Der Start ins neue Leben als künftiger Oberbürgermeister von Regensburg

Montagnachmittag, kurz vor 15 Uhr. Thomas Burgers etwas heiserer Stimme ist anzuhören, was seit Sonntagabend los war. Regensburgs neuer Oberbürgermeister stand schließlich im Zentrum der großen Party der Regensburger SPD. Und jetzt ? Jetzt ist der erste Tag in seinem neuen Leben. Der Mittelbayerischen hat er erzählt, was als Nächstes ansteht.
Im Café Schierstadt in Stadtamhof war am Sonntag gefeiert worden. Erst so um Mitternacht habe es sich dort langsam aufgelöst. „Die meisten müssen am Montag ja auch arbeiten“, erzählt Burger. Für ihn war das Heimkommen aber gar nicht so leicht. Draußen vor dem Lokal sei er nämlich gleich wieder einigen Gratulanten begegnet – und Burger habe sich auch für sie „natürlich etwas Zeit genommen“, wie er sagt.
„Bin eher so der klassische alkoholfreies Bier-Trinker“
Am Montag, da werde er erst einmal richtig ausschlafen, hatte er am Stichwahlabend angekündigt. Er sei in der Nacht auch gut zur Ruhe gekommen, erzählt er der Mittelbayerischen am Montag. „So etwa gegen acht Uhr“ ist er raus. Ein ausuferndes Frühstück gab es allerdings nicht. „Ich bin nicht so der ganz große Esser am Morgen.“ Ein Kaffee und „etwas Kleines dazu“ – das habe ihm auch am ersten Morgen als neuer Oberbürgermeister völlig gereicht. Auch am Abend zuvor sei es nicht ausgeufert. Er sei abends sowieso eher der „klassische alkoholfreies Bier-Trinker“, erzählt er mit einem Lachen: „Gut, zum Anstoßen gab es am Sonntag ein Glas Sekt, das schon.“
Ansonsten scheint im Rahmen des Gratulations-Stakkatos aber wohl alles rasend schnell rumgegangen zu sein. Burger bezeichnet sich selbst als großen Musik-Fan. Dazu, dass er sich einen Lieblingssong gewünscht hätte, kam er wegen all der Gespräche nicht, erzählt er. Und getanzt wurde aus Platzmangel auch nicht: „Es war einfach zu voll dort.“
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Beim Empfang der Stadt im Marina Forum und bei der Party in der Schierstadt waren auch zwei seiner drei Töchter mit dabei. Nur die älteste, die sei derzeit nicht da, weil sie in den USA ist. Dass die Familie mitfeiert, „das war mir sehr wichtig, natürlich“. Er sei von ihr schließlich im Wahlkampf ungeheuer unterstützt worden. Die Videos der „Papa, sag mal...“-Serie mit seinen Töchtern wurden stadtbekannt. „Und das war ja auch kein Werbegag. Sie sind auf mich zugekommen, ob wir das machen wollen. Das hat mich sehr gefreut.“
„Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, wie viele sich mit einem freuen.Thomas Burger
Gefreut haben dürfte sich Burger auch über eine Zahl, die am Montagmorgen auf seinem Handy aufleuchtete. Schon in der Früh seien „so etwa 450 WhatsApp-Nachrichten“ da gewesen. Und dabei habe es auch ein paar von Personen aus dem privaten Umfeld gegeben, „bei denen ich gar nicht dachte, dass es so eine enge Verbindung ist. Das hat mich schon positiv überrascht.“ Auch frühere Arbeitskollegen hätten sich zum Beispiel gemeldet: „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, wie viele sich mit einem freuen.“
In den kommenden Tagen stehen für Burger nun wichtige Dinge an. Etwa Gespräche mit seinen Vorgesetzten bei der Schaeffler AG in Regensburg. Dort ist er als Manager im Bereich der technischen Compliance tätig. Nun aber nicht mehr lange. Dass er als Oberbürgermeister kandidiert, hatte er bereits hinterlegt, demnächst werde es Gespräche über einen Auflösungsvertrag geben. Und am 4. Mai startet Burger dann offiziell als neuer Chef der Stadtverwaltung. Was hat er da als allererstes geplant? Was will er gleich am ersten Tag angehen? „Ich will erst einmal in die persönlichen Kontakte rein. Mit den Menschen dort reden und mir ein Bild machen.“
Was kommt in sein neues Büro im Alten Rathaus rein?
Er habe „natürlich einige Dinge im Kopf, aber das werde ich erst mit den Menschen dort besprechen und nicht vorher öffentlich machen“. Er sei nämlich keiner, „der da jetzt reingeht und sagt: Ich weiß alles schon“. Ähnlich Schritt für Schritt will er bei der Einrichtung des Oberbürgermeister-Büros im Alten Rathaus vorgehen. Dieses kenne er ganz gut, sagt er mit einem Lachen. Ob er seine Vorgängerin, SPD-Parteifreundin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, darum bitten wird, etwas von ihr drin stehen zu lassen? Das könne er noch gar nicht beantworten, sagt Burger. Er wolle den Raum erst noch einmal in Ruhe auf sich wirken lassen – und dann entscheiden.
In Sachen Outfit hält sich Burger für seinen neuen Posten übrigens ebenfalls alle Optionen offen. In den vergangenen Jahren war er meist mit Anzug und Hemd zu sehen. „Allerdings habe ich früher auch Krawatte gerne getragen.“ Hier habe sich seiner Meinung nach aber der Zeitgeist geändert, auch in vielen Unternehmen sei ein Binder längst nicht mehr Pflicht. Deswegen werde er das je nach Anlass „flexibel gestalten“.