Zuhause im Chodenland und in Bayern

Von Mittelbayerische Zeitung · 12. März 2026 um 21:38

Waldmünchen/Domažlice. Selbst in den kühnsten Träumen hatte Karl Reitmeier nicht mit einem solchen Ansturm zur Vernissage seiner Bilder-Ausstellung „Zuhause im Chodenland und in Bayern“ zu hoffen gewagt. Der Besucherraum im Städtischen Informationszentrum Domažlice und dem nebenan befindlichen Salon, in dem seine Bilder präsentiert werden, platzte mit Gästen von beiden Seiten der Grenze aus allen Nähten. Ludmila Brychová hatte alles vorbereitet. Dazu zählten nicht nur die musikalische Umrahmung durch die Gruppe Chodovanka, sondern auch die einführenden Worte von Ludmila Brychová, das Grußwort von Kamil Jindřich als Vertreter der Stadt und die Laudatio von Isolde Herold.

Der Mann mit der Kamera

Als Vertreter der Stadt Domažlice eröffnete Kamil Jindřich die Ausstellung. Er wies darauf hin, dass er Karl Reitmeier bereits seit 1998 als eine wichtige Persönlichkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit kennengelernt hat. Viele Leute würden Reitmeier als Mann mit der Kamera kennen, der sich an den Menschen und der Natur erfreut.

Isolde Herold von den Cerchov-Freunden trug die Laudatio vor. Sie ging auf den Lebenslauf und den beruflichen Werdegang Reitmeiers ein, der in Ränkam geboren wurde. Besonders zeichne ihn dessen Fähigkeit aus, Menschen zusammenzubringen. Er habe Freunde diesseits und jenseits der Grenze. Sein Engagement in Vereinen sei Ausdruck dieser verbindenden Kraft. Herold nannte diverse Auszeichnungen Reitmeiers, wie den Rescue-Preis für die Rettung eines tschechischen Skilangläufers, das Kreisehrenzeichen des Landkreises Cham, den Brückenbauer-Preis des Centrum Bavaria Bohemia, das „Goldene Herz für Europa“ und die Gedenkmedaille der Stadt Domažlice. Seine Kraft schöpfe Reitmeier beim Wandern, Radfahren und Skilanglaufen besonders auf und rund um seinen geliebten Berg Čerchov, dem er den Wanderführer „Der Čerchov ist immer das Ziel“ gewidmet hat.

Der Wunsch von Reitmeier sei, dass dieser Berg verbindet und hier Begegnungen entstehen, Verständnis wächst und Freundschaften beginnen. Mit seiner Kamera habe Reitmeier die Schönheit dieser Landschaft festgehalten. Seine Bilder, Vorträge, Ausstellungen und Führungen würden nicht nur die Natur zeigen, sondern auch die Liebe zu dieser Region und zu den Menschen.

Ludmila Brychová vertrat die Meinung, das jeder etwas Schönes über Karl Reitmeier erzählen könnte. Man könne ihn immer antreffen mit der Kamera bei Veranstaltungen in der böhmischen Grenzregion.

Karl Reitmeier, der sich in Begleitung seiner Frau und seiner beiden Töchter befand, war als letzter Redner an der Reihe. Besonders erfreut zeigte er sich über den Besuch des ehemaligen Bürgermeisters Zdeněk Novák, der ihm 2020 die Bürgermedaille der Stadt Domazlice verliehen hatte. Ferner freute er sich über den Besuch von Dekan Miroslaw Gierga und seines „böhmischen Bruders“, dem ehemaligen Forstdirektor Jan Benda. Gekommen waren auch der Vorsitzende des FC Ränkam, Manfred Dietl, Vera Poncarová, die das Titelfoto seines Wanderführers gemeinsam mit Traudi Wallner ziert, sowie die Čerchov-Freunde.

Großes Lob an die Kuratorin Ludmila Brychová

Als „wichtigste Person des Abends“ bezeichnete Reitmeier Ludmila Brychová, denn diese habe mit viel Herzblut die Bilderauswahl getroffen. Ihr überreichte er ebenso ein Präsent wie Isolde Herold und Dolmetscherin Edita Kočandrlová. Danach führte Reitmeier die Besucher zur Ausstellung.

Die Ausstellung ist noch bis 24. April geöffnet. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag jeweils von 7.30 bis 16 Uhr und am Samstag von 9 bis 12 Uhr.

Bei der Vernissage: Ludmila Brychova (v. l.) , Karl Reitmeier, Isolde Herold, Edita Kočandrlová und Kamil Jindřich