Benefizturnier in Regensburg: Diese Promis sind geheime Schafkopf-Profis
Von Daniel Pfeifer · 13. März 2026 um 15:00
„Zeig mir, wie du Schafkopf spielst und ich sage dir, wer du bist.“ Was für ein Glück, dass ein fantastisches neues Promi-Benefizturnier bei Regensburg, das unglaubliche 40.000 Euro für krebskranke Kinder sammelte, eine Möglichkeit bot, Star-Spielern in die Karten zu schauen – vom Filmstar bis zur Bayern-Legende – und sie ganz genau zu analysieren. Welcher Promi am besten spielt, sehen Sie im Video.
Am Donnerstagabend fand im Gasthaus Walba bei Regensburg das 1. Hans-Dorfer-Schafkopfturnier statt. 96 regionale oder national prominente Teilnehmer kartlten um die Wette und erspielten am Ende 40 000 Euro für einen guten Zweck.
Mehmet Scholl – glücklose Legende: „Weltbester Fußballer, weltschlechtester Ausspieler“ – Autsch, der Spruch einer Mitspielerin sitzt. Mehmet Scholl grinst ihn weg. Er hat seinen inneren Frieden, hat er doch schon alles erreicht im Leben, inklusive acht deutscher Fußball-Meisterschaften. Verlorene Spiele nimmt er gelassen, meist sitzt er ruhig am Tisch, tut nie, als ob er was besseres wäre. Doch dann: In einem verloren geglaubten Sauspiel ist er farbfrei und kann stechen. Mit Wucht hämmert er die Karte auf den Tisch wie einen Schuss einst ins obere Eck. Genüsslich. Diese Legende. Endstand: Platz 94 - Foto: Daniel PfeiferBruno Jonas – Komik statt Pokerface: Ok, ein Pokerface ist beim Schafkopfen nicht verpflichtend, aber die Gesichtszüge von Bayerns vielleicht liebstem Kabarettisten lassen sich lesen wie einen Abenteuerroman. Kriegt er schlechte Karten, gibt es ein mimisches Feuerwerk. Manchmal verratscht er sich, zum Beispiel mit Ex-Jahn-Boss Hans Rothammer. Seinen Spielstil beschreibt er selbst lachend als „a bisserl unaufmerksam“. Was man ihm aber lassen muss: Er ist verdammt schnell im Punkte-Zählen. Kein Wunder, immerhin spielt er schon fast 60 Jahre. Das Spiel lernte er als Ministrant. Endstand: Platz 89 - Foto: Daniel PfeiferWalter Jonas – Presidente con fuego: Am guten Humor merkt man, dass der Präsident der Oberpfalz auch der Bruder von Bruno Jonas ist. Wer denkt, ein Verwaltungschef ist staatstragend fad, irrt. Mit Feuer und Hingabe spielt er. Gewinnt er, lacht er wie ein Schulbub, verliert er, pfeffert er die Karten weg. Braucht ein Mitspieler zu lange, wippt er nervös mit dem Bein. Ein Highspeed-Kartler, immer einen Spruch parat. Für ihn ist Schafkopf bayerisches Kulturgut, das alle Kinder lernen sollten: „Ein Denksport, der unheimlich Spaß macht, Gemeinschaft – das is Schafkopf.“ Er wird Siebter – Respekt! Endstand: Platz 7 - Foto: Daniel PfeiferMarkus Mittermeier – Spiel mit Herz: Filmstar-Allüren? Markus Mittermeier, frisch zurück von Berlinale und einem Dreh in Wien, gibt sich unter so vielen Schafkopf-Profis eher unsicher. Er sagt nicht: „I spui a Solo“, sondern „I probierat a Solo“. Warum eigentlich? Er macht gut Punkte – auch wenn er es gelegentlich nicht merkt. „Wie, des hamma g‘wonna?“ fragt er nach einem Sauspiel seinen Partner. Eigentlich ist ihm Sieg oder Niederlage auch „wurscht“, sagt er. Ihm geht es um den guten Zweck. Wie kaum ein Promi unterstützt er den VKKK seit Jahren. Für ihn war klar: Er spielt auch hier mit. Endstand: Platz 33 - Foto: Daniel PfeiferAnton Schmaus – Lasst ihn kochen: Archäologische Sensation: In Regensburg haben’s einen ausgegraben, der hat immer noch gemischt. Ok, Schafkopf-Witz beiseite – Sterne- und Nationalmannschafts-Koch Anton Schmaus mischt die Karten schon gern lang und intensiv. Ebenso intensiv denkt er beim Spiel nach, wenn es darum geht, bloß nicht den falschen Trumpf wegzuwerfen – analytisch und in stiller Ruhe, als wäre er in einer anderen Welt. Schmaus spielt, seit er vier Jahre alt ist. Gekonnt und spielerisch aggressiv, aber heute glücklos. Tja, sagt er: „Schafkopf ist unberechenbar.“ Endstand: Platz 90 - Foto: Daniel Pfeifer
Hans Dorfner ruft und die größten Fußballer kommen nach Regensburg
„Ich freue mich unglaublich, ich bin unglaublich glücklich“, sagte Initiator und Fußballlegende Hans Dorfner zur Turniereröffnung. Alle Prominenten, die er angeschrieben hatte, hatten zugesagt – von Fernseh-Kommentator Didi Hamann bis Toni Lauerer über Fußballweltmeister Stefan Reuter und Markus Weinzierl. Ex-Bundesliga-Profi Oli Fink fuhr sogar extra aus Düsseldorf her.
Riesenfreude: Irmgard Scherübl vom VKKK nimmt einen Scheck über 40.000 Euro Spenden von Hans Dorfner entgegen. - Foto: Daniel Pfeifer
Hans Dorfner dankte den Teilnehmern und Sponsoren, die Geld und Preise bereitstellten: Fc-Bayern-Karten, ein Ipad, ein Fahrrad, eine Armbanduhr. Er dankte auch Evi Menzl, Wirtin der Walba, und Schafkopf-Vizenationalmeister Max Schramm, der mit seiner Familie alles spielerische organisierte (gespielt wurde übrigens ein „Kurzer“, für alle Schafkopf-Conaisseure).
VKKK-Chefin ist überwältigt von Turnier-Spendensumme
Vor der Preisverleihung wurden noch Wein und ein FCB-Trikot, signiert von Harry Kane, versteigert. Als VKKK-Vorsitzende Irmgard Scherübl den Scheck über die unglaubliche Summe von 40.000 Euro überreicht bekam, konnte sie es kaum fassen. Überwältigt sagte sie allen „Vergelt‘s Gott“.
Die beiden Musiker Hannes Mitterweger (Gitarre) und Chris Pauli (Quentschn) kennen sich über den VKKK und spielten zum Benefizturnier in der Walba bei Regensburg. - Foto: Daniel Pfeifer
Die Promis und großzügigen Teilnehmer würden „den Betroffenen eine Chance geben mit diesem Geld“, sagte sie. Der VKKK unterstützt krebskranke und körperbehinderte Kinder und deren Familien in Ostbayern. Gewonnen hat das 1. Hans-Dorfner-Schafkopfturnier am Ende übrigens mit dominanten 94 Punkten der Lokalmatador Thomas Bösl aus dem westlichen Landkreis Regensburg, vor Andreas Lang und Marcus Praller. Schon jetzt steht fest: Das Benefizturnier findet 2027 wieder statt.