Droht neuer Leerstand in Schwandorf? Galerie schließt, doch Hoffnung bleibt

Für Kunstliebhaber aus der Region ist es eine schlechte Nachricht: Die „Galerie am Markt – M 17“ schließt. Voraussichtlich zum 30. April werden dort die Lichter ausgehen. Das wäre ein herber Verlust für die hiesige Kunstszene, die einen Anlaufpunkt an prominenter Stelle am Schwandorfer Marktplatz verlieren würde. Doch bevor womöglich ein neuer Leerstand in der Innenstadt droht, bleibt ein Hoffnungsschimmer.
Unterschiedliche zeitgenössische Künstler – insbesondere Schwandorfer – haben in der Galerie seit der Eröffnung im Jahr 2016 ihre Werke präsentiert. „Damit haben wir vielen den Einstieg in die Kunstszene und den Zugang zu den Schwandorfer Kunstinteressierten ermöglicht“, schreibt Reiner Janka, der die Galerie zusammen mit seiner Frau Rosemarie betrieben hat, in einer Pressemitteilung.
Dabei habe man im Laufe der Zeit ein Niveau erreicht, das dem anderer Galerien, zum Beispiel in Regensburg, gleichwertig gewesen sei. „Die Vernissagen waren immer gut besucht und ausgesprochen angenehme und informative Veranstaltungen“, blickt Janka in der Mitteilung zurück. Insgesamt seien 27 Ausstellungen organisiert und durchgeführt worden.
Nun sieht der Betreiber aber die Zeit gekommen, um seine „langjährigen Bemühungen, einen Beitrag zur Kultur in Schwandorf zu leisten“, zu beenden. Für den Schritt nennt er in seiner Pressemitteilung mehrere Gründe.
Einerseits habe sich seit geraumer Zeit die Kunst- und Künstlerszene fast inflationär ausgeweitet, und andererseits sei auf dem Kunstmarkt allgemein „eine gewisse Eintrübung wahrzunehmen“. Es werde eine zunehmende Zahl an Bildern erzeugt, doch diese würden zum Teil wenig ansprechend präsentiert.
Aber auch die Nachfrage spielt eine Rolle. „Der Kunstmarkt unterliegt aktuell einer relativ starken Kaufzurückhaltung“, teilt Reiner Janka mit. Das schreibt er auch der Verunsicherung der Wirtschaft und einem veränderten Konsumverhalten zu. „Wir haben die Galerie zehn Jahre lang mit großer Freude betrieben, können jetzt aber auch ohne Zwang loslassen“, teilt Janka mit.
Gleichzeitig mit der Ankündigung der Einstellung des Galeriebetriebes möchte er jedoch an alle Künstler und Künstlerinnen sowie Kunstbegeisterte und Gönner einen Appell richten, beziehungsweise eine Überlegung anregen. „Vielleicht finden wir eine Nachfolgelösung, die für die Stadt Schwandorf bereichernd wäre?“, fragt der derzeitige Inhaber in seiner Presseerklärung.
Er hofft darauf, dass auf diese Weise die Kunstszene in Schwandorf weiterhin mit einem Galeriebetrieb in diesen Räumlichkeiten erhalten werden kann. „Denkbar wäre auch, dass ein Kunstverein übernimmt“, sagte er auf Nachfrage der MZ. Solche Beispiele gebe es auch in Kallmünz oder Regensburg.
Bilder der aktuellen Ausstellung von Gabi Röckl, aber auch andere können laut Janka derzeit noch erworben werden.