Showdown zwischen Amtsinhaber und Stellvertreter – So lief die OB-Wahl in Schwandorf

Von Jan Lange, Philipp Breu, Martin Kellermeier, Hubert Heinzl · 8. März 2026 um 23:31

In Schwandorf kommt es tatsächlich zum Duell zwischen dem amtierenden Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) und seinem Stellvertreter Andreas Wopperer (CSU). Beide treten am 22. März in der Stichwahl gegeneinander an. Eine bemerkenswerte Szene gab es nach Verkündung der Wahlergebnisse am Marktplatz.

Die Schwandorfer haben entschieden: Rund 23.000 Bürger waren am Sonntag aufgerufen, den Oberbürgermeister für die kommenden sechs Jahre zu bestimmen. Wie von vielen Beobachtern erwartet, ist am Sonntag noch keine Entscheidung gefallen. Andreas Feller (BLS) und Andreas Wopperer (CSU) müssen in die Stichwahl.

Um 19.38 Uhr Uhr lag das vorläufige Endergebnis vor. Andreas Feller sicherte sich demnach 35,3 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor Andreas Wopperer. Der CSU-Kandidat kam auf 17,6 Prozent. Knapp dahinter folgte UW-Kandidat Kurt Mieschala, der auf 17,2 Prozent kam. Roland Kraus (AfD) landete mit 12,8 Prozent auf Platz vier, gefolgt von Andreas Weinmann (SPD, 9,1 Prozent), Dieter Jäger (FW, 6,3 Prozent) und Tobias Mainka (Linke, 1,7 Prozent).

Die Wahlbeteiligung war in der Großen Kreisstadt überraschend niedrig. Gerade einmal 13.949 der 23.077 Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. Das sind 60,4 Prozent.

Zu Karel Gotts Biene Maja feierten Feller und seine Begleiter

Amtsinhaber Andreas Feller verfolgte die Wahl zusammen mit einigen persönlichen Weggefährten und Kandidaten seiner Bürgerliste Schwandorf (BLS) im Gasthaus Schmidtbräu. Dort war eine Leinwand samt Beamer aufgebaut, auf der die Ergebnisse live übertragen wurden.

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Nachdem alle 41 Wahllokale ausgezählt wurden, herrschte ausgelassene Stimmung. Auch wenn Feller im ersten Anlauf nicht die absolute Mehrheit von über 50 Prozent holen konnte, verbreitete das Ergebnis von 35,3 Prozent bei seiner Gruppierung dennoch Hoffnung. Dementsprechend groß war auch die Schar an Gratulanten, die ihrem „Andi“ um den Hals fielen.

Eine Bienenstich-Torte mit Fellers Gesicht gab es oben drauf. „Die CSU hat eine Biene, aber wir haben eine Hummel“, sagte BLS-Stadtratskandidat Lothar Kick und spielte damit auf den Gegenkandidaten in der Stichwahl Andreas Wopperer an. Dieser ist bei der Faschingsgesellschaft Schwandoria Schwarz-Gelb aktiv. Deren Maskottchen ist eine Biene. Jener Vergleich sorgte für Lacher im Saal. Dann ertönte auch noch Karel Gotts Biene Maja – und die Gläser klirrten.

„Bei sieben Kandidaten ein Drittel der Stimmen auf sich zu vereinigen, ist schon ein Zeichen. Es ist aber auch ein Zeichen, dass man sich nicht ausruhen darf“, sagte Feller in einer ersten Reaktion. Schließlich würden bei der anstehenden Stichwahl die Karten völlig neu gemischt. „Wir werden uns am Montag mit der Bürgerliste treffen und dann die weitere Strategie festlegen“, so Feller.

CSU kehrte Feller den Rücken und schickte Andreas Wopperer ins Rennen

Am 22. März kommt es nun zum Showdown zwischen dem Amtsinhaber und seinem Stellvertreter. Andreas Wopperer ist seit 2021 der 2. Bürgermeister. Er hatte im Vorfeld das Vertrauen der CSU bekommen und sich Anfang Mai 2025 bei einer Kampfabstimmung gegen Andreas Feller durchgesetzt. Beide hatten für die Christsozialen ihren Hut in den Ring geworfen, um bei der Oberbürgermeisterwahl anzutreten.

Mit seinen Parteifreunden hatte sich Andreas Wopperer am Sonntag im Hotel Grabinger in Büchelkühn getroffen, um die Wahlergebnisse zu verfolgen. Als um 19.38 Uhr das Endergebnis auf der großen Leinwand erschien, brandete Jubel auf.

Daumen hoch: Andreas Wopperer (CSU) hat es in die Stichwahl geschafft. Dazu gratulierte auch die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf (ebenfalls CSU). - Foto: Jan Lange

Gut eine Stunde zuvor, als die ersten Gebiete ausgezählt waren, war die Stimmung bei der CSU-Wahlparty dagegen noch verhalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wopperer noch auf dem dritten Platz deutlich hinter dem AfD-Kandidaten gelegen. Doch während der Stimmenanteil von Roland Kraus mit jedem weiteren Ergebnis immer weiter abnahm, konnte Wopperer seinen Anteil stabilisieren. Intern hatten einige CSU-Mitglieder mit einem Dreikampf zwischen Andreas Feller, Andreas Wopperer und Kurt Mieschala gerechnet. Mit dieser Einschätzung lagen sie gar nicht so schlecht.

Beide Kandidaten kündigten engagierten Wahlkampf an

Zu den ersten Gratulanten gehörte die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf. Wopperer zeigte sich froh, dass er das gewünschte Ergebnis, mindestens die Stichwahl zu erreichen, geschafft habe. „Es hätte besser sein können“, meinte er mit Blick auf seine 17,6 Prozent. Mit einem engagierten Wahlkampf, der gleich am Montag beginnen soll, will Wopperer dennoch OB werden.

Auch Kurt Mieschala hätte Feller den Posten des Oberbürgermeisters gerne streitig gemacht. Doch für den Kandidaten der Unabhängigen Wähler (UW) reichte es am Ende knapp nicht. Nur 66 Stimmen trennten ihn vom Zweitplatzierten Andreas Wopperer.

Verfolgte den Wahlabend im ehemaligen FC-Vereinsheim: Für UW-Kandidat Kurt Mieschala hat es knapp nicht zur Stichwahl gereicht. - Foto: Hubert Heinzl

Nach Verkündung des Ergebnisses war dem Rechtsanwalt die Enttäuschung anzumerken. „Ich bin schon davon ausgegangen, dass ich es wieder in die Stichwahl schaffen kann“, sagte Mieschala mit Blick auf die vergangene Oberbürgermeisterwahl 2020. Da gelang ihm mit 21,7 Prozent noch der Sprung in die Stichwahl. Er unterlag dort aber gegen Andreas Feller, der damals noch für die CSU ins Rennen gegangen war.

Mit mehr Stimmen hätte auch Roland Kraus von der AfD gerechnet. „20 Prozent hätte ich schon für realistisch gehalten“, sagte er der MZ. Dennoch sei er mit dem Ergebnis unterm Strich zufrieden. Schließlich sei er zum ersten Mal als OB-Kandidat angetreten. Dass Amtsinhaber Andreas Feller am Ende mit dem besten Ergebnis abschnitt, sei aus seiner Sicht erwartbar gewesen.

Auch wenn er sich mehr Stimmen erhofft hatte, zeigte sich AfD-Kandidat Roland Kraus (2. v. r.) am Ende zufrieden. Er wurde am Wahlabend unter anderem von Thomas Deutscher, seiner Mutter Luise Kraus und seiner Frau Iva (v. l.) begleitet . - Foto: Martin Kellermeier

Ob der amtierende OB auch bei der kommenden Stichwahl als Sieger hervorgeht, wird der 22. März zeigen. Dann müssen die Schwandorfer nur noch zwischen zwei Namen entscheiden: Andreas Feller oder Andreas Wopperer.

Kurz nach Verkündung der Ergebnisse ließen es sich beide Kandidaten nicht nehmen, sich am Schwandorfer Marktplatz die Hand zu reichen und zu gratulieren. Einen zweiten Handschlag gab es beim anschließenden Foto auf Bitten der Presse allerdings nicht.