Wie kommt die Bahn bei der Sanierung der Bahnstrecke Nürnberg-Regensburg voran?

Entlang der Bahnstrecke durch den Landkreis Neumarkt sind die orange gekleideten Bauarbeiter und die meist gelben Baumaschinen vielerorts nicht zu übersehen. Allen voran die größte von allen: Katharina die Große. Die nach der bedeutenden Zarin des 18. Jahrhunderts benannte Riesenmaschine frisst sich derzeit bei Sengenthal durch das Gleisbett.
„Es wäre einfacher zu sagen, was aktuell noch nicht gemacht wird“, sagt Tim Deutschmann, zweiter Projektleiter der zuständigen Bahntochter InfraGO. Es ist für den Profi gar nicht so leicht dem Laien verständlich zu erklären, was sich alles an der Bahnstrecke tut. Zu vieles passiert seit dem späten Abend des 6. Februar gleichzeitig, aufeinander abgestimmt und ineinander verzahnt, wie Deutschmann sagt.
Bahn ist zuversichtlich, dass die Generalsanierung am 10. Juli fertig ist
Hubschrauber fliegen Masten herbei, Bauarbeiter bauen Weichen ein, Durchlässe und Querungen der Bahnstrecke werden erneuert, Bahnhöfe modernisiert, Kabel verlegt und unzählige Tonnen an Schotter von A nach B bewegt. Die Liste ließe sich noch erweitern.

Am Ende, und das weiß auch Deutschmann, zählen aber vor allem zwei Dinge: Dass die Sanierung pünktlich zum 10. Juli fertig wird und sich danach auf der Bahnstrecke spürbar etwas verbessert, vor allem bei der Pünktlichkeit. Angesichts dessen, wie die Arbeiten bislang verlaufen sind, sagt der Projektleiter: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den 10. Juli halten können.“
Dazu setzt die Bahn und die beauftragten Unternehmen 2000 Menschen entlang der Bahnstrecke zwischen Regensburg und Nürnberg ein. Vielerorts wird in Schichten mehr oder weniger rund um die Uhr gearbeitet. Auch das lange, gelbe Ungetüm mit dem Namen einer russischen Zarin pflügt sich Stunde um Stunde durch das Gleisbett.
Katharina die Große bringt 800 Tonnen auf die Waage
50 Meter in der Stunde kommt die 200 Meter lange und 800 Tonnen schwere Katharina die Große voran. Ihr eigentlicher Name ist RPM-RS-900 und sie ist eine Planumssanierungs- und Reinigungsmaschine. Weil das sperrig klingt und wenig aufregend für eine Maschine, von der es nur sehr wenige Exemplare gibt, hat das Bauunternehmen Spitzke ihr den Namen Katharina die Große gegeben. Sie hat einen Bruder, dessen Name ebenfalls auf seine imposanten Maße hinweist: Heinrich der Starke. Im Gegensatz zu ihm, der später im Verlauf der Sanierung viele der neuen Gleise verlegen wird, kümmert sich die Schwester aktuell darum, dass das Gleisbett aus Trag- und Schotterschicht wieder für Jahrzehnte belastbar ist (siehe Infokasten).
So arbeitet der Gleisbauzug „Katharina die Große“






Auch die wichtigste Mitarbeiterin trägt zu Deutschmanns genereller Zuversicht bei. „Wir haben schon 11.000 Meter geschafft“, berichtet Projektleiter Tim Deutschmann. Sieben Kilometer Gleisbett wäre eigentlich die Soll-Leistung. Rund 70 Kilometer liegen noch vor ihnen.
