Bau eines Batteriespeichers in Rieden möglich – Firma Enerpeak GmbH stellte Projekt vor

Von Michael Rabenhofer · 27. März 2026 um 19:00

Die Riedener Marktgemeinderäte bekamen in der vergangenen Sitzung ein Batteriespeicherprojekt von der Firma Enerpeak GmbH vorgestellt. Es ist nicht das erste Vorhaben der Firma mit Sitz in München.

Manfred Graf von Enerpeak informierte über die Pläne im Riedener Rathaussaal. Unter anderem in Etzenricht, Arzberg oder Künzing treibt das Unternehmen Projekte für Batteriespeicheranlagen voran. Die Anlage in der Marktgemeinde Rieden soll östlich des Ortes Richtung Reindlhof entstehen.

In der Sitzung wurden noch keine Entscheidungen getroffen. Zunächst sollte das Vorhaben vorgestellt werden und eine Stimmungsabfrage im Marktratsgremium erfolgen, ob man sich einen Batteriespeicherstandort in Rieden vorstellen kann. „Warum Rieden?“, fragte Marktgemeinderat Jürgen Färber (CSU) bei Graf nach. Einen knappen Kilometer von der Schubertstraße entfernt befindet sich die bestehende Hochspannungsleitung, die auf Riedener Gemeindegebiet einen entscheidenden Knick Richtung Schwandorf macht. Dieser Knickmasten sei ein wichtiger Baustein für die Idee eines Batteriespeichers an Ort und Stelle.

Pachtflächen sind bisher landwirtschaftlicher Grund

Hier könne die Firma laut Graf ideal an die Leitungen des Hochspannungsnetzes anschließen. Der Firmenvertreter untermauerte die Vorstellung mit etlichen Zahlen. So sollen die Batteriespeicher in Containerbauweise entstehen samt Wechselrichtereinheiten und Trafostationen. Bis jetzt handelt es sich bei den Pachtflächen um landwirtschaftlichen Grund, für das Projekt sollen 1,5 bis zwei Hektar verwendet werden. An Speicherkapazitäten sollen 120 Megawatt möglich sein.

Mit solchen Batteriespeichern wird Strom vom Netz genommen und gespeichert, etwa wenn Überproduktion in der Mittagszeit vorliegt. Dies kann vorkommen, wenn etwa Photovoltaikanlagen hohe Einspeiseleistungen erbringen. In der Nacht kann dann der gespeicherte Strom wieder ins Netz abgegeben werden, wenn wenig Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird. „Solche Stromspeicher dienen auch der Netzstabilität und der sicheren Stromversorgung“, so Graf.

Rentabel wird so ein Einspeisevorgehen, wenn an der Strombörse die Preise täglich schwanken und eben zum Abgabezeitpunkt ins Netz höher sind als beim Herausnehmen. Das Projekt beläuft sich auf rund 50 bis 60 Millionen Euro. Läuft alles nach Plan, kann die Anlage 2029 in Betrieb genommen werden. Äußerst wichtig für den Markt Rieden war die Aussage von Graf, dass der Kommune durch solch eine Batteriespeicheranlage bei den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen Gewerbesteuereinnahmen von bis zu zwei Millionen Euro jährlich winken würden.

Lautstärke bleibt unter 70 Dezibel

Emissionen durch Lärm seien laut dem Firmenvertreter nicht zu befürchten. Die Anlagen enthalten Kühlgeräte, die direkt am Container eine Lautstärke von 70 Dezibel entwickeln, aber bereits in 200 Metern Entfernung nicht mehr richtig zu hören seien.

Bürgermeister Erwin Geitner (CSU) wies darauf hin, dass es für den Markt wichtig sei, dass keine Kosten für den gemeindlichen Haushalt entstehen dürften. Hier wurde von Graf auf den städtebaulichen Vertrag hingewiesen, der eine Kostenübernahmeerklärung durch die Firma Enerpeak GmbH enthalten wird. Die Kosten für Erschließung und Planung werden von der Firma getragen. Die Hoheit im Bauleitverfahren liegt beim Markt Rieden.

Zum Thema Brandschutz fragte FW-Rat Helmut Bauer, ob für die örtlichen Feuerwehren spezielles Material oder Schulungen notwendig seien. Dies verneinte Graf. Die Anlagen seien hermetisch nach außen abgeriegelt und haben automatische Löscheinrichtungen. Zu guter Letzt wünschte sich Geitner vom Firmenvertreter, dass man das Projekt Batteriespeicher nicht isoliert sehen dürfe. „Wir haben in Rieden mit dem geplanten Solarpark in Kreuth ein weiteres Vorhaben, dass man doch mit einem solchen Batteriespeicher verknüpfen könnte“, so der Bürgermeister. Graf zeigte sich hierfür aufgeschlossen.

Gremium steht der Sache positiv gegenüber

Nach der Vorstellung und den Fragestellungen erklärte das Marktratsgremium einstimmig, dem Projekt positiv gegenüberzustehen. Damit kann für folgende Sitzungen der erste rechtliche Schritt gegangen werden. Es bedarf einer Einleitung des Bauleitplanverfahrens samt Änderung des bestehenden Flächennutzungsplans, welche der Marktrat beschließen würde.

Zudem muss zwischen Gemeinde und Vorhabensträger ein städtebaulicher Vertrag mit Kostenübernahmeerklärung seitens der Enerpeak GmbH abgeschlossen werden. Sind diese Schritte getan, erfolgt vom Vorhabensträger ein Netzantrag beim Netzbetreiber.