Größere Fläche und für längere Zeit: In Arnhofen soll jetzt noch mehr Kies abgebaut werden

Von Lucia Pirkl · 18. März 2026 um 11:00

„Ober sticht Unter“: Das Bergamt Südbayern will den Kiesabbau ausdehnen – zum Missfallen der Stadt Abensberg.

Das wohl kontroverseste Thema der Bauausschusssitzung kam erst gegen Ende auf den Tisch: Die Erweiterung des Quarzkiestagebaus in Arnhofen. Vor drei Jahren schon war das Vorhaben, zwischen Arnhofen und Offenstetten Quarzkies abzubauen, auf große Skepsis im Bauausschuss gestoßen. An dieser Skepsis hat sich nichts geändert. Viel Mitspracherecht hat die Stadt indes hier nicht.

Denn hinter dem Kiesabbau steckt die Regierung von Oberbayern, Abteilung Bergamt Südbayern. Das will nun erlauben, dass Quarzkies auf weiteren 2,5 Hektar abgebaut werden darf. Die gesamte Fläche soll in acht Abbauabschnitte unterteilt werden. Für die Erweiterung muss gerodet werden, und zwar auf 4,2 Hektar, das sei bereits genehmigt, verrieten die Sitzungsunterlagen.

50 Jahre Kiesabbau in Arnhofen

Für jeden Abbauabschnitt geht das Bergamt von einem Zeitraum von sechs bis sieben Jahren aus. Die Gesamtabbauzeit soll etwa 50 Jahre betragen. „Irre“ raunte es durch die Sitzung, als Bürgermeister Bernhard Resch die Ausführungen vorlas. Weil sich der Planungsbereich aber in keinem Schutzgebiet befindet und Biotopflächen, ebenso wenig wie Natur-und Wasserschutzgebiete, berührt würden, zudem der Abbau an strenge Auflagen gebunden ist, sind der Stadt die Hände gebunden.

„Ich erinnere daran, dass wir in dem ganzen Verfahren bereits ersetzt wurden“, so Resch. Der Rat habe damals schon nicht zugestimmt. Geändert hat das nichts, denn das Stadt-Contra war schon damals vom Bergamt ersetzt worden. „Das ist eine nicht zumutbare Belastung“, fand Hans Zirngibl (FDP). Fast der gesamte Bauausschuss stimmte gegen das Vorhaben – mit einer Pro-Stimme. Man werde als Stadt „klare Kante“ zeigen, so Resch. Viel bringen wird das indes nicht, denn hier ersetzt Landesrecht das Kommunalrecht. Das ist der Fall, wenn beispielsweise übergeordnete Interessen, wie das Sichern der Rohstoffversorgung, Vorrang haben vor lokalen Interessen.

Recht zügig behandelt wurden die vielen Baugesuche auf der Tagesordnung. Bei einigen wurde das Einvernehmen unter der Auflage erteilt, Garage oder Carport mit einem Gründach zu versehen.

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Kein Gefallen fand das Vorhaben, in der Schulstraße in Offenstetten ein Mehrparteienhaus zu bauen. Schon einmal behandelte der Bauausschuss den abstrakten Vorentwurf, jetzt lag ein konkretisierter Antrag vor. Aus städtebaulicher Sicht fügt sich das geplante Gebäude nicht in die nähere Umgebung ein, so die Einschätzung von Verwaltung und Kreisbauamt. Geplant wären sechs bis acht Wohnungen, verteilt auf zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss, dazu ein Keller. Die Grundfläche von 20 mal elf Meter und die vorgesehene Bauhöhe war auch den Ausschussmitgliedern zu wuchtig. „Das ist eine massive Bebauung, vor allem für die enge Straße“, meinte Claudia Ziegler (SPD). Die Tatsache, dass die Schulstraße auch ohne weitere Wohnbebauung zu bestimmten Zeiten schon stark belastet sei, war ein Grund mehr für die Ablehnung im Rat.

Ehemaliges Autohaus wird als Werkstatt genutzt

Nichts einzuwenden wiederum hatten die Räte bei der Nutzungsänderung des ehemaligen Autohaus-Astaller-Geländes. Wie berichtet, hatte das Bauunternehmen Stanglmeier das Areal aufgekauft, um die vorhandenen Gebäude als Fahrzeug-Werkstatt zu nutzen, und zwar sowohl für firmeninterne Fahrzeuge als auch für Endkunden. Auch eine Schreinerei und Schlosserei sollen auf dem Areal entstehen, die allerdings dann nur für betriebsinterne Arbeiten. Sie stünden damit in keiner Konkurrenz zu anderen Betrieben, betonte Resch. Aus dem ehemaligen Verkaufsraum wiederum wird ein Fitnessstudio.

Glasfaser für Schwaighausen?

Anfrage: Dagmar Kellner wollte wissen, ob bei der Erneuerung der Schwaighausener Straße gleich Glasfaser mit eingebaut werde, um ein erneutes Aufreißen der Teerschicht zu verhindern. Resch wird bei seinem Termin mit der der Telekom in Sachen Glasfaser auch speziell zu Schwaighausen nachfragen und versprach, zu informieren.