Rolle rückwärts: Werkstatt statt Supermarkt

Von Lucia Pirkl · 26. Juni 2025 um 11:00

„Einmalige Gelegenheit“: Die Firma Stanglmeier übernimmt das Astaller-Gelände in Abensberg und schafft auch Jobs.

Die Anwohner in der Aumühle hatten sich schon gefreut, so mancher Einzelhändler in der Stadt aber gebangt: Auf dem Gelände des ehemaligen Astaller-Autohauses sollte sich ein Supermarkt ansiedeln. Jetzt gibt es die Rolle rückwärts.

In den vergangenen vier Wochen nämlich hat sich eine neue Möglichkeit für Andreas Astaller aufgetan: Die Fläche wechselt bald den Besitzer, und zwar an die Firma Josef Stanglmeier Bauunternehmen GmbH. Statt eines Supermarktes kommt eine Werkstatt. „Es war einfach eine einmalige Gelegenheit und aus unternehmerischer Sicht auch das bessere Angebot“, räumt Astaller im Gespräch ein.

Dem Nachbarn helfen

„Die Einigung ging relativ schnell“, sagt Stanglmeier-Geschäftsführer Michael Welzhofer. Am 20. Juni erst unterschrieben die beiden Unternehmen beim Notar den Kaufvertrag für das ehemalige Firmengelände der Firma Autohaus Astaller GmbH. „Die Schnelligkeit, mit der dieser Kauf verhandelt und vollzogen wurde, gleicht einem Husarenstück“, heißt es dazu auch in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Für Astaller sei es maßgeblich gewesen, dass das große ehemalige Autohausgelände in gute Hände komme und damit auch dem Nachbarn, der Firma Stanglmeier, geholfen werde, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Die nämlich hat auf dem eigenen Areal nur noch begrenzte Erweiterungsmöglichkeiten und plant das Gelände in seiner Funktion als Werkstatt zu erhalten. Für die Firma Stangl-meier sei es eine 1a-Lage, so weiter, weil es sich unmittelbar in der Nachbarschaft zur Hauptverwaltung in der Münchener Straße 14 befindet.

Der Firma Stanglmeier kommt die zusätzliche Fläche in der Nachbarschaft sehr gelegen. - Foto: Pirkl

Die Gebäude, die auf dem 8000 Quadratmeter großem Areal stehen, können vollumfänglich genutzt werden. „Im Grunde genommen geht es nicht nur um die Erweiterung des Firmengeländes“, wie Geschäftsführer Welzhofer betont, „sondern auch darum, dass die Firma Stanglmeier in den nächsten Jahren eine Werkstatt hätte bauen müssen.“

Statt dem Neubau einer größeren und zusätzlichen Werkstatt können die bestehenden Gebäude genutzt werden, was letztendlich auch Ressourcen spart, so die Argumentation. Diese Werkstatt soll dann nicht nur dem eigenen Maschinenpark zur Verfügung stehen, sondern auch gewerblichen Endkunden beziehungsweise deren Nutzfahrzeugen und Baumaschinen. Die Firma Stanglmeier will gleichzeitig auch mehr als 15 neue Arbeitsplätze schaffen. Beide Seiten sprechen von einer „Win-Win“- Situation.

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Bürgermeister Bernhard Resch zeigt sich von der neuen Entwicklung, von der er erst vor einer Woche erfahren hatte, überrascht, betont aber: „Mich freut es grundsätzlich, dass die Firma Stanglmeier prosperiert.“ Rein städtebaulich werde sich auch nicht viel ändern, denn man werde mit den neuen Plänen im Rahmen der bisherigen Nutzung bleiben.

Sowohl der Stadtrat als auch die Verwaltung hatten sich über viele Monate hinweg mit der ursprünglichen Planung, einen Supermarkt anzusiedeln, beschäftigt. Lange Zeit stand man der Ansiedlung eines weiteren Supermarktes in Abensberg gar skeptisch und ablehnend gegenüber. Als dann die Markthalle Achtner schloss, änderten sich die Voraussetzungen. Die Bürger in der Aumühle hatten sich schon lange einen Supermarkt in Laufnähe gewünscht. Es sah alles danach aus, dass sich dieser Wunsch bald erfüllen werde.

Übergabe ab August

In einer Stadtratssitzung im März mussten sich die Räte entscheiden, ob ein Supermarkt auf dem Astaller- oder dem ehemaligen BayWa-Gelände mehr Sinn machen würde. Beide Grundstückseigner hatten ihren Hut in den Ring geworfen, beide spielten mit dem Gedanken eines Supermarktes. Die Räte stimmten damals mehrheitlich gegen eine etwaige Ansiedlung auf dem BayWa-Gelände, führten vor allem verkehrstechnische Bedenken in der Nähe des jetzt schon überlasteten Bahnübergangs ins Feld.

Werden die Karten jetzt neu gemischt? Nein, an dieser Entscheidung werde sich nichts ändern, sagte Resch auf Nachfrage.

Die Übergabe des Geländes wird im Übrigen, so Astaller, ab Ende August erfolgen.