So tickt der Bewerber: Christian Schindler (Freie Wähler) kann beim Sport abschalten

„Das hier ist mein Leben gewesen bis zur Entscheidung, dass ich die Landratskandidatur anstrebe“, sagt Christian Schindler mit Blick auf die Turnhalle des Fraunhofer-Gymnasiums. Und meint damit Handball und den ASV Cham. Torwart, Trainer, Jugendleiter: „Der Sport hat mir immer wahnsinnig viel gegeben“, sagt der Freie Wähler, der am Sonntag, 22. März, in der Stichwahl Landrat von Cham werden will.
Dass Schindler Handballer geworden ist, liegt nicht nur daran, dass das „Kultsport ist in Cham“, wie der 33-Jährige sagt, sondern auch an seinem Vater, ebenfalls Torwart. Dafür brauche man Konzentrationsfähigkeit, Mut und Disziplin, auch wenn er einräumt, dass Profisport keine Option war. „Ich war immer der gesellige Typ“, sagt er grinsend. Die Freunde fürs Leben habe er in der Halle gefunden und bei stundenlangen Auswärtsfahrten.
Lesen Sie außerdem: Kampf ums Chamer Landratsamt in der Stichwahl: Multerer (CSU) und Schindler (Freie Wähler) sind angriffslustig
Damit ist derzeit Schluss, auch wenn Schindler am Tag vor dem ersten Wahlgang aushilfsweise für die zweite Mannschaft des ASV im Tor stand. 31,6 Prozent hat er da geholt, am 22. März spiele er auf Sieg. „Ich glaube, dass das Rennen offen ist“, sagt Schindler. Man spüre Wechselstimmung. Vor dem Amt des Landrats habe er Respekt. „Wenn ich gewählt werde, dann werde ich jeden Tag alles daran setzen, dass es unserem Landkreis gut geht.“
Ich habe mich nicht blind in die Kandidatur gestürzt.Landratskandidat Christian Schindler (Freie Wähler)
Politisch aktiv ist der Kreisvorsitzende der Freien Wähler seit 2014. Damals war er Wahlhelfer und landete nach dem Auszählen – eigentlich auf dem Weg zum Auto – bei der Wahlparty der Partei, angesprochen von FW-Stadtrat Frank Aumeier. Noch an dem Abend habe er einen Mitgliedsantrag unterschrieben. „Die Gemeinschaft hat gestimmt. Ich wollte mich immer vor Ort engagieren“, sagt der gebürtige Chamer, der zugibt: „Es hätte auch die JU sein können.“ Immerhin war sein Vater bei der CSU aktiv.

Über Ämter bei den Jungen Freien Wählern und den FW selbst, deren Herangehensweise er als „manchmal hemdsärmelig“ bezeichnet, sei er Kreisvorsitzender geworden und dann Landratsbewerber. „Ich habe mich nicht blind in die Kandidatur gestürzt“, sagt er. Einige Gespräche waren nötig, mit Freunden, der Familie, vor allem mit seiner Frau, mit der er seit 2024 verheiratet ist.
Im Moment läuft er eher „von Haustür zu Haustür“
Christian Schindler kommt aus der Verwaltung. 2009 hat er bei der Stadt Cham eine Ausbildung begonnen. Später bildete er sich berufsbegleitend zum Verwaltungsfachwirt weiter. Im Rathaus war er zuletzt stellvertretender Ordnungsamtsleiter, bevor er 2024 zum Landratsamt Regensburg wechselte. Dort leitet er die Untere Straßenverkehrsbehörde mit 45 Mitarbeitern.
Als Hobby nennt er neben Handball und „Sport allgemein“ Lesen und Geschichte. Dazu kommen Vereinsaktivitäten, etwa beim ASV und der Verkehrswacht. Er ziehe gern die Laufschuhe an, um den Kopf freizubekommen, erzählt er, „wobei ich im Moment eher von Haustür zu Haustür laufe“. Den Wahlkampf nennt Schindler „positiven Stress“.
Als Chef muss man Entscheidungen treffen können und das kann ich.Landratskandidat Christian Schindler (Freie Wähler)
Er sehe sich jetzt schon als Gewinner. „Der Vertrauensbeweis ist gigantisch, in meiner Heimatstadt Cham und kreisweit.“ Am ersten Wahltag sei er erst 90 Minuten vor Schließung der Wahllokale aufgeregt geworden. Vor der Stichwahl sei das Thema realer als zuvor, für Nervosität habe er aber im Moment eigentlich gar keine Zeit.
Schindlers Vorhaben: Mitarbeiter fördern und fordern
Falls er Landrat wird, wolle er seine Mitarbeiter fördern und fordern. Seine Tür sei dann immer offen, er könne aber – falls nötig – „auch anders“. „Als Chef muss man Entscheidungen treffen können und das kann ich.“ Er sei sich sicher, dass die Erfolgsgesichte des Landkreises auch fortgeschrieben werden könne, wenn das Amt des Landrats in „freier und unabhängiger Hand ist“.
Und wenn sich die Bürgerinnen und Bürger anders entscheiden? „Dann habe ich ein Netz, das mich sofort auffängt“, sagt Christian Schindler. „Und ich mache genauso weiter wie bisher.“
Das ist Christian Schindler privat:
■ Lieblingsessen: Kartoffelbrei mit Fleischpflanzerl
■ Lieblingsgetränk: Kaffee
■ Lieblingsbuch: „Der Hobbit“ von J.R.R. Tolkien
■ Lieblingsmusik: Rock – v.a. Beatles und AC/DC
■ Lieblingsfilm: „Die dunkelste Stunde“ mit Gary Oldman als W. Churchill
■ Lieblingsort im Landkreis: JvFG-Turnhalle und Cham-West
■ Lieblings-Urlaubsziel: Schottland
■ Lebensmotto: „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ (John Lennon)