Das kommt unerwartet: Neues Bier und neuer Festwirt auf dem Gillamoos in Abensberg

Das lässt aufhorchen: In der Sitzung des städtischen Werkausschusses in Abensberg (Landkreis Kelheim) gab Bürgermeister Bernhard Resch (Landwähler Offenstetten) bekannt, dass es für die kommenden beiden Gillamoos-Ausgaben für das Bierzelt, das viele noch als Jungbräuzelt kennen, neue Betreiber gibt. Die bringen auch ein neues Bier für den Gillamoos mit.
Seit 2011 hatte der Festwirt Marco Härteis besagtes Festzelt betrieben – und seit drei Jahren dabei Bier der Staatsbrauerei Weihenstephan in Freising ausgeschenkt. Jetzt ergab die von der Stadtwerke-Leitung vorgenommene Vergabe, deren Ergebnis Resch im Gremium vortrug, etwas anderes: Für die Gillamoos-Ausgaben 2026 und 2027 ging der Zuschlag an die Kuchlbauer Brauerei GmbH & Co KG, die das Zelt laut Resch von der Bayern Event GmbH aus Regensburg betreiben lassen und Bier der Bio-Brauerei Schlossbrauerei Sandersdorf ausschenken lassen will.
Deren Geschäftsführer wiederum ist Jacob Horsch, der Kuchlbauer-Bräu. Seit 2020 braut die Sandersdorfer Brauerei Bier mit Bio-Siegel. Damit kündigt sich gleich eine doppelte Premiere an: Zum ersten Mal soll Bier der Sandersdorfer Brauerei ausgeschenkt werden. Und das Prädikat Bio spielte bisher beim Gillamoos-Bier noch keine Rolle.
Die Bayern Event GmbH aus Regensburg bietet nach eigenen Angaben bei der Organisation von Veranstaltungen ein breites Portfolio an. Das reicht von Kinderfesten, Geburtstagsfeiern und Hochzeiten bis hin zu Bürgerfesten, Messen sowie Sport- und Kulturevents. In der Oberpfalz ist der Betrieb bekannt als Betreiber des Festzeltes beim Volksfest in Cham.
Ganz bewusst mit Biobier für den Gillamoos beworben
Laut Theresa Kneitinger, Marketing-Leiterin bei Kuchlbauer, habe man mit Bayern Event schon mehrfach zusammengearbeitet. Und ganz bewusst wollte man sich mit Biobier bewerben, nachdem bisherige Bewerbungen für diesen Zelt-Standort nicht von Erfolg gekrönt waren.

Durch diese Vergabe hat die Abensberger Brauerei Kuchlbauer wieder einen Standort mehr auf dem Gillamoos, wie dies auch schon zu Zeiten des Jungbräuzelts war, in dem Bier aus der Kuchlbauer-Brauerei in Schierling ausgeschenkt wurde.
„Seit 2011 sind wir Festwirt am Gillamoos und entsprechend groß ist unsere Enttäuschung“, ist von Härteis aus Neumarkt in einer ersten Stellungnahme zu erfahren. Man wolle das Vergabeergebnis analysieren. Er sieht sich als „langjährigen, starken und verlässlichen Partner“.
Ansonsten keine Änderungen
Beim Imbiss- und beim Weinzelt und auf dem „Oidn Gillamoos“ - für alle drei Standorte ist eine Vergabe erforderlich - ändert sich nichts. So soll Stefan Tuscher wieder das italienische Imbisszelt übernehmen. Peter Wankerl und Robert Jahny sind auch in den kommenden zwei Jahren für den „Oidn Gillamoos“ auf der Liebesinsel zuständig, und Uli Glamsch, Gernot Spritzendorfer und Fabian Tuscher betreiben weiter das Weinzelt. Wortmeldungen zum Thema gab es in der Sitzung nicht.
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Für die übrigen drei Zelte - das Kuchlbauer-, das Hofbräu- und das Ottenbräuzelt - ist keine Vergabe notwendig, weil es zum Teil jahrhundertelange traditionelle Nutzungsrechte gibt. Zuständig dafür sind die drei Abensberger Brauereien, die für das jeweilige Zeit entscheiden, welcher Festwirt dort zum Einsatz kommt. Und der Weißbierstadl hat einen eigenen Betreiber, der ihn auch das Jahr über für Veranstaltungen öffnet. Wobei der Weißbierstadel genau genommen nicht zum Gillamoos gehört - zumindest laut offizieller Festschreibung.
Seit drei Jahren obliegen der Stadtwerke-Leitung die Vergaben der besagten Zelte. Davor entschied der Werkausschuss, der aber weiterhin die Vergabekriterien festlegt. Hintergrund für diese Änderung war eine Meinungsverschiedenheit, die es Anfang 2023 über die Informationspolitik der Kommune zu Bewerbern für Gillamoos-Zelte gab. Der damalige Bürgermeister Uwe Brandl ließ daraufhin von der Rechtsaufsicht im Landratsamt den Vergabeprozess prüfen. Dabei kam heraus, dass eben die jeweilige Stadtwerke-Leitung dafür zuständig ist.