Wie sich der Raum Waldmünchen beim Kreistag entschieden hat: AfD und GLLW drin

Von Martin Hladik · 14. März 2026 um 05:00

Im nördlichen Landkreis hat der regionale Zusammenschluss von CSU und Freien Wählern wie gewünscht fünf Kandidaten in den Kreistag gebracht. Mit einer gleichstarken Mannschaft aus dem nördlichen Landkreis kann aber künftig auch die AfD aufwarten. Fünf ihrer künftigen Kreisräte kommen aus Waldmünchen und Schönthal. Alle weiter links im politischen Spektrum angesiedelten Parteien haben es aus dieser Region nicht in den Kreistag geschafft.

Welche Botschaft vermittelt dieser Wählerwille? Nach der politischen Farbenlehre wäre der nördliche Landkreis demnach Blau-Schwarz-Orange gefärbt. So ganz stimmt das aber nicht mit den Wahlergebnissen auf Gemeindeebene überein. Hier ist das Verhältnis umgekehrt und weitere Farben sind in den Gemeinden in und um Waldmünchen sichtbar.

GLLW ist stärkste regionale, überparteiliche Gliederung

Schauen wir uns zunächst die GLLW an. Sie ging mit zwei klaren Wahlzielen in die Kreistagswahl: Wieder fünf Sitze erringen und möglichst viele Bürgermeister in den Kreistag bringen. Das erste Ziel ist ihr gelungen, das zweite Ziel wurde aus verschiedenen Gründen klar verfehlt. Die GLLW ist bei der Kreistagswahl der stärkste überparteiliche regionale Zusammenschluss hinter den drei regionalen Gliederungen der Freien Wähler. Folgende fünf Kreisräte der GLLW haben (in der Reihenfolge ihres Stimmergebnisses) den Einzug geschafft: Wolfgang Kürzinger, Dr. Stefan Spindler, Siegfried Wagner, Stephan Thomas und Ludwig Reger. Damit sind zwei Freie Wähler (im Vergleich: +1) und drei CSUler der Region (im Vergleich: -1) wieder in den Kreistag eingezogen. Siegfried Wagner scheint sein Erfolg als Stimmenkönig bei der Stadtratswahl auch bei der Kreistagswahl geholfen zu haben. Erste Nachrücker sind übrigens der aktuelle Stellvertretende Bürgermeister Martin Frank aus Waldmünchen und Martin Holler, der neue Bürgermeister in Tiefenbach. Anja Kürzinger, die sich ganz bewusst auf einen der letzten Plätze der GLLW gesetzt hatte, rückt von Platz 58 auf Platz 10 hoch, ist aber nicht im Kreistag. Die beiden letzten Plätze auf der Liste hatten bei der Aufstellung die beiden scheidenden Bürgermeister Ludwig Prögler und Helmut Heumann eingenommen. Das brachte der Liste nochmals ein ordentliches Stimmenplus ein. Also eine taktisch kluge Entscheidung bei der Aufstellung.

Nicht erreicht wurde dagegen das Ziel, die Bürgermeister aus Rötz, Waldmünchen, Tiefenbach, Treffelstein und Schönthal in den Kreistag zu bringen. Waldmünchen und Schönthal haben ihre künftigen Bürgermeister im Gremium. Mit Reger und Spindler habe es sogar zwei Rötzer ins Gremium geschafft. Gute Atmosphäre dürfte es im Rötzer Lager dennoch nicht geben, denn Reger hat mit seinen Vorwürfen Spindler wahrscheinlich die entscheidenden Stimmen bei der Bürgermeisterwahl gekostet. Jetzt ist ein Freier Wähler, Gerhard Hofmann, neuer Bürgermeister in Rötz. Der hat aber bei den Freien Wählern Cham kandidiert und ist auf dem vierten Nachrückerposten.

In Treffelstein gab es lange Zeit keinen Bürgermeisterkandidaten. Deswegen ist der jetzt Gewählte, Armin Wallner, auch nicht auf der GLLW-Liste gewesen.

Der gewählte Bürgermeister in Tiefenbach, Martin Holler, hatte mit Platz 4 zwar einen guten Listenplatz, doch scheint seine überregionale Bekanntheit diesmal noch nicht gereicht zu haben, um in den Kreistag einzuziehen. Er ist zweiter Nachrücker.

Listenvorsitzender Stephan Thomas, übrigens im Kreistag und als Schönthaler Bürgermeister gewählt, beurteilt das Abschneiden seiner Person „insgesamt positiv“. „Der parteiübergreifende Zusammenhalt hat sich gelohnt“, sagt Thomas. Man wolle die Sachpolitik der vergangenen Jahre fortsetzen. Die GLLW werde, wie vor der Wahl angekündigt, wieder versuchen, Teil der Fraktion um die CSU zu werden. Die Gespräche dazu würden aber erst nach der Stichwahl stattfinden.

Mit den Kreisräten Josef Lintl, Stefan Eiber, Franz Pregler, Sebastian Heiland und Alfred Ziegldrum hat die AfD fünf Kreisräte aus Schönthal und Waldmünchen unter ihren insgesamt acht Kreisräten und damit ein personelles Schwergewicht im nördlichen Landkreis. Das stimmt aber nicht mit dem Abschneiden der Partei im Gesamtlandkreis überein. Ihre Wahlhochburgen liegen weiterhin im Landkreisosten. Allerdings war die AfD im nördlichen Landkreis im Kommunalwahlkampf durchaus aktiv und ist überall dort, wo sie angetreten ist, auch in die Gemeindegremien eingezogen, so wie in Tiefenbach und in Schönthal; für einen Neuling – und das ist bemerkenswert – mit zwei oder drei Sitzen in den Gremien.

AfD bietet Zusammenarbeit im Kreistag an

Wie wird sich die AfD jetzt im Kreistag verhalten? Dazu äußerte sich der Listenführer der Kreistagsliste Josef Lintl aus Schönthal/Hiltersried. „Wir wollen mit allen zusammenarbeiten “, sagt Lintl. Ein „nur dagegen “ sei nicht das Ziel der AfD in der Kommunalpolitik. Aber Positionen, wie das „Nein“ zur Windkraft werde man auch nicht aufgeben. Man werde abwarten, wie sich die anderen Parteien zur „Brandmauer“ verhalten. Wahlkampf habe man im gesamten Landkreis betriebe, dass jetzt so viele Kandidaten aus dem nördlichen Landkreis vertreten seien, habe eher personelle Gründe. Viele potenzielle Kandidaten aus anderen Gebieten hätten sich nach öffentlichem Druck wieder zurückgezogen, bedauerte Lintl.