Nach Polizei-Großeinsatz in Sinzing: Verdächtige auf frischer Tat gefilmt

Von André Baumgarten · 24. März 2026 um 18:00

Hinter dem vermeintlichen Einbruch in einem Haus im Sinzinger Ortsteil Alling (Kreis Regensburg) steckt wohl eine Betrüger-Bande. Ein Deutscher und ein Franzose sind am Dienstag beim Amtsgericht vorgeführt worden. Der in Hessen zugelassene VW Golf der Männer wurde sichergestellt. Die Kripo ermittelt – was bislang bekannt ist.

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Zig Polizeistreifen, ein Hubschrauber über Alling: In dem Sinzinger Ortsteil herrschte am Montagnachmittag Ausnahmezustand. Mittlerweile ist klar: Es war kein Einbruch, zu dem die Polizei alarmiert wurde, sondern ein offenbar geschickt eingefädelter Callcenterbetrug. Zwei junge Männer (19 und 25 Jahre alt) wurden gefasst. Sie sitzen ODER Einer von ihnen sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft, wie Polizeisprecher Jonas Krauß auf MZ-Nachfrage bestätigte.

Via Notruf war die Einsatzzentrale der Oberpfälzer Polizei am Montag gegen 13.50 Uhr informiert worden. Gemeldet wurde ein Einbruch in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus unmittelbar an der Labertalstraße. Sofort rückten mehrere Streifenwagen an und konnten am Tatort auch zwei junge Männer festnehmen.

Großfahndung nach weiteren Täter per Polizei-Hubschrauber

Zunächst sei noch unklar gewesen, wie viele Tatverdächtige beteiligt waren, so Krauß. Daher sei eine Großfahndung samt Unterstützung aus der Luft angelaufen. Für einige Zeit kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Gebiet, während Ermittler auf einem neben der Staatsstraße gelegenen Weg einen VW Golf mit einem Kennzeichen aus Hessen durchsuchten.

Im Verlauf der Ermittlungen verdichteten sich dann erste Anhaltspunkte, dass die Männer wohl in die Wohnung gelassen worden sein könnten. Eine Nachbarin soll ihnen die Tür mit einem Ersatzschlüssel geöffnet haben. Sie war offenbar von dreisten Callcenterbetrügern getäuscht worden, die „vorgaben, von der Kripo zu sein“, erklärte Krauß. Im Inneren der Wohnung wurden die Männer fündig – es gehe um Schmuck und Bargeld in einem mittleren fünfstelligen Bereich, bestätigte der Polizeisprecher.

Bei dem Großeinsatz am Montag wurden Streifenwagen aus der gesamten Umgebung zusammengezogen. Das Auto der mutmaßlichen Täter (re.) wurde sichergestellt. - Foto: Pilz/Archiv

Davon gekommen seien die Tatverdächtigen damit jedoch nicht. „Wir konnte die Beute sicherstellen“, sagte Kraus. Die Großfahndung, an der Beamte nahezu aller umliegenden Dienststellen und des Einsatzzuges beteiligt waren, wurde wenig später wieder eingestellt. Dass es weitere Täter gebe, habe sich nicht bestätigt. Womöglich beruhte das auf der Erstinformation, basierend auf Aufnahmen einer Überwachungskamera in der Wohnung. Bestätigt wurde das aber nicht.

Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehle gegen die Männer

Fest steht: Die Männer, die ins Netz gingen, wurden am Dienstagnachmittag den zuständigen Ermittlungsrichtern beim Amtsgericht in Regensburg vorgeführt. Die erließen Haftbefehle gegen den Deutschen (25) und seinen sechs Jahre jüngeren mutmaßlichen Komplizen mit französischer Staatsangehörigkeit. Ermittelt werde, so die Polizei, wegen des Verdachts eines Betrugs gegen die zwei Männer.

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„Das für deliktsübergreifende Kriminalität zuständige Fachkommissariat der Kripo in Regensburg hat die Ermittlung übernommen“, betonte Krauß. Weitere Details könne man daher aktuell nicht preisgeben.