„Ein Marathon der guten Taten“: Irmgard Scherübl erhält die Alois-Glück-Medaille

Die Vorsitzende des VKKK engagiert sich seit Jahrzehnten zugunsten von erkrankten Kindern und deren Familien. CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek lobte den besonderen Geist, den man schon beim Betreten des Nachsorgezentrums in Zeitlarn spüre.
Irmgard Scherübl warf einen kurzen Blick auf die Alois-Glück-Medaille, lächelte verstohlen in sich hinein und legte das schwarze Kästchen dann schnell auf das Rednerpult zurück. „Ich sehe diese Auszeichnung als Ehrung für das gesamte Vorstandsteam“, sagte sie, und es wurde deutlich, dass es ihr schwer fiel, die Lobeshymnen anzunehmen.
Irmgard Scherübl ist seit 1996 für den Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern e.V. (VKKK) ehrenamtlich tätig und seit 2000 im Vorstand aktiv. 2022 übernahm sie den Vorsitz und zieht seither im Hintergrund die Strippen im Verein, der sich der Unterstützung von Familien krebskranker Kinder verschrieben hat.
„Auszeichnung für uns alle“
Letztes großes Projekt war die Eröffnung des Nachsorgezentrums für Familien in Zeitlarn. „Ich würde lieber für den VKKK hier stehen und nicht für mich“, betonte sie. „Es ist eine Auszeichnung für uns alle, die wir seit Jahren Seite an Seite arbeiten.“ Um Scherübl die Auszeichnung zu überreichen, kam der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, nach Zeitlarn, wo er vor zahlreichen Ehrengästen aus Politik und vor Kooperationspartnern die Alois-Glück-Medaille überreichte. Vorgeschlagen wurde Irmgard Scherübl vom Landtagsabgeordneten Patrick Grossmann aus Sinzing.
Ihm sei es ein Anliegen gewesen, sich für das jahrzehntelange Engagement zugunsten von erkrankten Kindern und deren Familien zu bedanken. Beim VKKK e.V. würden sich viele Menschen für die gute Sache gemeinsam engagieren. „Am Ende muss es aber einen Motor geben, der alles vorantreibt“, erklärte er mit Blick auf das soziale Wirken von Scherübl. Die Alois-Glück-Medaille würdigt Menschen mit herausragendem sozialen Engagement in Bayern. Die Verleihung erfolgt durch die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag.

Klaus Holetschek lobte den besonderen Geist, den man schon beim Betreten des Nachsorgezentrums in Zeitlarn spüre. Scherübl halte sich immer bescheiden im Hintergrund. „Sie stellt die Sache in den Mittelpunkt“, betonte Holetschek. „Wir brauchen in unserer Gesellschaft Vorbilder, an denen sich andere ein Beispiel nehmen können.“ Holetschek erinnerte daran, dass Scherübl selbst mit der Krebserkrankung ihres Sohnes zurechtkommen musste und dieses schicksalhafte Lebensereignis genutzt habe. Besonders hervorzuheben sei, dass der Verein stets auf Eigenengagement gesetzt und nicht vorwiegend nach der Unterstützung durch den Staat gerufen habe. Es gehe beim VKKK e.V. dauerhaft darum, Menschen zu gewinnen, die unterstützen. „Es ist ein Marathon der guten Taten, den sie auf den Weg bringen.“
Forschungszentrum geplant
Vorstandsmitglied Martin Wunnike wies darauf hin, dass Regensburg die kleinste Universitätsklinik Bayerns habe mit der größten Kinderonkologie-Station. Der VKKK e.V. arbeite aktuell unterstützt durch Staatsminister Albert Füracker aktiv am Bau eines Forschungszentrums, unter anderem für die Kinderonkologie.
An der Verleihung der Medaille in Zeitlarn nahmen auch Regensburgs Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein, Landrätin Tanja Schweiger, Zeitlarns Bürgermeisterin Andrea Dobsch und die Bürgermeisterin von Roding, der Heimatgemeinde von Scherübl, Alexandra Riedl, teil. Mit dabei waren auch Kooperationspartner wie Alexandra Wolf vom Armin-Wolf-Laufteam, Professor Hugo Segerer als Stiftungsvorsitzender von Kuno und vom Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte VKM Benno Möckershoff und Engelbert Weiß.
Der VKKK
Mitglieder: Der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern ist ein gemeinnütziger Verein mit heute 1300 Mitgliedern, der sich seit 1989 für krebskranke und körperbehinderte Kinder sowie deren Familien in Ostbayern einsetzt. Er finanziert sich durch Spenden und unterstützt Betroffene sozial, psychologisch, rechtlich und finanziell.
Angebote: Der VKKK e.V. betreibt seit 2010 ein Elternhaus mit 25 Zimmern nahe der Kinderklinik in Regensburg und ein Nachsorgezentrum in Zeitlarn. Zudem organisiert der Verein Freizeit- und Unterstützungsangebote, begleitet Familien nach der Therapie und hilft auch in Trauerfällen.