Suche nach vermisstem Kelheimer wird ausgeweitet – Hoffnung der Familie schwindet immer mehr

Seit dem 29. November wird der 39-jährige Vitalij Holstein aus Kelheim vermisst. Auch nach mehr als zehn Tagen fehlt jede Spur von ihm. Am Mittwoch, 10. Dezember, rückten neben der Polizei Kelheim auch die Wasserschutzpolizei zu einer weiteren Suchaktion aus – ohne Ergebnis.
Kurz nach 10.30 Uhr machten sich am Mittwoch, 10. Dezember, Beamte der Wasserschutzpolizei Regensburg mit einem Boot von der Schleuse Bad Abbach auf den Weg in Richtung Kelheim, um die Uferbereiche abzusuchen. Das Boot war mit entsprechenden Sensoren und Wärmebildkameras ausgerüstet.
Vom Vermissten fehlt jede Spur
Ein weiteres Boot der Wasserschutzpolizei Beilngries war auf dem Main-Donau-Kanal unterwegs, um nach Vitalij Holstein zu suchen. „Die Suchmaßnahmen werden auch in den nächsten Tagen fortgesetzt“, sagt Günther Tomaschko von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Niederbayern. Dann werden auch Suchhunde zum Einsatz kommen.
Vitalij Holstein verschwand am 29. November bei einem Spaziergang mit seinen Eltern in Kelheim. Er ist geistig und körperlich behindert. Zuletzt trug er eine Brille mit dicken Gläsern, eine schwarze Mütze, schwarze Fäustlinge und einen grau-schwarz gestreiften Schal. Gesehen wurde er zuletzt im Bereich der Kreuzung Hallstattstraße/Kelheimwinzerstraße – seitdem fehlt von ihm jede Spur.
Familie über die Suche informiert
Die Familie des Vermissten wurde am Dienstagabend über die anstehende Suchaktion informiert. „Es wird immer schwieriger daran zu glauben, dass man ihn noch lebend findet“, sagt Marina Witte, die Schwester des 39-Jährigen, unserer Zeitung. „Ganz Kelheim“ hätten Hunderte Freiwilliger auf ihren Aufruf in Sozialen Netzen hin schon abgesucht. „Wir hatten auch private Suchhunde im Einsatz“, sogenannte Team-Trailer. „Ich hatte in den ersten Tagen viel Hoffnung, jetzt schwindet sie mehr und mehr“, so die Eilsbrunnerin. Auch die Eltern seien der Verzweiflung nahe.

Am Wochenende durchkämmten knapp 100 Helfer drei Stunden lang systematisch mit einer Suchkette den Wald im Bereich der Waldarbeiterschule. Doch die Bedingungen waren schwierig. Die Kette riss immer wieder ab und im dichten Wald war oft kein Durchkommen, heißt es von freiwilligen Helfern. Im Anschluss waren Flächensuchhunde des BRK im Einsatz. Auch Polizeihubschrauber und die Feuerwehr mit einer Drohne waren in den vergangenen Tagen im Einsatz und suchten nach dem Vermissten.
Bei der Polizei gingen mittlerweile mehr als 40 Hinweise ein, denen allen nachgegangen wird. „Wir sind nach wie vor auf jeden Hinweis angewiesen“, sagt Tomaschko, der jedoch auch zu bedenken gibt, dass, je weiter die Zeit fortschreite, man jeden Fall in Betracht ziehen müsse, auch einen möglichen Unglücksfall.
Gartenlauben überprüfen
Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger sendete vor einigen Tagen über Soziale Netzwerke einen Hilfeaufruf. Er und die Polizei bitten vor allem Grundstückseigentümer in Kelheim und Umgebung, leicht zugängliche Örtlichkeiten, wie Gartenlauben, Unterschlupfmöglichkeiten oder Scheunen zu überprüfen.
Auch Marina Witte wandte sich über die Sozialen Netzwerke an die Öffentlichkeit. Sie bat Zeugen nicht nur die Polizei zu verständigen, wenn sie meinen, Vitalij gesehen zu haben, sondern ihm mit Abstand zu folgen. So könne besser eingeschätzt werden, ob es sich tatsächlich um den Vermissten handelt, und die Einsatzkräfte erhalten einen aktuellen Hinweis zum Standort.
Am Mittwoch, 10. Dezember, waren die Polizisten bis zum Einbruch der Dunkelheit im Einsatz, um den vermissten Vitalij Holstein zu finden. Am Donnerstag wird die Suche fortgesetzt.