Am ehemaligen Nordtor soll die Altstadt ihr altes Gesicht bekommen

Die historische Altstadt bekommt eine weitere Baustelle. Nach dem Beginn des Kreisverkehrprojekts am Südrand der Altstadt soll am Nordrand die Wallanlage fortgesetzt werden. Das Vorhaben wird mit den Abbruch eines alten Anwesens beginnen.
Schon seit Jahren steht der alte Bauernhof am Eck von Herzog-Ludwig-Straße und Altem Turnplatz leer. Seit Xaver Schrödl, der frühere Besitzer des Anwesens Fronfischergasse 2, vor einigen Jahren verstarb, steht der Hof leer. Jetzt ist klar, was aus dem Bauernhof werden soll.
In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde mitgeteilt, die Stadt habe das Anwesen gekauft. Das Gebäude soll abgerissen werden und der Stadtwall fortgeführt werden, sagte Bürgermeister Thomas Memmel (CSU). „Mit dieser Maßnahme soll der nördliche Altstadteingang aufgewertet und ein Aufenthaltsplatz in der Nähe zum Festplatz geschaffen werden“, erklärte der Bürgermeister.
Mit den Planungen für die Neugestaltung ist der Landshuter Architekt Karl Sperk beschäftigt, der seit vielen Jahren die Sanierung der Altstadt betreut. Er stellte in der Sitzung klar, dass der Abbruch des Anwesens und die Neugestaltung des nördlichen Altstadteingangs lediglich das Grundstück Fronfischergasse 2 betreffe, auf dem der Schrödl-Bauernhof steht. Geplant sei ein Wallkopf ähnlich dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dieser Wallkopf soll den Eingang in die historische Altstadt markieren. Früher stand hier das Nordtor, aktuell endet die Wallanlage abrupt an dieser Stelle.Sie könnte durch den Abbruch des Schrödl-Anwesens fortgesetzt werden.
Ein Ort mit viel Symbolik für die Stadt
Auf dem Wallkopf könne wie auf der gegenüberliegenden Seite ein Rondell als Platz zum Verweilen entstehen. Außerdem könne man, schlug Sperk vor, ein bronzenes Modell der Altstadt installieren, um die Wittelsbacher‘sche Stadtgründung zu würdigen und Touristen wie Einheimischen einen Überblick über die Altstadt zu geben. Dieses Stadtmodell wäre außerdem ein Pendant zum Denkmal für die Städtepartnerschaft mit Recoaro Terme, das sich auf der anderen Seite des Stadtwalls befindet.
Weiter wies der Städteplaner auf die besondere Bedeutung dieses Teils der Innenstadt hin. Es gehe nicht nur um eine Erinnerung an das frühe Nordtor und die Fortsetzung des Wiederaufbaus der Wallanlage. Es gehe auch darum, deutlicher zu zeigen, warum die heutige Altstadt einst genau hier gegründet worden war.
„Wir befinden uns hier beim Anwesen Fronfischergasse 2,30 Meter über dem Donauvorland auf einer Landzunge“, stellte Sperk fest. Damit sei die Stadt sicher vor Hochwassern der Donau gewesen. Vom neuen Wallkopf, so Sperk weiter, könne man eine Anbindung an die Birkenallee und zum Donauvorland schaffen. Die Birkenallee findet sich auch auf alten Ansichten von Neustadt a.d. Donau.
Einwände und Fragen zu dem Projekt, dass noch in diesem Jahr begonnen werden soll, gab es keine. Einzig Stadtrat Stefan Wagner (SPD) meldete sich und lobte das Vorhaben.

Bürgermeister Memmel betonte, dass es für die Ausführung wichtig sei, den Wallkopf gespiegelt abzubilden. Wichtiger sei es derzeit jedoch, den Kreisverkehr am südlichen Ende der Altstadt zu bauen. Außerdem wies Memmel auf die Kosten für das Vorhaben am nördlichen Ende hin. Da müsse man noch nachdenken, meinte er.
Befestigung schützte auch vor Banden und Dieben
Die Erneuerung des Stadtwalls wird in Neustadt a.d. Donau seit mehreren Jahrzehnten vorangetrieben. Zum Stadtwall gehörte einst auch eine Mauer. Die Mauer schützte vor Strauchdieben und umherziehenden Söldnerbanden. Mit einer Mauer ließ sich aber auch einer Belagerung standhalten. Für Neustadt wird eine Stadtmauer erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1338 genannt. Spätestens 1350 war Neustadt von einer Ringmauer vollends umschlossen.
Hinter Graben und Wall, der sich bis heute weitgehend erhalten hat, erhob sich früher die Stadtmauer. In der oberen Hälfte lief ein hölzerner Wehrgang mit Dach an der Mauer entlang. Von dieser Info-Stele aus sehen Sie in Richtung Altstadt die heute noch erhaltenen Stadtmauerteile südlich des Rundturms.
