Bahnhof bleibt Hotspot: Straftaten in Regensburg gesunken – Jeder vierte Täter ist Zuwanderer

Von Philip Hell · 19. März 2026 um 14:59

Die Kriminalität in Regensburg ist rückläufig – das ist die Quintessenz des Sicherheitsberichts für das Jahr 2025, der am Donnerstag von der Polizei vorgestellt wurde. Dennoch gibt es auch beunruhigende Entwicklungen.

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Kriminalität sinkt in Regensburg: Aufklärungsquote „gut“ für eine Großstadt

Insgesamt gab es im Stadtgebiet im vergangenen Jahr 13.056 Straftaten – mithin rund 1900 weniger als noch 2024. Markus Fuchs, Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Süd, sprach von einer erfreulichen Gesamttendenz. Damit liege man leicht unter dem Niveau von 2022. Das ist bemerkenswert, weil die Straftaten 2023 sprunghaft angestiegen waren. Zugleich stieg die Aufklärungsquote leicht um 3,1 Prozent auf 67 Prozent. Das sei ein guter Wert für eine Großstadt, so Fuchs. 38,1 Prozent der Straftaten in Regensburg waren Diebstähle. Dahinter folgen sonstige Straftaten (22,1 Prozent) und Rohheitsdelikte (19 Prozent). 11,2 Prozent aller Straftaten waren Vermögens- und Fälschungsdelikte.

Etwa jeder zweite Tatverdächtige in Regensburg ist kein Deutscher

Insgesamt zählte die Polizei 5449 Tatverdächtige – 45,5 Prozent hatten dabei keinen deutschen Pass. Damit seien Ausländer im Kontext des Bevölkerungsanteils, der bei etwa einem Fünftel liege, überrepräsentiert, sagte Fuchs. Innerhalb der nichtdeutschen Tatverdächtigen sticht weiterhin eine Gruppe besonders hervor: die Tunesier. Straftäter aus dem nordafrikanischen Land machen seit Jahren Probleme in Regensburg. Im vergangenen Jahr stellten sie 5,9 Prozent aller Tatverdächtigen. Darüber hinaus sagte Fuchs, dass rund ein Viertel aller Straftaten in Regensburg von Zuwanderern begangen werden – aus polizeilicher Sicht handele es sich um eine Untergruppe der nichtdeutschen Tatverdächtigen, die sich illegal in Deutschland aufhalten oder sich in einem Asylverfahren befinden.

Mehr Sexualdelikte in Regensburg

In Regensburg ist die Zahl der Sexualdelikte im vergangenen Jahr um 16,8 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen gab es 333 Fälle von Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – also etwa Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, exhibitionistische Handlungen oder die Verbreitung pornografischer Schriften. Letztere stellen mit 129 Fällen einen großen Teil der Straftaten in diesem Feld dar, sagte Robert Fuchs, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg. Das sei auch auf technische Entwicklungen zurückzuführen, sagte Fuchs. Computerprogramme durchforsteten etwa das Netz nach entsprechenden Inhalten. „Wir haben einen Anstieg der Delikte, die wir vom Dunkelfeld ins Hellfeld ziehen“, sagte Fuchs. Die Zahl der Vergewaltigungen stieg um vier Fälle auf 49 Taten. Auffällig sei, dass Opfer dabei häufig unter dem Einfluss berauschender Mittel stünden, führte Fuchs aus. Positiv: 87 Prozent aller Vergewaltigungen werden laut Fuchs aufgeklärt.

Zahl der Körperverletzungsdelikte steigt in der Innenstadt sprunghaft an

Die Zahl der Raubdelikte ist im vergangenen Jahr um 20,6 Prozent gesunken. Das sei erfreulich, weil insbesondere diese Taten das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung beeinträchtigten, sagte Fuchs. Man könne aber nicht von einer Entlastung oder Beruhigung der Lage sprechen, im Vergleich zum Fünfjahresniveau sei der Wert mit 104 Raubdelikten noch immer hoch. Besonders stark angestiegen ist die Zahl der Körperverletzungsdelikte, speziell in der Innenstadt. 548 solche Fälle gab es – 21 Prozent mehr als im Jahr 2024, sagte Dr. Armin Glötzl, Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Nord. Besonders im Fokus ist dabei demnach der Bahnhof. Ganz generell sank die Straßenkriminalität um 20,2 Prozent. Gesunken ist auch die Zahl der Diebstähle. 4610 waren es im vergangenen Jahr, also 13,1 Prozent weniger als 2024. Im Bereich Ladendiebstähle sind dabei die Einkaufszentren, der Bahnhof und ein Drogeriemarkt in der Altstadt im Fokus von Kriminellen. Darüber hinaus gab es 21,4 Prozent weniger Raddiebstähle. In absoluten Zahlen wurden 744 Drahtesel geklaut.

Klimaextremisten auf dem Rückzug in Regensburg

Um rekordverdächtige 39,2 Prozent gesunken ist die Zahl der Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen. 384 derartiger Fälle gab es im vergangenen Jahr. Das liegt daran, dass die Gruppe „Tyre Extinguishers“ nicht mehr in Regensburg aktiv ist. Diese hatte die Luft aus SUVs herausgelassen. Leicht gestiegen ist hingegen die Zahl von Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen – also großteils Graffitis. Hier gab es 295 Fälle in der Gesamtstadt, 98 in der Innenstadt. Das sei ein hoher Wert, sagte Glötzl.

Regensburger Hauptbahnhof bleibt ein Hotspot in Regensburg

Sorgenkind der Polizei bleibt das Bahnhofsumfeld. Die Zahl der Straftaten stieg dort leicht um 5,7 Prozent auf 773 Delikte. Sowohl die Zahl der Drogendelikte als auch der Diebstähle ging zurück – nicht so allerdings die Zahl der Rohheitsdelikte, sagte PI-Süd-Chef Fuchs. Diese seien um 50 Prozent gestiegen. Zu Rohheitsdelikten zählen etwa Körperverletzungen. Nichtsdestotrotz betonte Fuchs, dass die Maßnahmen der Behörden Wirkung zeigten. Ein Teil der Erhöhung trage auch dem Umstand Rechnung, dass etwa durch Videokameras Straftaten vom Dunkelfeld ins Hellfeld gezogen werden.

Gewaltkriminalität in Regensburg sinkt

Die Zahl schwerer Straftaten (Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub) ist um fünf Prozent gesunken. Es gab zwölf Straftaten gegen das Leben – darunter allerdings nur ein vollendeter Mord. Dieser fand aber bereits 2023 statt – die Messerattacke auf ein Kind im BKH. Da die Ermittlungen allerdings erst vergangenes Jahr abgeschlossen waren, zählt die Tat in die Statistik für 2025.

Zahl der Drogendelikte sinkt – sechs Rauschgiftote in Regensburg

Die Zahl der Drogendelikte ist weiter gesunken. 604 Taten bedeuten 24,6 Prozent weniger als im Jahr 2024. Das hängt auch mit der Entkriminalisierung von Marihuana zusammen. Dennoch hängen die meisten Straftaten noch mit Gras zusammen. Dahinter folgt Kokain, das in Regensburg weiter stark auf dem Vormarsch ist. 2025 gab es sechs Drogentote.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hieß es, dass 11,2 Prozent aller Straftaten 2025 in Regensburg Sexualdelikte gewesen seien. Dem ist nicht so. Es waren 2,8 Prozent.