Fahrkarten-Automaten am Neumarkter Bahnhof abgebaut: Wie man jetzt an Tickets gelangt

Von Katrin Böhm · 1. April 2026 um 05:00

Die Bahnstrecke ist gesperrt – seither gibt es auch keine Ticketautomaten am Neumarkter Bahnhof mehr. Schlecht für all jene, die keine Online-Tickets nutzen können oder möchten, denn auch für die Fahrt mit dem Schienenersatzverkehr ist ein gültiges Ticket nötig . Doch wo gibt es das nun? Es ist vielleicht etwas kompliziert – aber es gibt Lösungen.

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Alles andere als glücklich über die Situation ist man beim VGN, der allerdings nicht für die Fahrausweisautomaten zuständig ist. „Im VGN sind für den klassischen Fahrkartenverkauf die einzelnen Verkehrsunternehmen verantwortlich“, erklärt VGN-Pressesprecher Manfred Rupp. Das bedeutet: die Bahn. Diese entschuldigt den Abbau als „baustellenbedingte Einschränkung“, wie eine Bahn-Sprecherin mitteilt.

VGN-Pressesprecher Rupp erklärt genauer: Die Automaten standen im Baustellenbereich und waren damit den Arbeiten im Weg. Zudem hätte es baustellenbedingt auch keine Stromversorgung oder Datenverbindung mehr gegeben, die aber nötig seien, um die Tickets zu verkaufen.

Strom und Datenanschluss für Automat nötig

Doch hätte man den Automaten nicht einfach an anderer Stelle wieder aufstellen können? „Das ist erfahrungsgemäß nicht möglich, da dafür die nötige Anschluss-Infrastruktur fehlt“, erklärt ein Sprecher der agilis Verkehrsgesellschaft, die ebenfalls darauf verweist, dass agilis nicht für den Abbau verantwortlich war. Bei der agilis geht man davon aus, „dass die Automaten nach Abschluss der Bauarbeiten wieder installiert werden“. Auch VGN-Sprecher Rupp sagt: Für ein Versetzen des Automaten müsste es auch an einem alternativen Standort eine Stromversorgung und einen Datenanschluss geben. Zudem bräuchte es einen Sockel, auf dem der Automat fest und sicher installiert werden könne. „Wir gehen davon aus, dass dies nicht ohne großen Aufwand realisiert werden könnte.“

Wie groß dieser Aufwand wäre, darauf geht die Bahn-Sprecherin nicht ein, sie verweist aber darauf, dass der Großteil der Kunden und Kundinnen – vor allem Pendler und Schüler – Zeitkarten oder das Deutschlandticket nutze. Für Gelegenheitsfahrer biete es sich an, Fahrscheine in den Apps und auf den Internetseiten der regionalen Verkehrsverbünde und beteiligten Eisenbahnverkehrsuntenehmen – also Bahn, VGN und agilis – zu kaufen, so die Bahn-Sprecherin.

Dabei gilt es allerdings, aufzupassen, denn nicht überall gibt es die meist deutlich günstigeren Verbundtickets. Wer von Neumarkt nach Regensburg fahren möchte, erhält in der Bahn-App nur die teuren Einzeltickets angezeigt, nicht aber das günstigere RVV-Tagesticket. Und für die Fahrt von Neumarkt nach Nürnberg kann man in der Bahn-App gar kein Ticket kaufen – hier braucht man die VGN-App.

Keine Fahrkarten in den Bussen erhältlich

Doch was ist, wenn Reisende kein Handy für den Ticketkauf nutzen können oder möchten? Dann gibt es noch zwei Möglichkeiten: Im DB-Reisezentrum im Neumarkter Bahnhof werden Tickets verkauft – allerdings müssen sich Reisende hier auf teilweise erhebliche Wartezeiten einstellen. 40 Minuten oder über eine Stunde – Leserinnen und Leser, die sich bei unserem Medienhaus gemeldet habe, haben das alles schon erlebt.

Und dann gibt es noch einen Geheimtipp: In der Bahnhofs-Buchhandlung, die im Regelfall unter der Woche von 6 bis 18 Uhr, samstags von 7 bis 18 Uhr und sonntags von 8 bis 18 Uhr geöffnet ist, sind zumindest Verbundtickets für den RVV erhältlich.

In den Bussen des Schienenersatzverkehrs kann man grundsätzlich keine Tickets kaufen. „Die Busse fahren eng getaktet, daher ist ein Fahrkartenverkauf beim Busfahrer allein schon aus zeitlichen Gründen nicht umsetzbar“, so der agilis-Sprecher.

Grundsätzlich sind die beiden Pressesprecher von VGN und agilis der Meinung, dass Großteile der Fahrgäste mit digitalen Tickets vertraut sind. „Man kann zur Digitalisierung stehen wie man will. Vor diesem Hintergrund sind die digitalen Kaufmöglichkeiten die absolut flexible und empfehlenswerte Lösung“, sagt Rupp. Er verweist zugleich auf eine weitere Möglichkeit für Menschen, die sich den digitalen Kauf nicht zutrauen: Im VGN-Onlineshop könne man für sich oder eine andere Person auch ein Tagesticket kaufen und selbst ausdrucken. Das Tagesticket könne man mit einer Datumsauswahl für den jeweiligen Tag auch vordatieren. „Das sind Lösungen, bei denen vielleicht Familienangehörige, Freunde oder Bekannte helfen können.“

Wer mit dem Auto zum Schienenersatzverkehr gelangen will, kann dieses auf mehreren Parkplätzen abstellen. Manche sind völlig leer. - Foto: Lothar Röhrl

Mit dem Auto zum Schienenersatzverkehr

• Das Thema: Noch bis 12. Juli ist die Bahnstrecke Regensburg-Neumarkt-Nürnberg gesperrt – es fahren aber Ersatzbusse. Doch wie sieht es für Pendler, die die Busse nutzen möchten, mit Parkplätzen aus? Es gibt große Unterschiede.

• Der Verschmähte: Er befindet sich etwa 20 Meter von der Bus-Station „P+R Neumarkt Bf“ (Park and Ride Neumarkt Bahnhof) entfernt. Von dieser fahren nur Busse der Linie S3 (Neumarkt-Pölling-Postbauer-Heng-Ochenbruch-Feucht) ab. Die Haltestelle liegt in der Nähe des Südausgangs des Tunnels für Fußgänger unter die Gleisanlagen hindurch. Der Tunnel ist aktuell allerdings gesperrt. Für 2,50 Euro kann man dort 24 Stunden parken. Bisher gibt es kaum Zuspruch, wie Stichproben unseres Medienhauses ergeben haben: Auf dem mit Schranken geregelten P+R-Parkplatz stand kein Auto, in die Richtung erste Station (Bahnhofstraße) abfahrenden Busse stieg niemand ein.

• Der Proppenvolle: Er befindet sich gegenüber Edeka an der Freystädter Straße und ist kostenlos. Man braucht werktags Glück, um einen freien Platz zu finden. Bis zum Bahnhof sind es von dort aus an der Ostseite des Bahndamms entlang zehn Gehminuten. (nlr)