Institution im Regensburger Nachtleben zieht um: Am Freitag startet die Escobar wieder durch

Alles ist wie immer – und doch ist alles neu: An diesem Freitag sperrt die legendäre Escobar wieder auf. Die Bar gilt als absolute Institution im Regensburger Nachtleben. Über 20 Jahre stand Chef Askin Elibol in der Blaue-Stern-Gasse hinter dem Tresen – nun ist er in die Fröhliche-Türken-Straße umgezogen. Im MZ-Gespräch erzählt er, was er dort vor hat.
Am Freitag geht es los. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, gesteht Elibol, den eigentlich alle nur Askin nennen. Freilich, er ist Gastro-Profi. Halb, ach was: Ganz Regensburg gab sich seine Kneipen-Klinke in die Hand. Und trotzdem: „Das hier ist wieder etwas Neues. Mein Herzblut fließt hier rein, du weißt aber nicht, welche Erwartungshaltung die Leute haben. Man will natürlich, dass es funktioniert.“ Askin hat den Laden in der Sterngasse zum Jahresende geschlossen. Wenig später wurde bekannt, dass er in das ehemalige Rotkäppchen am Eck zwischen Fröhliche-Türken-Straße und St.-Peters-Weg zieht.
Die neue Escobar ist deutlich größer
Die Räume sind deutlich größer als seine ehemalige Bar, sagt Askin. „Wir wollten trotzdem wieder das Esco-Flair“ reinbringen. Dabei spielen insbesondere die Farben eine große Rolle, sagt der erfahrene Gastronom. Das Konzept ist ähnlich – allerdings auf mehr Raum. Im vorderen Teil können Gäste am Tresen Platz nehmen, es gibt mehrere Stehtische. Im mittleren Teil hat Askin einige Sitztische platziert. Im hinteren Teil gibt es einen großen Bereich, in dem man Bierpong spielen kann. Auch eine Dartscheibe und einen Kickertisch wird es geben, kündigt Askin an. „Das gibt es in Regensburg in diesem Format noch nicht.“
Grundsätzlich sei das hier „ein anderes Level“. Das sei durchaus auch mit Anstrengungen verbunden. „Man muss schon schauen, dass das von Anfang an gut wird.“ Er brauche unter anderem mehr Personal. Ein Augenmerk richte er auch auf die Anwohner. Er will von Anfang an dafür sorgen, dass es keinen Ärger gibt, betont Askin.
„Es geht nur miteinander“: Escobar-Chef hat sich schon in Regensburger Gasse eingelebt
In seinem neuen Umfeld fühlt sich Askin wohl. Ein paar Nachbarn kenne er noch von früher aus alten Regensburger Gastro-Tagen. Ganz generell tut sich derzeit viel in der Fröhliche-Türken-Straße. Innerhalb weniger Monate sind sowohl das Bekleidungsgeschäft Milk als auch die Hanf.com-Filiale in die Straße gezogen. „Ich finde es gut, wenn die Gasse auch am Tag belebt ist“, sagt Askin. „Es geht nur miteinander.“ Askin denkt dabei auch an die umliegenden Hotels. Er kenne einige Stammgäste, die für eine Nacht in der Escobar von außerhalb kommen – und dann zwangsläufig eine Herberge brauchen. „Das befruchtet sich ja gegenseitig.“
Apropos Stammgäste: Er bekomme laufend Nachfragen, wann er denn nun genau aufsperre, erzählt Askin. „Die Leute sind schon neugierig.“ Nun ist es am Freitag soweit. Zur Wiedereröffnung werde es natürlich eine Reihe von speziellen Angeboten geben – unter anderem den berühmten Escobar-Mexikaner. „Wir bleiben aber geldbeutelfreundlich“, betont Askin. „Insbesondere für die Studenten.“ Auf der Karte soll sich wenig ändern. Ein paar Neuigkeiten hat er allerdings parat. So soll es zum Beispiel Pitcher geben, also größere Karaffen mit Bier. „Insbesondere für Bierpong-Spieler ist das natürlich interessant.“
Ich brauche diesen Kontakt mit den Menschen.Askin Elibol, Escobar-Chef
Nicht nur die Escobar, sondern auch Askin selbst feiert am 20. März ein Comeback. Er ist Gastronom aus Leidenschaft. Kann sich beinahe an jeden erinnern, der mal an seinem Tresen Platz genommen hat. Knapp drei Monate ohne Gäste – wie es ihm geht? „Das fehlt mir natürlich. Ich brauche diesen Kontakt mit den Menschen. Ich brauche dieses Nightlife“, sagt Askin und grinst. „Das merk ich schon. Ich vermisse es – und jetzt freue ich mich, dass es endlich losgeht.“ Klar: Er überlege ständig, wo man vielleicht noch an einem Rädchen drehen kann. Aber: „Das wird sich mit der Zeit ergeben.“
Eines steht fest: „Die Escobar bleibt die Escobar.“ Aus der Bar soll kein Club werden, keine Disko. „Hier soll jeder reinkommen und sich wohlfühlen. Von 18 bis 80.“