Mehr Lebensqualität ohne viel Geld - Das schlägt der Generationenbeirat vor

Von Jochen Dannenberg · 21. März 2026 um 19:00

Die Stadt soll lebenswerter werden. Dazu hat der neue Generationenbeirat jetzt seine ersten Vorschläge vorgelegt. Sie zeigen vor allem auch eines: Gutes muss nicht teuer sein.

So hat das Gremium in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses des Stadtrats u.a. einen neuen Treff in der Altstadt vorgeschlagen. Er soll in der Nachbarschaft der Stadtbücherei entstehen. Dort gibt es im Anschluss an den Durchgang neben der früheren Polizeiwache eine Wiese, die bisher allenfalls als Treff von Jugendlichen genutzt wird. Ganz willkommen sind die jungen Heranwachsenden an dieser Stelle nicht, sorgen sie doch zum Leidwesen der Nachbarn auch für Lärmbelästigungen und hinterlassen oftmals auch Müll auf der Wiese.

Die Idee des Generationenbeirats knüpft nicht nur räumlich an die Stadtbücherei an. „Die Stadtbücherei ist bereits ein Ort, an dem sich Menschen generationenübergreifend ohne Konsumzwang treffen können“, stellte Anja Kolb, stellvertretende Leiterin des Gremiums, in der Ausschusssitzung fest. Jedoch würden niederschwellige Orte in der Innenstadt fehlen, die Begegnungen zwischen allen Generationen „outdoor“ ermöglichten.

„Man kann mit kleinen Dingen viel erreichen“

Dafür böte sich der Außenbereich der Bücherei an. Hier könnten Sitzmöglichkeiten, aber auch Tische als Spielflächen für Spielbretter, eine Tischtennisplatte und ein Kicker aufgestellt werden. Benötigte Schläger, Bälle und anderes mehr könnte während der Öffnungszeiten in der Bücherei kostenfrei ausgeliehen werden. Die Kosten für dieses „Bücherei plus“ genannte Projekt belaufen sich auf rund 17.000 Euro. Die Nachbarschaft soll in die Umsetzung einbezogen werden.

Die Reaktionen im Ausschuss am Mittwochabend waren eindeutig. Eine „super Idee“, sagte Stadtrat Stefan Guttenberger (CSU), auch Edi Albrecht (SPD) lobte „Bücherei plus“ und Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) sagte: „Mir gefällt dieses Angebot sehr.“ Es zeige, „dass man mit kleinen Dingen viel erreichen kann“. Einstimmig votierte der Kulturausschuss anschließend für die Umsetzung von „Bücherei plus“.

Ebenfalls einstimmig wurde ein zweiter Vorschlag des Generationenbeirats beschlossen. Danach sollen öffentliche Trinkbrunnen am Stadtplatz in Neustadt nahe der Kirche St. Anna und am Gänselieslplatz in Bad Gögging errichtet werden. Der Zugang zu Trinkwasser begleite den Menschen als existenzielles Grundbedürfnis ein Leben lang und betreffe somit alle Altersgruppen, erklärte Martin Weber, Leiter des Generationenbeirats.

Auch am Gänselieslplatz in Bad Gögging soll ein Brunnen eingerichtet werden. - Foto: Jochen Dannenberg

Weiter sagte er: „Die Zahl der Hitzetage und sommerlichen Extremtemperaturen steigt spürbar an.“ Dadurch erhöhe sich das gesundheitliche Risiko für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich beeinträchtigte Personen. „Mit dem Trinkwasserprojekt setzt sich der Generationenbeirat für einen kostenlosen und niedrigschwelligen Zugang zu kühlem Trinkwasser für alle Neustädter Bürgerinnen und Bürger ein.“

Zur Technik erklärte Martin Weber, dass an ein Modell aus Edelstahl „in vandalismussicherer, stabiler Ausführung“ mit Spülintervallen, um einer Verkeimung vorzubeugen.

Die Bedienung soll über eine Sensortaste, also kontaktlos, erfolgen, wie Weber auf Fragen von Sabine Rieger (SPD) und Elke Wolf (WGMG) mitteilte. Der Abfluss werde über einen Gitterrost oder eine Rinne geführt.

Umweltministerium gewährt Zuschüsse für Brunnen

Bürgermeister Memmel lobte: „Damit bringen wir unser Trinkwasser mehr in die Öffentlichkeit.“ Angenehm fand er auch die Kosten. Frei nach dem Motto „Gut und günstig“ gibt es für die Trinkbrunnen nämlich Fördermittel des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Das Ministerium übernimmt 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bis zu einer Summe von 10.000 Euro pro Brunnen. Auf die Stadt kämen im Anschluss Kosten für z.B. Beprobungen und Laboruntersuchungen in Höhe von 560 Euro zu.

Nicht durchringen mochte sich das Gremium übrigens zur Schaffung von Brunnen mit Schwefelwasser im Kurort, die Edi Albrecht (SPD) vorgeschlagen hatte. Insofern hatte Karl Zettl (CSU) vor dem Aufwand bei der Beprobung gewarnt. Das sei mit viel mehr Aufwand als bei Trinkwasser verbunden, betonte Zettl.

Die Grünfläche neben der Stadtbücherei soll ein Treff für alle Generationen werden. - Foto: Jochen Dannenberg