Förderverein des SC Kleinwinklarn löst sich auf – Das sind die Gründe

Von Ralf Gohlke · 14. März 2026 um 05:00

Der Förderverein des SC Kleinwinklarn hat seine Auflösung beschlossen. In der Versammlung votierten 15 der insgesamt 21 Mitglieder einstimmig für diesen Schritt. Mit der Anzahl der stimmberechtigten Mitglieder war exakt die in der Satzung verankerte Quote einer Zweidrittelmehrheit für eine Auflösung vertreten.

Erich Schmid, Vorsitzender des SC Kleinwinklarn, bedauerte zwar den Schritt, konnte ihn aber auch nachvollziehen, nachdem es eine Änderung für die Besteuerung der Einnahmen von Vereinen gegeben hat. Demnach müssen Einnahmen aus steuerlich wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben und Zweckbetrieben, die 50 000 Euro nicht übersteigen, ab 2026 nicht mehr auf einzelne wirtschaftliche Tätigkeiten aufgeteilt werden. Tatsächlich war eine hohe Steuernachforderung 2010 das Motiv für die Gründung des Fördervereins.

Erlöse aus Veranstaltungen kamen dem Verein zugute

Der übernahm ab dem Zeitpunkt die wirtschaftlichen Zweckbetriebe wie die Gastwirtschaft, das alljährlich Franz-Koller-Gedächtnisturnier, Schafkopfturniere, die Christbaumversteigerungen oder das kleine, aber feine Open-Air-Rockfestival sowie einige mehr. Die Erlöse daraus kamen dem Verein jeweils als Spende zugute.

Ohne euch wären wir wahrscheinlich schon pleite.Erich Schmid, Vorsitzender des SC Kleinwinklarn

Auf über 150.000 Euro bezifferte Kassier Richard Meier den Betrag, der so in den vergangenen 15 Jahren an den Hauptverein überwiesen werden konnte. „Ohne euch wären wir wahrscheinlich schon pleite“, kommentierte Erich Schmid das umfangreiche Zahlenwerk mit einem Schmunzeln. Auch für 2025 konnte Josef Strasser, der dem Verein seit der Gründung vorstand, noch einmal eine positive Bilanz für die Veranstaltungen ziehen. Die Summe, die dem Hauptverein zugute gekommen war, konnte sich ebenfalls noch einmal sehen lassen.

Als zwei wesentliche Gründe für die Auflösung nannte Strasser die Anhebung des Steuerfreibetrages und den Wegfall des Open-Air-Festivals seit Corona. Zudem wäre heuer die Neuwahl einer komplett neuen Vorstandschaft nötig. „Aus persönlichen Gründen würde ich diesmal nicht mehr als Vorsitzender kandidieren“, unterstrich er. Der Schritt sei auch mit dem Gesamtvorstand des Hauptvereins vorbesprochen und abgestimmt worden. Bei der Beschlussfassung hielt sich Josef Strasser im Anschluss streng an die Satzung.

Überleben wäre schwierig geworden

Nach der Feststellung, dass die Anzahl der Wahlberechtigten nahezu punktgenau der Zweidrittelmehrheit entsprach, ließ er über den Auflösungsbeschluss abstimmen. Von der Möglichkeit zu einer Aussprache wurde kein Gebrauch mehr gemacht. Das Ergebnis war einstimmig 15:0, wie auch alle weiteren Abstimmungen. Dazu gehörte die Wahl von Richard Meier und Josef Strasser als Liquidatoren.

Die Übertragung des verbleibenden Vereinsvermögens an den Hauptverein war reine Formsache, da dies ohnehin in der Satzung geregelt war. Die Sperrfrist dafür beträgt ein Jahr während dem alle notwendigen Schritte beim Notar und beim Vereinsregister abzuwickeln sind. Josef Strasser beschloss das Kapitel Förderverein mit Worten des Dankes an Firmen, Gewerbetreibende, Spender sowie alle Helfer für die jahrelange aktive Unterstützung.

Gleiches galt für die gute Zusammenarbeit mit dem Hauptverein und die Möglichkeit, die Veranstaltungen auf dem Sportgelände abhalten zu können. Dem konnte sich Hauptvorsitzender Erich Schmid nur anschließen. Ohne den Förderverein wäre ein Überleben sicher schwierig geworden, sagte er noch einmal. Ein wenig fürchtete er schon jetzt, wie es denn werde, wenn der Verein alle Veranstaltungen künftig selbst organisieren müsse.