Wirtshaus, Bürgersaal, Mensa: In in Sandharlanden setzen die Kontnys nicht alles auf eine „Gastro-Karte“

Fünf Jahre Vereinsheim: Die Kontnys haben in Sandharlanden im Landkreis Kelheim ihre berufliche Heimat gefunden – Geplant war das nicht. Am Wochenende wird gefeiert.
Eigentlich war Sabine Kontny mit dem Wirtshausleben durch. „Ich wollte nie wieder in die Gastro zurück“, sagt sie. Doch dann kam doch alles ganz anders. Seit mittlerweile fünf Jahren führen die Kontnys das Vereinsheim in Sandharlanden.
Geplant war das nicht. „Der Sportverein hatte damals einen Wirt gesucht“, erzählt Ehemann Markus Kontny. Er selbst war mit der Fußballabteilung des Vereins verbandelt und wollte dem FSV Sandharlanden helfen, wie er erzählt – aber eben nur temporär: „Wisst Ihr was?“, meinte er, „wir übernehmen es ein Jahr lang, und ihr schaut, dass ihr einen neuen Wirt findet.“
Start in der Pandemie
Leichter gesagt als getan: Denn viele Vereine tun sich schwer, einen Wirt für ihr Vereinsheim zu finden. So hatte beispielsweise auch der TSV Siegenburg einige Zeit gebraucht, um einen neuen Pächter an Land zu ziehen. Andere Vereinsheime stehen jahrelang leer. Wenn mit einem kühlen Radler und einer Currywurst der Sieg auf dem Spielfeld bejubelt wird, reicht das meist nicht für ein wirtschaftliches Auskommen. Das geht nur, wenn man auch andere Kunden anzieht, eventuell noch weitere Ofen im Feuer hat.

Wenn dann auch noch eine Pandemie dazu kommt, so wie es bei den Kontnys zur Eröffnung war, kann es schon mal schwierig werden. Es sei denn, man hat noch andere Standbeine. Mit dem Catering, mit dem sie den Kindergarten Sandharlanden und ab Herbst auch die Grund- und Mittelschule in Neustadt/Donau beliefern und dann täglich mehrere 100 Kinder satt machen, waren sie auch trotz geschlossener Wirtshaustüren gut beschäftigt. Die Zwangspause ermöglichte es ihnen, sich in Ruhe an das neue Lokal heranzutasten. Dass der Verein das Heim dann noch renovierte, half freilich auch enorm. „Das hat uns die Entscheidung leicht gemacht, zu bleiben“, so das Gastronomenpaar.
Seitdem sind fünf Jahre vergangen und die Kontnys wollen nicht mehr weg. „Es ist ein tolles Miteinander mit dem Verein“, sagt Sabine Kontny. Auch die Lage, eben weil das Wirtshaus nicht mitten im Dorf ist, man lärmtechnisch nicht so leicht anecke und es jede Menge Platz sowie einen Biergarten gibt, sei ein Plus.
Noch mehr Künstler für den Bürgersaal
Für die Kontnys ist das Vereinsheim nicht das erste Wirtshaus, sie wissen, worauf es ankommt. Markus Kontny hatte seine Lehre zum Koch einst in einem Sterne-Restaurant absolviert und steht selbst in der Küche, zusammen mit weiteren Köchen. Und mit seiner Leidenschaft hat er wohl auch einen seiner Söhne angesteckt. „Unser Max macht eine Ausbildung zum Koch. Wir hätten nie geglaubt, dass er Koch lernen möchte“, so Markus Kontny. Denn die vier Kinder, die kriegen ja sehr wohl mit, dass ein Gastronomiebetrieb, dass das Catering viel fordert.
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Und die Arbeit, die wird auch nicht weniger mit der Pacht des Bürgersaals in Neustadt/Donau, seit diesem Januar ein weiteres Standbein der Kontnys. Der Bürgersaal für Feierlichkeiten in der kühleren Jahreszeit und das Sportheim mit Biergarten sowie einer großen Küche für das Catering ergänzten sich ganz gut, so das Ehepaar. In Zukunft könnten sich die Kontnys vorstellen, im Bürgersaal nicht nur Veranstaltungen, etwa von Vereinen, zu bewirten, sondern auch Künstler in Eigenregie zu engagieren – das ist bisher noch Neuland für sie. Wenn sie jetzt am kommenden Wochenende ihr Fünfjähriges mit Konzerten feiern (siehe unten), dann ist das schon mal eine Möglichkeit, das Ganze anzutesten.
Stunden darf man nicht zählen
Wirtshaus, Bürgersaal und Catering: Wie ist das alles zu stemmen? Die Stunden, die man hier verbringe, bekennt Sabine Kontny, die dürfe man freilich nicht zählen. Und um so einen Betrieb zu wuppen, brauche man gutes, verlässliches Personal. Und da hatten die Kontnys offenbar Glück. Die Kontnys sind angekommen im Vereinsheim, sie sind angekommen, um zu bleiben. „Ich fühle mich hier wohl, ich mag das hier“, sagt Sabine Kontny.
Sunset Beach Party vom 27. bis 29. Juni:
Freitag: Am Freitag singt Dan Lucas, der Gewinner von „The Voice Senior“ auf Sat 1. Start ist um 20 Uhr, der Eintritt beträgt zehn Euro.
Samstag: Am Samstag um 20 Uhr ist Rockparty mit Dr. Vintage, ebenfalls mit zehn Euro Eintritt.
Sonntag: Am Sonntag dann ab 15 Uhr präsentieren BierBradl Musi aus Kelheim bayerische Wirtshaus- und Volksmusik mit einer Prise Humor.
Kulisse: An allen Tagen gibt es einen Sandstrand, kulinarische Schmankerl und leckere Sommerdrinks.