Reha-Klinik in Berching will eine der größten Geriatrien Bayerns werden

Von Bernhard Neumayer · 24. März 2026 um 19:00

Für „16 bis 18 Millionen Euro“ vergrößert Vitrea die Reha-Klinik in Berching, sagt der Geschäftsführer. Er stellt vor, was geplant ist und wie nicht nur Patienten aus dem Landkreis Neumarkt profitieren können.

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Im November machte die Berchinger Reha-Klinik Schlagzeilen, weil sie ihre 28 Wohnungen des Betreuten Wohnens komplett auflöst. Jetzt erklären der Geschäftsführer und die Ärztliche Direktorin, wo die Bewohner nun unterkommen und wie sehr sie an den Standort Berching glauben.

Als die Bewohner des Betreuten Wohnens Mitte November ihr Kündigungsschreiben erhalten haben, war das für viele ein Schock. Doch die meisten haben mittlerweile ein neues Zuhause gefunden, wie Vitrea-Geschäftsführer Hannes Baderschneider im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Ein Großteil sei im neuen Betreuten Wohnen in Postbauer-Heng unterkommen. Acht Bewohner lebten jetzt noch in Berching. Vier davon werden laut Baderschneider bis Ende April ausziehen, von den anderen vier habe er noch keine genaue Information.

Haus A der Berchinger Reha-Klinik, in der unter anderem der Empfang untergebracht ist, bleibt von den Umbaumaßnahmen unberührt. - Foto: Bernhard Neumayer

Mit dem Ende des Betreuten Wohnens startet ein neuer Abschnitt der Reha-Klinik, die vielen Einheimische noch unter den Namen Helios oder Vamed abgespeichert haben. Nach dem Zusammenschluss mit den Paracelsus-Kliniken firmiert sie unter dem Namen Vitrea. Auswirkungen auf den Standort und die Patienten habe das aber keine, sagt Baderschneider – im Gegensatz zu dem geplanten Umbau.

Klinik in Berching: Zuerst wird umgebaut, dann das Gebäude aufgestockt

In den nächsten drei Jahren soll die Klinik deutlich erweitert werden. Das passiert in zwei Stufen: Zuerst werden die Wohnungen des Betreuten Wohnens in Räume für die geriatrische Reha umgebaut. Danach soll dieses Gebäude um ein Obergeschoss aufgestockt werden. Wie teuer das letztlich wird, kann Baderschneider noch nicht sagen. Er rechnet in Summe aber mit „16 bis 18 Millionen Euro“, die Vitrea in den Standort Berching investiert. Die Bauanträge sollen „diese oder nächste Woche“ eingereicht werden.

Mit dem Umbau geht eine grundlegende strategische Entscheidung einher: Das Betreute Wohnen wird am Standort aufgegeben. Stattdessen konzentriert sich die Einrichtung vollständig auf ihr Kerngeschäft, die geriatrische Rehabilitation. „Hier sehen wir extremes Wachstumspotenzial“, erklärt der Geschäftsführer.

Anzahl der Betten in Berching wird fast verdoppelt

Die Anzahl der Betten soll mit dem Umbau nahezu verdoppelt werden – von 77 auf 150. Die Nachfrage nach Zimmern sei hoch, sagt Tanja Götz, die Ärztliche Direktorin. Alle Plätze seien belegt. „Wir haben eine Liste mit einer Wartezeit von zwei bis drei Wochen“, sagt Götz. Baderschneider ist sich sicher, dass auch die 150 Betten belegt sein werden. Die Patienten kommen heute schon weit über die Landkreisgrenze hinaus nach Berching.

Vitrea baut Personal in Berching massiv aus

Der Geschäftsführer weiß aber auch, dass das Pensum nach der Erweiterung nicht von den aktuell rund 130 Mitarbeitern in Berching zu stemmen ist. Baderschneider rechnet damit, dass er dann 50 Vollzeitkräfte mehr benötige. Vitrea sucht deshalb schon jetzt Personal. Aktuell läuft eine Recruiting-Kampagne für den therapeutischen Bereich. „Aber wir suchen in allen Bereichen“, sagt Baderschneider. Therapie, Pflege, im ärztlichen Bereich sowie Küchen- und Reinigungskräfte.

Wir wollen eine der größten Geriatrien Bayerns werden.Hannes Baderschneider, Vitrea-Geschäftsführer in Berching

Die Investition sei ein klares Bekenntnis zum Standort, sagt Baderschneider. Der Geschäftsführer strebt an, dass Berching nach der Erweiterung eine der größten geriatrischen Einrichtungen in Bayern ist. Er bezieht seine Aussage auf die Anzahl der Betten. Mit dann 150 wird Vitrea mit Berching im Konzert der Großen im Freistaat mitspielen. In Sonthofen im Allgäu gibt es eine Reha-Klinik mit aktuell 114 Betten. Und mit 190 Betten beansprucht die Klinik Wartenberg im Landkreis Erding derzeit für sich, die größte Einrichtung für Geriatrie in Bayern zu sein.

So groß wird Berching zwar nicht. Aber die Klinik wächst weiter.

Reha-Klinik in Berching feiert 2026 Jubiläum

• Gründung: Früher war am Standort der Reha-Klinik das Berchinger Krankenhaus. 1996 startet die eigentliche Geschichte der Reha-Klinik. Vor 30 Jahren wird sie eröffnet. Zum Start gibt es 52 Betten und 65 Mitarbeiter. Später wurde die Pflegeeinrichtung mit 27 Plätzen eröffnet. In der Residenz entstand das Betreute Wohnen, das nun aufgelöst wird.

• 2016: Vor zehn Jahren hat die Klinik das Pflegeheim in eine weitere Rehastation mit 25 Plätzen umgewandelt.

• Geburtstag: Am 27. Juni 2026 feiert die Berching Reha-Klinik, die früher Helios, dann Vamed und nun Vitrea heißt, 30-jähriges Bestehen. Am Vormittag können alle Besucher die Klinik besuchen. Am Nachmittag ist ein Festakt für geladene Gäste geplant.