Landratsamt Schwandorf bleibt fest in CSU-Hand – Thomas Ebeling bestätigt

Von Vanessa Ebert · 8. März 2026 um 22:51

Thomas Ebeling sitzt für weitere sechs Jahre im Chefsessel des Landratsamtes Schwandorf. An das Traumergebnis von 2020 konnte der Amtsinhaber zwar nicht anknüpfen, doch am Ende erreichte er immerhin eine Mehrheit von 54,8 Prozent – und das bei vier Herausforderern.

Damit ließ der Jurist die zweitplatzierte SPD-Kandidatin Marianne Schieder (20,6 Prozent) und den drittplatzierten Thomas Borcuch (16,1 Prozent) ebenso hinter sich wie CWG-Kandidatin Christina Bauer (5,8 Prozent) und Diana Schulz von der Partei Die Linke (2,7 Prozent).

Somit tritt der Jurist am 1. Mai seine dritte Amtszeit an. Bei der letzten Kommunalwahl 2020 war der heute 50-Jährige besonders souverän durchmarschiert. Mit 69,4 Prozent – das waren 52 464 Stimmen – erreichte er ein Traumergebnis. Damals ging Ebeling in allen Gemeinden und Städten im Landkreis als Stimmengewinner hervor. Besonders stark schnitt er 2020 zum Beispiel in Neukirchen-Balbini (84,7 Prozent), Guteneck (81,7 Prozent), Weiding (81,7 Prozent) oder Niedermurach (81,6 Prozent) ab. In der Stadt Schwandorf holte er 66,9 Prozent der Stimmen.

In Neukirchen-Balbini und Wackersdorf abgeräumt

Bis auf Gleiritsch, wo Marianne Schieder (SPD) vorn lag, eroberte er auch dieses Mal wieder alle Städte und Gemeinden im Landkreis. In Schwandorf kam er bei der aktuellen Wahl auf 54,3 Prozent. Stark schnitt er zum Bespiel auch in Neukirchen-Balbini (70,4 Prozent), Wackersdorf (60,2 Prozent) oder Fensterbach (61 Prozent) ab.

Am Wahlabend wurde es dennoch spannend: Im Laufe der Auszählung lag Ebeling sowohl über als auch unter der 50 Prozent-Marke. Am Ende wurden es 54,8 Prozent, die ihm den Weg in die dritte Amtszeit freimachten. „Unser Ziel war es, eine Stichwahl zu vermeiden. Im ersten Wahlgang wiedergewählt zu werden, das ist ein Ergebnis, das mich stolz und froh macht“, erklärte Ebeling, als er am Wahlabend in der Geschäftsstelle des CSU-Kreisverbandes eintraf. Dort nahmen ihn Kreisvorsitzender MdL Alexander Flierl und die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf in Empfang und gratulierten zum „starken Ergebnis“. Positiv bewertete der Landrat, „dass sich die radikalen Kräfte nicht durchsetzen konnten und die demokratischen dagegen gut gewählt wurden.“

Volle Rückendeckung aus den eigenen Reihen

Im Juli hatte die CSU-Kreisvorstandschaft den Juristen erneut als Landratskandidaten nominiert. Dabei erhielt er mit 100 Prozent der Stimmen volle Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Der Landkreis sei attraktiv und modern – und das trage Ebelings Handschrift, so äußerste sich damals Flierl.

Wie Ebeling bereits in der Vergangenheit bekräftigt hatte, möchte er in einer neuen Amtszeit einige Projekte zum Abschluss bringen. Das wären zum einen die Baustelle beim Beruflichen Schulzentrum in Schwandorf. Mit dem Technologiecampus werde die Große Kreisstadt außerdem zu einem Hochschulstandort. Diese Ziele kann er nun in Angriff nehmen.

2014 gab es eine Stichwahl mit Marianne Schieder

Marianne Schieder (63) erreichte mit 20,6 Prozent den zweiten Platz. Sie war bereits 2014 gegen Ebeling in den Wahlkampf gezogen. Nachdem sie damals im ersten Wahlgang noch knapp vorne gelegen hatte, konnte sich Ebeling in der Stichwahl dann aber mit knapp 51 Prozent gegen die SPD-Politikerin durchsetzen. Im November 2025 gab der SPD-Kreisverband dann bekannt, dass man Schieder erneut in den Ring schicken werde.

Die ehemalige Bundestagsabgeordnete hatte zwar zunächst andere Pläne für ihre Zeit nach dem Bundestag und wollte eigentlich nur in ihrer Heimatgemeinde Wernberg sowie für den Kreistag kandidieren. Doch so einfach wollte sie ihren Konkurrenten das Feld nicht überlassen. Sie selbst war bereits 18 Jahre lang stellvertretende Landrätin. 2020 trat Kreisverbandsvorsitzender Peter Wein als SPD-Landratskandidat an. Er holte damals 10,2 Prozent und war somit hinter Ebeling Zweitplatzierter.

AfD-Kandidat hatte den kürzesten Wahlkampf

AfD-Landratskandidat Thomas Borcuch (43) kam mit 16,1 Prozent der Stimmen auf Platz drei. Er blickt auf die kürzeste Wahlkampfphase aller Landratskandidaten im Kreis Schwandorf zurück. Denn eigentlich sollte der im Sommer 2025 nominierte Klaus Schuhmacher als Landratskandidat eine führende Rolle im Kommunalwahlkampf der AfD einnehmen. Doch der warf überraschend hin, wie im Januar bekannt wurde. Als Gründe hierfür gab Schumacher nicht zuletzt unüberwindbare Differenzen innerhalb der AfD-Kreisvorstandschaft an. Schumacher hatte sich schon 2020 um das Amt des Landrates beworben. Damals stimmten 4164 Wähler (5,5 Prozent) für ihn.

Hier können Sie alle Ereignisse des Wahlabends verfolgen: Liveticker zur Wahl im Landkreis Schwandorf – Aktuelles, Ergebnisse und Reaktionen

Christina Bauer (CWG/UW) belegte mit 5,8 Prozent der Stimmen den vierten Platz. Die 40-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieurin ist seit 2020 Kreisrätin. Mit der 29-jährigen Diana Schulz aus Nittenau stellte Die Linke ebenfalls eine Landratskandidatin im Landkreis Schwandorf. Bereits 2020 war die Partei mit einer eigenen Kandidatin in den Landratswahlkampf gezogen. Eva Kappl holte vor sechs Jahren 2,1 Prozent der Stimmen. Freie Wähler und Grüne hatten für die aktuelle Kommunalwahl keine Kandidaten nominiert.