Iranerin liest aus ihren Büchern - Ein Titel lautet: „Wie wertvoll Frieden ist“

Zwei kleine Büchlein hat Shoreh Aghili auf Deutsch veröffentlicht. Ganz bewusst in einfacher Sprache, sagt sie. Schließlich sollen die Bücher auch andere Flüchtlinge lesen können. Eines behandelt ihre „Erfahrungen mit Jugendlichen Kriegsflüchtlingen“, so der Untertitel. Der Titel selbst klingt nach den aktuellen Entwicklungen fast prophetisch: „Wie wertvoll Frieden ist“.
Ihr anderes Buch ist eine Art Liebeserklärung an Cham, „ihre zweite Heimat“, wie Aghili sie nennt. Und tatsächlich vergleicht sie das kleine Cham mit ihrer Heimat- und Millionenstadt Isfahan, die unter anderm durch ihre türkisfarbige Moschee weltberühmt ist.
Shoreh Aghili ist seit 2011 in Deutschland und hat zwei Töchter, die studieren. Sie selbst ist Lehrerin an der Berufsschule und kümmert sich dort um Flüchtlingskinder. Für die Lesung am 22. März bringt sie aber nicht nur die Geschichten aus ihren beiden Büchern mit, sondern hat auch eine ganz neu geschriebene Kurzgeschichte. Die Herangehensweise von Aghili an ihre Beschreibung von Cham, schildert der Böhmertormacher Alois Nock so: Aglihi unterhalte sich quasi mit den Gegenständen, diese beschreibt. Warum, die Chamer Häuser schön seien und farbig, aber warum sie alle ähnlich aufgebaut seien, seien solche Fragen.
Dass sich Aghili für solche Dinge interessiert, hat etwas mit einem Nebenberuf in Iran zu tun. Dort habe sie für Zeitungen über Plätze und Gebäude in Isfahan geschrieben. Im Hauptberuf sei sie Lehrerin an einem Gymnasium gewesen. Zudem veröffentlicht sie auch weiterhin Bücher im Iran – Kurzgeschichten und zwei Biographien.
Sie berichtet, dass sie ihre ersten Tage in Deutschland in Rötz verbringen durfte und wie ihr dort geholfen wurde. So habe sie dort an der Schule mitgearbeitet. Dabei habe sie den Ausdruck „Ja, genau“ gelernt. Der bleibe für sie immer mit Rötz verbunden. Ähnlich sei es bei ihrer Mithilfe in der Bibliothek in Cham gewesen. Hier habe sie das Wort„Krimi“ gelernt.
Natürlich haben wir Aghili auch nach ihrer Meinung zum Irankrieg gefragt. Sie schildert zunächst, dass sie im Alter zwischen zehn und 18 Jahren sehr unter dem Krieg zwischen dem Irak und Iran gelitten habe. Wie damals habe sie auch jetzt Angst um die Menschen, um die Kulturgüter und „meine Heimat“. Sie würde sich wünschen, wenn das Wort Krieg aus dem Wörterbuch gestrichen werden könnte. Dennoch denke sie „immer positiv“. Das habe sie wahrscheinlich während der Bombenangriffe des Irak in ihrer Kindheit gelernt.

Den musikalischen Teil der Lesung von Shohreh Aghili werden Herrmann Seitz von der Landkreis Musikschule in Cham und Cuma Oda aus Damaskus in Syrien übernehmen. Beide haben im Landkreis schon mehrfach Konzerte gegeben. Sie versuchen, die europäische und die orientalische Art, Musik zu machen, zu verbinden. Dabei spielt Seitz Klavier und Oda die Oud, eine Laute. Mit ihr hat der Mathematiker auch schon in Damaskus Konzerte gegeben.
Die Musik aus Morgenland und Abendland wollen beide hörbar machen und verbinden. Dabei machen nicht nur die Instrumente den Unterschied, sondern auch die Tonleitern. Denn die orientalische Musik kennt Halbtöne, die dem europäisch geschulten Ohr ungewöhnlich vorkommen. Zu den orientalischen Stücken, die eher zur Konzertliteratur gehören, hat Seitz Klavierbegleitungen arrangiert. Genauso hat Cuma Oda europäische Klassikstücke von Schubert, Mozart und Bach für die orientalische Laute aufbereitet. Kleine Hörbeispiele beim Pressegespräch für die Veranstaltung zeigten, welch reizvolles Klangerlebnis am 22. März zu erwarten ist.
Das Konzert mit Cuma Oda ist für Seitz nicht das erste interkulturelle Musikprojekt. Seit 2015 spielt er immer wieder mit Musikern aus verschiedenen Flüchtlingsregionen zusammen. Zudem unterrichtet er Flüchtlingskinder an der Grundschule Cham musikalisch.
Die Veranstaltung am 22. März
Die Lesung von Shoreh Aghili mit Musik von Hermann Seitz und Cuma Oda findet am Sonntag 22. März im Bürgertreff am Böhmertor statt. Wie immer ist keine Anmeldung nötig und der Eintritt frei. Ein Spendenbox wird aufgestellt.