Koalitions-Poker um das Regensburger Rathaus: Finden Grüne, Brücke und SPD zueinander?

Von Philip Hell · 31. März 2026 um 19:00

Wer kann mit wem – und wie dick sind die Bretter, die man bohren muss? Diese Fragen dürften im Zentrum der Sondierungsgespräche stehen, die in den vergangenen Tagen nach der Wahl von Thomas Burger (SPD) zum nächsten Regensburger Oberbürgermeister angelaufen sind.

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Am Montagabend haben sich die Sozialdemokraten und die Grünen zu ersten Gesprächen im Alten Rathaus getroffen. Die Öko-Partei gilt als unverzichtbarer Teil einer künftigen Koalition, da sie neun Sitze im Stadtrat hat. Ohne die Grünen-Vertreter Mehrheiten zu organisieren, dürfte denkbar schwierig werden.

SPD betont: Gespräche um Regensburger Koalition sind vertraulich

Alexander Irmisch, Co-Chef des Regensburger SPD-Stadtverbands, betonte am Morgen nach dem Sondierungsauftakt, dass man insbesondere beschlossen habe, keine Wasserstandsmeldungen abzugeben. Das sei eng abgestimmt mit dem künftigen Oberbürgermeister Thomas Burger. Man wolle die einzelnen Themen durchsprechen und sehen, wo es Probleme geben könnte.

Eines dieser Themen liegt dabei auf der Hand: die Sallerner Regenbrücke. Die Sozialdemokraten sind für das Mega-Projekt im Stadtnorden – die Grünen machen gegen das Verkehrsvorhaben mobil. Eine mögliche Lösung wäre womöglich, sich darauf zu einigen, die Bürger über das Projekt abstimmen zu lassen. Ob es so kommt? Das werden auch die Gespräche zeigen.

Irmisch betonte am Dienstagmorgen zugleich, dass es kein komplettes Informationsembargo geben soll. Man werde die Öffentlichkeit durchaus über den Fortschritt der Gespräche informieren.

Grüne wollen ein „Bündnis des Fortschritts“ für Regensburg

Bereits am Freitag hatten SPD und Brücke erstmals gemeinsam getagt. Thomas Thurow, Spitzenkandidat der Wählergruppe um Ex-OB Joachim Wolbergs, hatte im Nachgang von einem auf „persönlicher Ebene sehr guten Auftakt“ gesprochen. Auf dieser müsse es passen, ansonsten könne es nicht funktionieren, hatte Thurow betont.

Bei den Sondierungsverhandlungen geht es Schlag auf Schlag: Schon am Dienstagabend kamen die Spitzen von Brücke, SPD und Grünen erneut zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Grünen-Fraktionschef Daniel Gaittet äußerte sich im Vorfeld der Gespräche vorsichtig optimistisch. Er sprach von einem „Bündnis des Fortschritts“, das, auch das stehe fest, eine deutliche grüne Handschrift tragen müsse. Auch Gaittet betonte, wie wichtig vertrauliche Gespräche sind, um eine mögliche Koalition auf ein Fundament des Vertrauens zu bauen.