Jüngster Stadtrat findet: „Es ist cool“, mit dem Vater im Waldmünchner Stadtrat zu sein

Von Martin Hladik · 11. März 2026 um 17:00

Max Lampatzer ist mit 21 Jahren künftig jüngster Stadtrat in Waldmünchen im Landkreis Cham. Hier sagt er, was er sich von seiner Zeit in dem Gremium erhofft.

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Max Lampatzer ist mit 21 Jahren der jüngste Stadtrat in Waldmünchen. Er ist über die Liste junger Waldmünchner, einer CSU-nahen Liste, in das Gremium eingezogen. Zusammen mit dem gestern vorgestellten Matthias Heimann von den FW-nahen Jungen Wählern bildet Lampatzer ab Mai die jungen Bürger im Stadtratsgremium ab.

Das politische Interesse von Lampatzer ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. Nicht nur, dass sein Vater, Jürgen Lampatzer, für die CSU im Stadtrat sitzt, sondern auch, dass die Großeltern väter- und mütterlicherseits politisch engagiert waren. Künftig mit seinem Vater gemeinsam im Stadtrat zu sitzen, findet Max Lampatzer „schon cool“. Zudem habe er bei Verständnisfragen auch einen erfahrenen Ansprechpartner.

Er will die Meinung junger Leute hörbar machen

Max Lampatzer selbst ist seit 2025 bei der CSU. Eine JU gebe es in Waldmünchen nicht, deswegen gebe es auch die Liste junger Waldmünchner, erklärt Lampatzer. Solche Listen seien wichtig , um „die Meinung junger Leute“ auch im Stadtrat hörbar zu machen. Waldmünchen habe das Glück, zwei solcher Listen zu haben. Das gebe es nicht in vielen Orten. Auch um junge Kandidaten in den Stadtrat zu bringen, seien solche Listen wichtig. „Auf einer großen CSU-Liste gingen die sonst verloren“, sagt Lampatzer.

Das gelte auch für die Chancen eines Einzugs in den Stadtrat. Da begünstige das bayerische Wahlgesetz kleinere Parteien. Er sei mit 617 Stimmen in den Stadtrat gekommen, der erste Nachrücker bei der CSU habe dagegen 1023 Stimmen und sei nicht im Stadtrat. Um eine eigene Gruppierung zu finden, müsse man aber auch 20 Gleichgesinnte finden, die mit einem auf die Liste gingen. Etliche seien auf die Liste der LjW gegangen, weil sie wollten, dass ein junger Mann oder eine junge Frau in den Stadtrat kommt. Tatsächlich die Bereitschaft, sich sechs Jahre im Stadtrat zu engagieren, hätten aber wenige gehabt. Dennoch habe er das Gefühl, dass es unter jungen Leuten ein gewachsenes Interesse an der Politik gibt.

Die Interessen Lampatzers jenseits der Politik sind vielfältig. Weil er dadurch bekannt ist, sei er sicher auch gewählt worden. Politisch sei er ja noch nicht so in Erscheinung getreten, analysiert Lampatzer. Tatsächlich kann Lampatzer eine für einen 21-Jährigen beeindruckend lange Liste an ehrenamtlichen Tätigkeiten vorweisen. Zum einen ist er durch seinen Einsatz für die Freilegung der Waldmünchner Felsenkeller bekannt geworden. Die Keller seien mittlerweile erschlossen. Jetzt wolle man sie auch der Öffentlichkeit zugänglich machen, sagt Lampatzer. Er weist auf die Internetseite des Museumsvereins hin, auf der ein Spendenaufruf für die Ausstattung der Felsenkeller zu finden ist. Die Ausgrabungen hätten sich mit seinen Interessen gedeckt, begründet er sein Engagement. Geschichte und Architektur interessierten ihn schon lange. Und natürlich sei er auch Mitglied im Museumsverein. Bei der KLJB sei er in der Vorstandschaft, außerdem sei er FFW-Mann und ausgebildeter Maschinist. Beim Trenckvererin sei er einer der Panduren und als ehemaliger Oberministrant organisiere er immer noch die Zeltlager für die Ministranten. Zuletzt hat ihn die Öffentlichkeit bei einem Vortrag über seine dreimonatige Finnlandreise erlebt.

Und welche Aufgaben sieht Lampatzer als junger Stadtrat auf sich zukommen? Man könne damit rechnen, dass Heimann und er als Jugendbeauftragte benannt werden. Die Zusammenarbeit werde sicher funktionieren. Man habe sich ja auch im Wahlkampf verständigen können. Thematisch sei er dabei am Ausbau der Jugendbeteiligungsformate interessiert. Das habe in den vergangen Jahren gut funktioniert, jetzt müsse man auf die Vereine zugehen und sich in den Jugendabteilungen umhören. Dort sei auch die Schwelle der Jugendlichen zur Politik nicht mehr so hoch.

An politischen Themen nennt Lampatzer die Wohnungssuche. Die sei gerade für junge Leute schwierig. Nebenbei erwähnt er, dass er selbst gerade in das frühere Häuschen von „Oma und Opa“ ziehe. Neben dem Wohnen seien auch Arbeitsplätze für junge Menschen wichtig und natürlich die Stadthalle. Aber die Halle sei für alle Generationen wichtig, sagt Lampatzer. Ginge es nur nach seinem Empfinden, dann bliebe die Jahnhalle und die Stadthalle entstünde an einem anderen Ort. Er schätze die Atmosphäre der Jahnhalle. Tatsächlich sei aber ein große Veranstaltungshalle für Bälle etc. nötig.

Harmonie gewünscht, aber nichts gegen Diskussionen

Als Stadtratsneuling geht Lampatzer mit zwei Erwartungen in das Gremium. Einmal, dass der neue Bürgermeister Wolfgang Kürzinger für „alle Generationen, Leute und Themen gesprächsoffen ist“ und zum anderen, dass das „harmonische Miteinander“ des Stadtrats bleibt. „Ich hab aber nix gegen eine harte Diskussion, bei der was rauskommt“, sagt Lampatzer.