OB-Stichwahl in Schwandorf: So positionieren sich die unterlegenen Parteien

Von Jan Lange, Martin Kellermeier · 14. März 2026 um 05:00

In gut einer Woche entscheidet sich in Schwandorf, wer ab 1. Mai Oberbürgermeister ist: Die Stichwahl am 22. März zwischen Amtsinhaber Andreas Feller (BLS) und Andreas Wopperer (CSU) verspricht Spannung. Nun haben sich die Parteien, die mit ihren OB-Kandidaten unterlegen waren, positioniert.

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Wie berichtet, hatte Feller den ersten Wahlgang mit 35,3 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Auf Platz zwei folgte Wopperer (17,6 Prozent). In absoluten Zahlen trennten die beiden Bewerber für das höchste Amt im Schwandorfer Rathaus exakt 2447 Stimmen.

Seit dem Wahlsonntag dürften die Telefondrähte glühen. Es ist davon auszugehen, dass sich die beiden Stichwahlkandidaten um die Unterstützung anderer Parteien bemühen. Großen Erfolg hatten sie dabei bislang nicht, wie Recherchen der MZ zeigen. Keine der Parteien, deren OB-Kandidat nicht den Sprung in die Stichwahl schaffte, gibt eine Wahlempfehlung ab.

Unabhängige Wähler sprechen mit Bürgerliste

Auf Platz drei war im ersten Wahlgang Kurt Mieschala (UW) gelandet. Der Abstand zu Wopperer war mit 66 Stimmen hauchdünn. Auf Anfrage der MZ sagte der Jurist, dass er von einer Wahlempfehlung absehe. Offener sei er dagegen für eine Zusammenarbeit im Stadtrat. „Es laufen bereits konstruktive Gespräche mit der BLS“, teilte Mieschala mit. Eine entsprechende Anfrage vonseiten der CSU hätten die UW dagegegen abgelehnt.

„Für uns ist es egal, ob es A oder B wird. Das ist dieselbe Soße.Reinhard Mixl, Vorsitzender des AfD-Kreisverbands

Da es so aussieht, als wäre auch in der neuen Periode des Stadtrats mit keiner „konstruktiven Zusammenarbeit“ zwischen seiner Partei und den anderen Gruppierungen zu rechnen, sieht auch Reinhard Mixl von der AfD von einer Wahlempfehlung für einen der beiden Stichwahl-Kandidaten ab. Der Bundestagsabgeordnete kann ohnehin kaum einen Unterschied zwischen den beiden Bewerbern feststellen. „Für uns ist es egal, ob es A oder B wird. Das ist dieselbe Soße“, so Mixl. Er spielte damit auf die CSU-Vergangenheit Fellers an. Er, Mixl, werde daher „keinen von beiden“ wählen.

SPD bleibt vor der Stichwahl in Schwandorf neutral

Auch Andreas Weinmann und seine SPD-Parteifreunde wollen sich vor der Stichwahl auf keine Seite schlagen. Der unterlegene OB-Kandidat (9,1 Prozent) stellte fest, dass die Auseinandersetzung zwischen Feller und Wopperer bereits mit der CSU-Nominierungsversammlung im Frühjahr 2025 begonnen habe. Man wolle sich da nicht einmischen. „Es ist die Entscheidung der Bürger“, stellte Weinmann mit Blick auf den anstehenden Wahlgang fest.

Mit ihrem OB-Kandidaten Dieter Jäger (6,3 Prozent) hatten die Freien Wähler in Schwandorf kaum etwas mit dem Ausgang der Wahl zu tun. Und auch vor der entscheidenden Abstimmung am 22. März hält sich die Gruppierung zurück. „Es wird kein öffentliches Statement für eine Empfehlung zur Stichwahl geben“, sagte der frischgewählte FW-Stadtrat Florian Spiegler.

Die wenigsten Stimmen unter den sieben OB-Kandidaten konnte Tobias Mainka (Linke) am 8. März auf sich vereinen. Lediglich 1,7 Prozent entfielen auf ihn, für den Sprung in den neuen Stadtrat reichte es dennoch. Auch der Klardorfer lässt seinen Wählern „freie Hand“. Eine Wahlempfehlung vonseiten der Linkspartei sei nicht zu erwarten.