Wenn Frauen und Teenager belästigt werden: Ein Safe Room für das Chamer Volksfest

Ein Streit eines Paares um den Autoschlüssel artet aus, ein junges Mädchen wird beim Autoscooter von einer Gruppe Jungs belästigt – wenn Frauen oder Mädchen sich auf dem Chamer Volksfest nicht mehr sicher fühlen, können sie sich künftig in den Safe Room retten. Dort finden sie Hilfe.
Die Idee zur Einrichtung eines solchen sicheren Raumes sei nach dem letzten Volksfest vergangenes Jahr gekommen, sagt Christian Plötz. Der Präsident des Chamer Volksfestvereins weiß von einigen Vorfällen, die die Verantwortlichen zum Handeln gebracht hätten. „Da, wo sich hunderte, tausende Leute gemeinsam bewegen, kommst du an dem Thema Sicherheit nicht vorbei“, sagt Plötz.
Jedes Jahr gibt es einige Vorfälle auf dem Chamer Volksfest
Jedes Jahr gebe es auf den Festen einige Vorfälle, sei es nach einem Partnerschaftsstreit oder mit jungen Mädchen, die mit 15, 16 oder 17 Jahren auch schon oft allein ohne Eltern unterwegs seien. „Da reicht es, wenn ein Geldbeutel oder ein Schlüsselbund verloren wird, dass ein Streit eskaliert“, beschreibt Plötz Situationen, in denen der Schutzraum eine Anlaufstelle bieten kann. In der Konsequenz habe der Festverein beschlossen, das Thema anzugehen – das im Übrigen aktuell und drängend wie nie sei, findet Plötz.
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„Der Safe Room ist auch nicht nur für Frauen da“, betont Plötz. Auch Kinder, Teenager und jeder, der sich nicht sicher fühlt, finden dort Zuflucht. „Wir hatten auch schon erlebt, dass eine Mutter handgreiflich wird, wenn das Handy verloren gegangen ist“, erinnert sich der Volksfest-Präsident.

Bei einem Sicherheitskoordinationsgespräch des Volksfestvereins mit der Polizei und einem privaten Sicherheitsexperten habe man die Idee vergangene Woche festgezurrt. Der Safe Room wird gegenüber dem Haupteingang im ersten Stock des Veranstaltungsgebäudes eingerichtet. Dort sind neben den Toiletten auch die Anlaufstellen für BRK, Security und Polizei , so dass Schutzsuchende auch gleich die richtigen Ansprechpartner haben, wenn sie das wollen. „Der Safe Room wird noch gemütlich hergerichtet, sodass sich die Leute dort wohlfühlen, wo aber auch Gespräche geführt werden können.“
Wichtig: „Der Safe Room wird noch deutlich gekennzeichnet werden, damit ihn auch jeder schnell findet.“
Dass der Safe Room eine ziemlich gute Idee ist, findet man auch bei der Chamer Polizei. Ein Sprecher betont zwar: „Es hat in der Vergangenheit keine so schlimmen Vorfälle gegeben, dass ein solcher Schutzraum dringend notwendig wäre, aber sinnvoll ist er auf jeden Fall.“ Dort, „wo Alkohol fließt und viele Menschen zusammenkommen“, passierten eben leider auch immer wieder Dinge, die einen Safe Room erforderlich machen könnten. „Mittlerweile ist das in vielen Bereichen Usus.“
Es ist im Notfall stets ein Ansprechpartner da
Dadurch, dass der Raum direkt beim Treffpunkt beziehungsweise Info Point beim Haupteingang eingerichtet wird, sei auch stets ein Ansprechpartner da.
Dort können sich künftig übrigens auch alle Eltern hinwenden, die ihre Kinder suchen, wenn sie verloren gegangen sind – etwas, was jedes Jahr ebenfalls ein paarmal vorkommt, weiß Plötz. Eine feste Stelle, wo Kinder auf der Suche nach ihren Eltern hingebracht werden können, mache Sinn, ist der Volksfest-Präsident überzeugt.
Das bietet ein Safe Room
• Hilfe in Notlagen: Unterstützung bei sexuellem Übergriff, Belästigung, Bedrohung oder wenn Besucherinnen sich unsicher fühlen.
• Praktische Hilfe: Unterstützung bei Verlust von Handy/Handtasche, Organisation des Heimwegs oder Kontaktaufnahme zu Freunden.
• Schutzraum: Ein ruhiger Ort, um sich zu erholen oder Hilfe zu suchen, besonders nach Gewalterfahrungen.