Die Gäste nutzen den Tag nicht nur, um sich mit frischem Spargel einzudecken, sondern auch für ein Mittagessen, eine Kaffeepause oder einen gemütlichen Ratsch. In der Ortsmitte sorgen die Vereine außerdem dafür, dass auch kulinarisch keiner zu kurz kommt. Musikalische Unterhaltung gibt es außerdem.