Handel und Gewerbe geplant: Bringt der Grüneißl-Neubau eine Drogerie in die Chamer Innenstadt?

Das alte Gebäude ist noch nicht einmal abgerissen, da weckt der künftige Neubau schon große Erwartungen in der Stadt. Auf dem Grüneißl-Gelände zwischen Floßhafen und Fuhrmannstraße könnte entstehen, was weichenstellend für die Zukunft der Innenstadt ist, sind sich Bürgermeister Martin Stoiber und Bauherr Josef Rädlinger einig.
Seine Hoffnung äußerte Stoiber dabei in der jüngsten Stadtratssitzung: Bei den rund 10 000 Quadratmetern Nutzfläche, die durch den Bau entstehen, wäre doch Platz für Gewerbe, das die Nahversorgung der Altstädtler weiter verbessern könnte. Stoiber wollte dabei die bestehenden Händler nicht brüskieren, machte er deutlich: „Wir sind froh um die, die wir derzeit in der Innenstadt haben.“
Lebensmittelläden in der Kernstadt wichtig
Die beiden Lebensmittelmärkte in der Kernstadt seien auch wichtig, um die aktuelle Versorgung der Innenstadt-Bevölkerung wohnortnah zu sichern. Doch wenn sich mit dem Grüneißl-Neubau weitere Möglichkeiten eröffneten, würde das sehr begrüßt. „Eine Drogerie wäre toll“, so die Meinung Stoibers.




Über zehn Jahre ist es her, dass mit der Pleite der großen Kette Schlecker der letzte Drogeriemarkt aus der Innenstadt verschwand. Auch die Lebensmittelmärkte am Steinmarkt und im Untergeschoss des heutigen Modehauses Frey am Marktplatz sind längst Geschichte, ebenso wie das Feinkostgeschäft Dirscherl, das vom „S’Kracherl“, einem regionalen Spezialitätengeschäft abgelöst wurde, das inzwischen ebenfalls dauerhaft geschlossen hat und Raum für ein Tagescafé machte.
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„Ein größerer Supermarkt oder eine Drogerie täte uns aber gut“, sagt Stoiber – die Entwicklung der Innenstadt Chams hin zu einer Wohnstadt habe längst begonnen und werde sich weiter fortsetzen. Allein im Grüneißl-Neubau werden auf knapp 6000 Quadratmetern neue Wohnungen entstehen. Durch weitere Händler im Bereich Lebensmittel oder Drogerie hofft Stoiber auch auf eine weitere Belebung der Altstadt.
Lockt der geplante Bau weitere Investoren an?
Dem Trend entsprechend setzt Rädlinger auch auf neuen Wohnraum am Rande der Altstadt. „Gleichzeitig wollen wir das Gebäude auch mit Gewerbe, Dienstleistungen und Handel füllen für die Menschen, die da sind.“ Rädlinger erklärte seine Vision für den von ihm 2022 erstandenen Gebäudekomplex auch kürzlich den Stadträten: „Wir wollen dieses zentrale Gebäude in der Stadt zu etwas entwickeln, was der Stadt guttut und sie weiterbringt.“

Derzeit sorgen der Rewe Nahkauf-Markt der Familie Haberl, der Biomarkt Denn’s im Brunnenhof und der Markt Adam in der Rosenstraße – beim früheren Tabakgeschäft Meier – dafür, dass die Chamer in den Innenstadt Lebensmittel und alles für den täglichen Bedarf kaufen können. Aber allein die neuen Bewohner des Grüneißl-Areals rechtfertigten weitere Händler, so Stoiber.
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Stadtbaumeister setzt große Hoffnungen in das Projekt
Drogeriemärkte gelten in größeren Städten als fester Bestandteil auch der Innenstädte – und sind dort bei den Städteplanern als Frequenzbringer beliebt und erwünscht. In Cham haben sich bekanntermaßen die beiden verbliebenen Drogerieketten vor Ort für Standorte in Cham-Süd entschieden.
Stadtbaumeister Volker Skibba setzt ebenfalls große Hoffnungen auf den geplanten Neubau, den Rädlinger zeitnah umsetzen will. Er bezeichnete das Projekt gar als „Initialzündung der Stadt Cham hin zu einer Wohnstadt“ und richtete den Blick ein paar Meter weiter hoch auf den Marktplatz. Der Grüneißl-Bau könne auch andere Investoren locken und dafür sorgen, dass auch dem Marktplatz wieder mehr Leben eingehaucht würde.
Nachdem der Stadtrat vor einer Woche die Voranfrage Rädlingers bezüglich der geplanten Höhe des Neubaus positiv beschieden hatte, arbeitet der Architekt des Bauherrn, Franz Meindl jetzt an der Detailplanung, die dann möglichst bald wieder im Stadtrat vorgelegt werden soll.