Beliebtester Bürgermeister im Bezirk: Was Michael Schwarzfischer in Walderbach weiter vorhat

Etwas ungläubig saß Michael Schwarzfischer vor den Ergebnissen der Kommunalwahl: Dass er als Bürgermeister Walderbachs (Landkreis Cham) mit einem deutlichen Ergebnis wiedergewählt werden würde, stand angesichts fehlender Gegenkandidaten quasi fest, das Ergebnis verblüffte den Freien Wähler aber dann doch: Mit 98,3 Prozent holte er den besten Wert im gesamten Bezirk Oberpfalz.
„Ich habe mich unglaublich gefreut, das ist eine tolle Bestätigung der Arbeit in den vergangenen sechs Jahren und bringt mir viel Motivation“, erzählt Schwarzfischer im Rathaus, in dem er auch in der kommenden Legislaturperiode viel Zeit verbringen wird. Er habe auf ein Ergebnis mit einer „Neun vorne“ gehofft, berichtet er, mit diesem Wert habe er aber nicht gerechnet. 1354 gültige Stimmen entfielen auf ihn, nur 20 Wähler schrieben einen anderen Namen auf den Stimmzettel.
Wir sind im Gemeinderat schnell zu einer Einheit geworden.Michael Schwarzfischer
„Das zeigt schon, dass nicht so viel falsch gelaufen sein kann“, freut sich der Bürgermeister, der dadurch gestärkt in seine zweite Legislaturperiode gehen kann. Es sei aber nicht alleine sein Verdienst, dass viele Projekte umgesetzt werden konnten, unterstreicht Schwarzfischer und betont die sehr gute Zusammenarbeit im Gemeinderat. „Wir sind sehr schnell zu einer Einheit geworden, haben eine sehr gute Stimmung, es gibt auch keinen Fraktionszwang“, erzählt er. Ebenso sei vieles nur möglich, weil es im Ort auch zahlreiche engagierte Vereine gäbe, die sich einbringen, betont er, nur gemeinsam könne etwas vorangebracht werden.
Sechs Listen, aber kein Gegenkandidat
So sei auch vorher klar gewesen, dass es keinen Gegenkandidaten geben wird, obwohl in der kleinen Gemeinde insgesamt sechs Listen an den Start gegangen sind. „Ich bekam relativ schnell das Signal, dass kein anderer antreten wird“, erzählt der Rathaus-Chef, was er auch als Bestätigung dafür sieht, dass es gemeinsam gelungen sei, gut für die Gemeinde zu arbeiten und auch die Vertreter der anderen Listen keinen Grund für eine Veränderung im Rathaus gesehen haben.
Woran das sehr gute Ergebnis für ihn liegen könnte? „Wir haben schon einiges erreicht in Walderbach in den letzten Jahren“, berichtet er und zählt auf. Der neu gestaltete Ortseingang in Richtung Reichenbach mit Aussichtsplattform auf den Regen, die Radwege, die ausgebaut wurden, die Tagespflege für Senioren und die Ansiedlung des neuen Edeka-Marktes fallen ihm unter anderen ein.
Edeka-Ansiedlung: „Glücksfall für die Gemeinde“
Vor allem Letzteres ist für einen Ort in der Größe von Walderbach ungewöhnlich. „Wir haben zuerst lange Verhandlungen mit Nahversorgern geführt“, erläutert Schwarzfischer, dass es letztlich mit Edeka ein Vollsortimenter wurde sowie mit Daniel Pirzer ein Einheimischer als Investor und Kaufmann sei „ein Glücksfall“, ebenso wie das Café beim Edeka, das gut frequentiert werde und auch für Radler und Wanderer ein willkommener Ort für eine Pause sei.
Einige Großprojekte stehen an
Auch freut den Bürgermeister, dass das Kreismuseum in Walderbach bald wieder eröffnet, „ein weiterer wichtiger Punkt für uns.“ Ebenso sei es gelungen, im ehemaligen Pirzer-Gasthaus eine Pizzeria zu eröffnen.
Für die kommenden sechs Jahre stehen in Walderbach erneut einige Großprojekte an. So soll ein Gebäude gegenüber des Rathauses abgerissen und so Platz geschaffen werden für eine neue Dorfmitte mit Aufenthaltsmöglichkeit. „Wir wollen so auch einen schöneren Eingangsbereich zum Klostergelände und dem Kreislehrgarten bekommen“, erklärt der Rathaus-Chef. Die Planungen für das Projekt laufen, der Abriss soll noch heuer vonstatten gehen. Im Ortsteil Dieberg steht mit der Sanierung und Erweiterung des Feuerwehr-Hauses ein weiteres Großprojekt an.
Altes Rathaus soll umgebaut werden
Ebenso soll die Sanierung des alten Rathauses in Angriff genommen werden, wo ein barrierefreier Sitzungssaal entstehen wird. Beim „Klosterblick“ steht ein weiterer Bauabschnitt an, in dem neben Wohnungen auch weitere Angebote einziehen sollen. Wenn der Bedarf gegeben sei, könnte auch ein weiteres Wohngebiet ausgewiesen werden, aktuell seien aber noch ein paar Parzellen zu haben, erläutert Schwarzfischer. Die Einnahmen aus Einkommens- und Gewerbesteuer seien auch sehr wichtig, um die geplanten Projekte finanzieren zu können, „alles kann man sich aber nicht leisten, wir müssen immer schauen, was geht, sind bisher aber gut gefahren“, sagt Schwarzfischer.
Nicht wie gewünscht gelaufen ist es dagegen beim Glasfaser-Ausbau im Hauptort, ähnlich wie auch in Schorndorf und Falkenstein. „Eigentlich hätte Leonet schon vor eineinhalb Jahren mit dem eigenwirtschaftlichen Ausbau anfangen sollen, bisher ist aber nichts passiert und wir als Gemeinde werden immer wieder vertröstet“, ist der Bürgermeister in diesem Punkt etwas frustriert. Als „Plan B“ habe sich die Kommune nun in das Förderprogramm des Landkreises aufnehmen lassen und plant, den Ausbau, der wichtig für Walderbach sei, eventuell mit Vodafone als Partner durchzuführen.