Mobiles Lagezentrum für Feuerwehr im Landkreis Cham nimmt Formen an – KI, Drohnen und mehr

Von Marius Göhl · 17. März 2026 um 16:25

Resilient. Das war das Zauberwort bei der Vorstellung des Status quo zum neuen mobilen Lagezentrum für grenzüberschreitende Einsätze der Feuerwehr im Landkreis. Ein Pilotprojekt, wie es Dr. Gerhard Hopp, Mitglied des Landtags, und Michael Stahl, Kreisbrandrat und oberster Katastrophenschützer im Landkreis, definieren, für das nun neue Technik kommen soll – von Starlink bis KI.

Es ist nicht nur ein großes, sondern auch ein teures Projekt, das Hopp und Stahl vorantreiben. Durch Fraktionsinitiativen und der Vermittlung durch Hopp brachte der CSU-Abgeordnete im vergangenen Jahr 600 000 Euro an Fördermitteln zur Anschaffung des mobilen Containers in den Landkreis. Für die geplante Ausrüstung gibt es dieses Jahr nochmal 700 000 Euro obendrauf.

Wappnen für den hybriden Krieg der heutigen Zeit

1,3 Millionen für einen Container und dessen Ausstattung? Für Kreisbrandrat Stahl sind diese Investitionen das Mindeste. „Wir wappnen uns für einen Fall, den wir hoffentlich nie brauchen.“ Aber im Fall der Fälle hätte man ein System, das resilient, sprich autark, unabhängig von Strom und Internet, ist. Und sowohl dem MdL als auch dem Kreisbrandrat ist bewusst, dass man sich mittlerweile bereits im hybriden Krieg befinde. Partner, auf die man sich die vergangenen 40 Jahre verlassen hätte können, hätten sich verändert.

Auch dazu brauche man den Container. Besonders interessant mache diesen die geplante Ausstattung. Eine Quasi-Echtzeit-Übersetzungs-KI, Internetzugang, Funk und Starlink. Die Wunschliste ist lang. Die Bereitstellung nicht einfach. „Das ist nichts von der Stange“, betont Stahl.

Vor allem bei der Sprache habe es laut dem KBR im Einsatz mit den tschechischen Kollegen häufig gehakt. Bislang nutzen die Feuerwehrler Dolmetscher oder Englisch. Nicht optimal, denn die Aktiven operieren sprichwörtlich am offenen Herzen. Bei ihren Einsätzen geht es um Menschenleben – und deshalb zählt auch bei der Kommunikation untereinander jede Sekunde.

Bei Vermisstensuchen oder Bränden an der Grenze

Mit dem KI-Tool soll das kein Problem mehr sein. In Millisekunden soll der Gesprächspartner die Worte des Sprechers in seiner Sprache auf die Ohren bekommen. Sowohl am Telefon als auch in der direkten Kommunikation vor Ort – zum Beispiel im Container – würde diese Möglichkeit die Einsätze wesentlich erleichtern und effizienter machen. Für die Entwicklung eines solchen Systems sei Stahl bereits mit Forschern der FH Ansbach im Austausch.

Mit dem mobilen Lagezentrum wollen die Feuerwehrler ihre Arbeit effektiver gestalten. Man habe sich bewusst gegen einen Lastwagen entschieden. Der Container sei langlebiger und sowohl die tschechische als auch die deutsche Wehr könnten den Container transportieren. „Den können ja dann nicht nur wir nutzen. Wenn der beispielsweise in Tirschenreuth gebraucht wird, dann fahren wir ihn halt hoch“, sagt der KBR.

Mögliche Einsätze für den Container gibt es viele. Waldbrände entlang der Grenze oder auch Vermisstensuchaktionen – wie beispielsweise bei dem vermissten Mädchen vor fünf Jahren am Cerchov. Und auch abseits von typischen Feuerwehreinsätzen gebe es Ernstfälle, bei denen die Kooperation zwischen den Nachbarstaaten erforderlich sei, erklären Hopp und Stahl.