Michael Multerer und Christian Schindler gehen im Landkreis Cham in die Stichwahl

Von Martin Hennings · 8. März 2026 um 22:19

Das Rennen um die Nachfolge von Franz Löffler geht in die zweite Runde: Am Sonntag, 22. März, wird sich in einer Stichwahl zwischen Michael Multerer (CSU) und Christian Schindler (Freie Wähler) entscheiden, wer der neue Landrat von Cham wird.

Schon um 18.12 Uhr war das erste Wahllokal ausgezählt – Rötz-Heinrichskirchen. Multerer lag vor Schildler, Fischer auf Rang drei. Ein Trend, der sich im Laufe des Abends immer mehr verfestigte, bis dann kurz vor 22 Uhr auch das letzte Wahllokal in Rimbach ausgezählt war.

Demnach kommt Multerer auf 44,6 Prozent der Stimmen, Schindler erreicht 31,5 Prozent. Für Christl Fischer (AfD) entschieden sich 14,4 Prozent der Wähler, für Steve Brachwitz (SPD) 3,3 Prozent. Alfred Stuiber (FDP) kam auf 2,9 Prozent, Sascha Kretz (Grüne) auf 1,9 Prozent und Christian Oberthür (Die Linke ) auf 1,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,9 Prozent.

„Das ist das erwartete Ergebnis“

Der Sieger des ersten Wahlgangs, Michael Multerer (CSU), zeigte sich am Sonntagabend zufrieden. „Das ist das erwartete Ergebnis.“ Bei einem scheidenden Amtsinhaber und sieben Bewerbern habe man mit einer Stichwahl rechnen müssen. Er sei dankbar für das Vertrauen der Wähler und werde die kommenden zwei Wochen weiter darum werben.

Angesichts bevorstehender Herausforderungen brauche man für das Amt des Landrats Erfahrung. Die bringe er mit. Auf die Stichwahl sei die CSU gut vorbereitet. „Wir gehen das mit frischer Energie an.“ Er setze dabei nicht auf die Wahlempfehlung anderer, sondern werbe um die Zustimmung der Bürger.

AfD-Ergebnis ist „ein Ausrufezeichen für den Landkreis Cham“

„Bei uns ist die Stimmung wundervoll“, berichtete Christian Schindler von der Wahlparty der Freie Wähler. „Ich wollte über 30 Prozent holen und die Stichwahl erreichen. Das habe ich geschafft.“ Dass der Abstand zur AfD-Bewerberin so deutlich ausgefallen ist, sei „ein Ausrufezeichen für den Landkreis Cham“. Zudem sei „der Abstand zur allmächtigen CSU geschrumpft“. Man werde jetzt zwei Wochen lang um Stimmen werben und sei darauf auch vorbereitet, so Schindler.

„Stimmung ist wundervoll“: Sagt Christian Schindler (FW) - Foto: Simon Tschannerl

Er werde kein Gespräch mit unterlegenen Kandidaten suchen, um dort Wahlempfehlungen abzuholen. „Wir stehen für freie und unabhängige Politik.“ Für den 22. März rechnet er sich durchaus etwas aus. „Wer in der Stichwahl ist, der hat immer Chancen.“ Als Kreisvorsitzender der Freien Wähler sei er dankbar und stolz mit Blick auf viele gute Ergebnisse seiner Partei bei Bürgermeisterwahlen.

Kein Tipp zur Stichwahl

SPD-Landratskandidat Steve Brachwitz holte 3,3 Prozent. „Persönlich erhofft man sich immer mehr. Es ist deutlich weniger, als man es im Gefühl hat. Nüchtern betrachtet hat es sich abgezeichnet, dass CSU und Freie Wähler vorne liegen“, sagt er. Doch wolle er nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, da die Bürgermeisterwahl „einige respektable Ergebnisse“ gebracht habe. Einen Tipp zur Stichwahl möchte er nicht geben.

Der Linken-Kandidat Christian Oberthür (1,3 Prozent) bedankte sich nicht nur bei seinen Wählern, sondern vor allem bei seinen Parteimitgliedern für den „engagierten Wahlkampf, der ein gemeinschaftliches Erlebnis war und uns als Linke zusammengeschweißt hat“. Man werde sich, so man in den neuen Kreistag einziehe, weiterhin für bezahlbaren Wohnraum und Verbesserungen im ÖPNV einsetzen, sagte Oberthür.

„Wir werden uns jetzt aber nicht unterkriegen lassen“

„Der Landkreis Cham war und ist für uns ein schwieriges Pflaster“, sagte Sascha Kretz, der Kandidat der Grünen. Trotzdem sei das Ergebnis von 1,9 Prozent bei der Landratswahl „schon enttäuschend“. Da blicke man durchaus neidisch auf die Zahlen in Baden-Württemberg oder auch in Regensburg, so Kretz, der seinen Parteikollegen und allen Kandidierenden für ihren Einsatz dankte. „Wir werden uns jetzt aber nicht unterkriegen lassen“, sagte Kretz.

Alfred Stuiber, FDP, der am Wahlabend als Wahlhelfer in Roding aktiv war, ist mit seinem Ergebnis von 2,9 Prozent durchaus zufrieden. „So in die Richtung habe ich es auch erwartet“, sagte er und verwies darauf, dass er und seine Partei einen „eher verhaltenen Wahlkampf“ geführt hätten. „Ich finde es cool und bin überhaupt nicht traurig.“

Die drittplatzierte Kandidatin Christl Fischer (AfD) hatte bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass sie am Wahlabend kein Gespräch mit dem Bayerwald-Echo führen werde. Von diesem Kurs werde sie erst abweichen, wenn sich die Redaktion öffentlich bei ihr entschuldige für angebliche „Halbwahrheiten“ in der Berichterstattung über eine Veranstaltung, bei der die Frau aus Furth-Ränkam im Januar Gast des Echos war. Im Nachklapp hatte sie MZ-Journalisten als Lügner und die Arbeit der MZ-Redaktion als „riesengroßen Scheißdreck“ bezeichnet.

Noch gibt es keine Wahlempfehlung der Kleinen

Ob die unterlegenen Parteien eine Empfehlung für die Stichwahl ausgeben, stand am Sonntagabend noch nicht fest. Das wird sich erst zu Beginn der neuen Woche klären.

In den größeren Städten des Landkreises zeichnet sich ein durchaus unterschiedliches Bild. In Cham liegen Multerer (40,3 Prozent) und Schindler fast gleich auf. In Roding hat der Freie Wähler mit 29,3 Prozetn sogar einen Vorsprung von 1,2 Prozentpunkten vor dem Christ-Sozialen. Auffällig hier das Ergebnis von Lokalmatador Alfred Stuiber. Der FDPler erreicht 18,2 Prozent der Stimmen.

Furth im Wald wählt Multerer mit 67,4 Prozent. Hier kommt Schindler nur auf 11,6 Prozent. Auch in Bad Kötzting liegt der CSU-Mann mit 43,7 Prozent vorne. Schindler: 32,4 Prozent.

Auch in Waldmünchen erreicht Michael Multerer mit 53,5 Prozent die absolute Mehrheit. Christian Schindler kommt auf 25,3 Prozent. In Rötz liegen Multerer (41,2) und Schindler (41,0 Prozent) fast gleichauf.

Bei der Wahl vor sechs Jahren hatten sich die Stimmen wesentlich klarer verteilt. Amtsinhaber Franz Löffler (CSU) kam auf 67,5 Prozent. Mit großem Abstand auf Platz zwei landete Julian Preidl von den Freien Wählern (12,5 Prozent), gefolgt von Josef Lankes (AfD) mit 7,3 Prozent. Der Sozialdemokrat Sebastian Meier erreichte 5,1 Prozent. Andrea Leitermann (Grüne), Sönke Siebold (ÖDP) und Marius Brey (Linke) lagen teils deutlich unetr fünd prozent. Die Wahlbeteiligung damals: 67,1 Prozent.

So geht es weiter

Am Montag um 17 Uhr tagt der Wahlausschuss , um das Wahlergebnis der Landratswahl offiziell festzustellen. Die Stichwahl zwischen Michael Multerer (CSU) und Christian Schindler (Freie Wähler) findet am Sonntag, 22. März, statt. Die Wahllokale haben erneut von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Auch Briefwahl ist möglich. mh