Gastronom aus Abensberg kommt: Markus Kontny ist Pächter im Neustädter Bürgersaal

Von Wolfgang Abeltshauser · 12. Januar 2025 um 11:00

Wenn am Samstag der Bauernjahrtag den frisch sanierten Neustädter Bürgersaal füllt, soll das nur der erste Schritt sein, den Saal wieder zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Neustadt (Landkreis Kelheim) zu machen. Ein in der Region bekanntes Gesicht will dabei mithelfen.

Seit Januar ist der 48-jährige Markus Kontny aus dem Abensberger Ortsteil Schwaighausen neuer Pächter des Bürgersaals. Seit 2020 betreibt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Sabine das Vereinsheim des FSV Sandharlanden. Beide sind aber schon viel länger als Gastwirtspaar in der Region bekannt.

Kontny betreibt bereits ein Catering und die FSV-Gastwirtschaft

Ein Bekannter habe die beiden darauf aufmerksam gemacht, dass ein Pächter für den Neustädter Bürgersaal gesucht wurde, berichtet Kontny im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung. Der Hinweis kam zur rechten Zeit: Kontny verweist darauf, dass man bereits Catering anbietet – und es deshalb gewohnt sei, neben der FSV-Gastwirtschaft ein weiteres Standbein zu haben.

Auf Nachfrage kündigt er an, das Catering bis auf wenige Termine bei Stammkunden zurückzufahren, um die frei werdende Arbeitszeit und -kraft für den Bürgersaal aufzuwenden. Für ihn sei das wirtschaftlich absolut eine sinnvolle Lösung: Letztendlich bekäme er über den Bürgersaal Aufträge auf dem Silbertablett serviert.

Wirt begeistert vom Saal

Kontny blickt mit Vorfreude auf den noch leeren Bürgersaal: „Es wäre schade, wenn der nicht besucht würde“, stellt er fest. Obwohl Bürgermeister Thomas Memmel einräumt, seinen neuen Geschäftspartner davor persönlich nicht gekannt zu haben, betont er, dass das Gastronomen-Ehepaar aus Schwaighausen für Neustadt ein Glücksgriff sei. Schnell sei beim Sichten der eingegangenen Bewerbungen klar gewesen, dass die Kontnys die Favoriten waren. Das habe sich nach einer Vorstellung von Markus Kontny im Hauptausschuss, der letztendlich die Entscheidung fällte, noch einmal verfestigt.

Man habe einen Kandidaten mit viel Berufserfahrung gefunden, der noch dazu in der Region zuhause ist. Wichtig sei in den Augen von Memmel, dass Kontny seit Jahren selbstständig tätig ist und nicht etwa im Angestelltenverhältnis. Gerade da würde er sich von Mitbewerbern um den Posten abheben. Er habe Erfahrung – und verfüge auch über das notwendige Personal.

Bürgermeister und Pächter hoffen auf viele Feste

Dass der neue Pächter die Gastwirtschaft in Sandharlanden weiter betreibe, sei kein Problem. „Wir haben hier ja keinen Dauerbetrieb“, betont Memmel mit Blick auf den Bürgersaal. Einig sind sich beide im Vorhaben, wieder mehr Leben in den Neustädter Bürgersaal zu bekommen. Vizebürgermeister Günter Schweiger erinnert sich an Zeiten, in denen nicht zuletzt private Feiern wie Hochzeiten den Saal füllten. Auch von Theateraufführungen des Trachtenvereins vermag er zu berichten. Memmel denkt an ein breites Spektrum von Veranstaltungen, die man im Auge habe: Geburtstags- und Jubilarsfeiern, Hochzeiten, Betriebsfeste.

Das ist sicherlich interessant: Feste und Feiern im Jahr 2025

Kontny formuliert gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung ein klares Ziel: „Ich will, dass es jedes Wochenende Veranstaltungen im Saal gibt.“ Wobei der selbstverständlich an jedem Wochentag für Feiern und Feste gebucht werden könne.

Erste Veranstaltungen

Blickt man auf die kommenden Wochen, sieht das auch schon ganz gut aus. Es gebe wöchentliche Veranstaltungen – so die erste Bilanz des Gastronomen. Neben dem Bauernjahrtag und dem Stadtfestball stehen unter anderem die Feier nach einem betriebsinternen Fußballturnier, das Gardetreffen der Marchinger Showgirls und die Info-Messe der städtischen Kindergärten für Eltern im Terminkalender.

Außerdem hat Kontny nach eigenen Worten Kontakt mit Veranstaltungsagenturen aufgenommen. Zeil sei es, mehrmals im Jahr Kabarettveranstaltungen in den Bürgersaal lotsen zu können. Die erste Resonanz sei ganz gut. Erst einmal wolle er die Arbeit im Bürgersaal mit seiner eingespielten Mannschaft stemmen. Mittelfristig sei aber vorgesehen, Personal aufzustocken. Erste Einstellungsgespräche seien bereits terminiert.

Arbeiten am Bürgersaal in Neustadt a. d. Donau

In den vergangenen Monaten ist der Bürgersaal saniert und modernisiert worden. „Er ist jetzt einer der sichersten Orte in der Region“, scherzt Bürgermeister Thomas Memmel. Das spielt darauf an, dass es jetzt vor allem beim Brandschutz einen modernen Standard gibt. Sichtbare Details davon sind laut Memmel etwa breitere Türen und eine zusätzliche Fluchttreppe, die direkt in den Innenhof führt.

Der neue Hauptzugang des Bürgersaals ist jetzt eine Treppe, die über die Herzog-Ludwig-Straße und den Stadtplatz zu erreichen ist. Bisher gab es einen gemeinsamen Eingang mit der Stadtbücherei, die wie berichtet mittlerweile nicht mehr im ersten Stock, sondern im Erdgeschoss des Bürgerhauses residiert.

Bürgermeister: Gesamtkosten 3,5 Millionen Euro

Völlig neu sind die Toiletten, die seit fast drei Jahrzehnten nicht saniert worden sind. Jetzt gibt es auch behindertengerechte WC’s und zusätzliche für das Personal. Neu ist eine Küche im rückwärtigen Bereich des Saals. Dafür hat die Kommune laut Memmel vor einiger Zeit eine angrenzende Wohnung angemietet. Der Bereich der bisherigen Küche wurde dem Foyer zugeschlagen.

Memmel spricht von Gesamtkosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Darin eingerechnet seien aber alle Arbeiten rund um das Bürgerhaus. Neben dem Umzug der Bücherei geht es dabei bekanntlich auch noch darum, dass Teile der Kämmerei und der IT-Abteilung künftig im Bürgerhaus residieren. Arbeiten dazu kommen aber erst noch.