Leiche in Waldstück gefunden: Vermisster Kelheimer ist tot

Es ist traurige Gewissheit: Bei einer Leiche, die am Montag, 9. März 2026, in einem Wald bei Kelheim gefunden wurde, handelt es sich um einen 39-Jährigen, der seit Ende November 2025 vermisst wurde. Über Wochen gab es Suchaktionen nach ihm, auch organisiert von seiner Familie mit Hunderten Helfern.
Am vergangenen Montag gegen 13 Uhr wurde in einem Waldstück bei Winzerberg bei Waldarbeiten eine männliche Leiche aufgefunden, erklärte das Polizeipräsidium Niederbayern in einer Mitteilung. „Mit großer Wahrscheinlichkeit“ sei davon auszugehen, dass es sich bei dem Toten um einen seit Ende November 2025 vermissten 39-Jährigen aus Kelheim handelt. Nach den Ermittlungen sind die Indizien unzweifelhaft: Es ist die besagte Person. Einen konkreten Namen nannte die Polizei aus Datenschutzgründen nicht.
Wie mehrfach berichtet, verschwand am 29. November 2025 ein 39-Jähriger bei einem Spaziergang mit einem Elternteil in Kelheim. Der Mann hat eine geistige Behinderung. Die Polizei widerrief mit der Mitteilung am Dienstag der Vorwoche die Öffentlichkeitsfahndung nach ihm. Die Kripo Landshut ermittelt zu den Todesumständen, Hinweise auf Fremd- oder Gewalteinwirkung liegen nicht vor.
Schwester organisierte Suchaktionen
Am 29. November war der Vermisste zuletzt an der Kreuzung Hallstatt-/Kelheimwinzerstraße gesehen worden. Ausgehend vom Fundort der Leiche ist anzunehmen, dass er von dort auf den wenige Kilometer entfernten Winzerberg ging. Welchen Weg er genau nahm, wird vermutlich für immer ungeklärt bleiben. Die genaue Todesursache soll im Rahmen einer Obduktion geklärt werden. Angesichts winterlicher Temperaturen hatte er alleine und mutmaßlich orientierungslos im Wald kaum eine Überlebenschance.
In den Wochen nach seinem Verschwinden hatten die Polizei mit Hundestaffeln und Hubschrauber, Feuerwehrkräfte, Wasserschutzpolizei und viele Freiwilligen ergebnislos gesucht. Seine Schwester aus Eilsbrunn (Landkreis Regensburg) organisierte Suchaktionen von Helfern im Raum Kelheim. Immer wieder durchkämmten ganze Gruppen Uferstreifen der Donau, Straßenzüge und Waldstücke. Mit Fortschreiten der Zeit musste man von einem tragischen Unglücksfall ausgehen. „Diese Ungewissheit, was mit ihm geschehen ist, belastet uns am meisten“, sagte seine Schwester unserer Zeitung.
Vor 31 Jahren war die Familie nach Kelheim gekommen. Der 39-Jährige lebte zuletzt in einer betreuten Wohngruppe in Reichenbach. „Jedes zweite Wochenende haben ihn unsere Eltern zu sich geholt“, so seine Schwester. In Kelheim zählten Spaziergänge morgens und abends zum festen Tagesprogramm. An den übrigen Wochenenden besuchten die Eltern ihn in Reichenbach.