Wildtiere bei Furth im Wald gefüttert: Warum das gefährlich und teuer werden kann

Wildtiere füttern ist falsch verstandene Tierliebe und kann sogar gefährlich werden. Für Mensch, Tier und die Natur, das weiß Markus Schmidberger, Geschäftsstellenleiter des Landesbundes für Natur- und Vogelschutz in Nößwartling (LBV). Erschwerend kommt hinzu: Die vermeintlich gute Tat kann einen ganz schön teuer zu stehen kommen. Hintergrund: In den vergangenen Tagen wurden in einem Waldstück bei Furth im Wald im Landkreis Cham Hackfleisch, Wurst und Hundekekse gefunden.
War zunächst befürchtet worden, es könne sich um Giftköder für Hunde handeln, stellte sich bald heraus, dass eine 59-jährige Frau aus Arnschwang Füchse anfüttern wollte.
Füchse sind Raubtiere und nicht zum Kuscheln geeignet
Eine ziemlich schlechte Idee, wie sich schnell herausstellt, wenn man hört, was Schmidberger dazu zu sagen hat: „Wildtiere anfüttern ist aus Sicht des LBV auf keinen Fall zu empfehlen.“ Das gilt gerade auch für den Fuchs. Auch wenn die Jungtiere „süß“ aussehen würden, müsse man bedenken, dass die Wald- und Wiesenbewohner Prädatoren sind, also Räuber, die andere Tiere töten und fressen. „Man muss bedenken: Füchse haben Zähne“. Damit können sie Menschen verletzen, bringt es der Geschäftsstellenleiter auf den Punkt. Habe man gerade auch in Hamburg gesehen, als sich ein Wolf in einem Supermarkt verirrt und eine Frau gebissen hat, die ihm helfen wollte.
Wildtiere anfüttern ist aus Sicht des LBV auf keinen Fall zu empfehlen.Markus Schmidberger, Geschäftsstellenleiter des Landesbundes für Natur- und Vogelschutz in Nößwartling (LBV)
Weiterer Nachteil: Füchse, die gefüttert werden, sehen den Menschen als Nahrungsquelle an und verlieren dann schnell die natürliche Scheu. Das könne zu gefährlichen Begegnungen führen. Schlimmer kann es für den Fuchs noch werden, wenn er durch die Zufütterung verlernt, sich sein Futter selbst zu suchen. Das kann zu einer lebensgefährlichen Abhängigkeit für das Tier werden. Auch sind Krankheitsübertragungen durch Verunreinigung an den Futterstellen oder durch falsches Futter möglich.
Wie schnell Wildtiere Vorteile darin sehen, sich auch Siedlungen zu nähern, sehe man am Beispiel Reh. Das sucht zum Teil die Nähe zu Dörfern, weil es hier nicht bejagt wird.
Wildtiere füttern kann sehr teuer werden
Schmidberger empfiehlt, Wildtiere grundsätzlich in Ruhe und der Natur ihren Lauf zu lassen. Abgesehen vom Naturschutzgedanken, können Fütterungen sehr teuer werden, bestätigt Josef Weindl, stellvertretender Leiter der Polizei in Furth im Wald. Derzeit liegt der aktuelle Sachverhalt bei der Staatsanwaltschaft. Je nach Schwere des Vorwurfs können bis zu 5000 Euro Strafe fällig werden.
Im Übrigen weist Schmidberger darauf hin, dass Enten füttern nicht unproblematisch ist. Wird überfüttert und Reste bleiben liegen, kann das zum Beispiel Ratten anlocken. Deshalb empfiehlt er: „Lieber Wasservögel nur beobachten und nicht füttern.“