Wer guckt denn da? Frühlingserwachen im Vogelpark Abensberg

Bunte Federkleider, balzende Vögel und Babys mit Fell: Warum sich ein Besuch im Vogelpark Abensberg jetzt besonders lohnt.
Wie ein Satellitenschüssel auf Empfang: Der Pfau zeigt stolz seine ganze Pracht. Damit er noch mehr Aufmerksamkeit kriegt, dreht er sich mit seinem aufgeschlagenen Federkleid langsam einmal um die eigene Achse. Das Sonnenlicht bringt das Grün und Blau noch mehr zum Leuchten. Die frühen Gäste schauen erfreut zu. Es ist unverkennbar: Der Frühling erweckt auch die Tiere im Vogelpark zu neuem Leben. „Jetzt ist Balzzeit“, sagt Pächterin Nicole Hoffmeister. „Die Tiere sind viel agiler jetzt.“ Die Fasane seien in voller Farbenpracht und bei den Ziegen gibt es den ersten Nachwuchs.
Eigentlich ist der Park schon wieder seit 1. Februar geöffnet, aber die Schneemassen zwangen nicht nur die Tiere zu etwas mehr Gelassenheit. Auch die geplanten Arbeiten an den Volieren – sie werden nach und nach erneuert – mussten warten und werden jetzt sukzessive nachgeholt. Die vorherrschende Geräuschkulisse im Park ist freilich nicht menschlicher Natur. Beim Betreten des Parks hört man den besonderen Soundtrack, das Krächzen der Aras, das Schnattern der Gänse, den Ruf des Kakadus. Manche dieser Tiere leben schon lange im Park. Wie etwa die 38- jährige Shettlandpony-Dame Daisy oder Weißhaubenkakadu Coco mit 27 Jahren.

Auch andere Tiere, wie Ziege Fiona, sind mittlerweile so etwas wie das Markenzeichen des Parks. Die Ziege läuft frei herum und folgt Hoffmeister wie ein Hündchen. Wie viele andere Tiere freut sie sich über Streicheleinheiten. So manches Pony drückt den Körper dann auch etwas näher an den Zaun, wenn jemand vorbeischlendert, wenn Gäste kommen. Und das können an guten Tagen zwischen 500 bis 1000 Gäste werden. Auch viele Stammgäste sind darunter.

Wachsames Auge zum Wohl der Tiere
Bei so viel Kundschaft müssen Hoffmeister und ihre 16 Angestellten so manch wachsames Auge haben. Denn in der Vergangenheit hatte der Park den einen oder anderen Verlust zu beklagen, weil die Tiere, wie zum Beispiel Esel Leopold, von Gästen etwa mit Brot gefüttert wurden und daran verendeten. „Wir hatten auch schon Fälle, in denen Leute Kohlköpfe oder Äpfel brachten und ins Gehege werfen wollten“, erzählt Hoffmeister dann.
Gefüttert werden darf, wenn überhaupt, nur mit dem Futter, das man im Kiosk kaufen kann, und das ist auch nicht für alle Tiere vorgesehen. Schilder mit „Daumen hoch“ und „Daumen runter“ weisen darauf hin, welche Tiere dieses Futter bekommen dürfen und welche nicht. Künftig werde sie da rigoros sein, sagt Hoffmeister, und zwar zum Wohl der Tiere. Denn die Tiere im Vogelpark seien an bestimmtest Futter gewöhnt, reagieren bei Ungewohntem mit schmerzhaften Koliken.

Der Tisch ist für die Tiere ohnehin gut gedeckt. Und dabei hilft auch so manche Patenschaft. Wer aufmerksam durch den Park geht, wird an den Zäunen immer wieder Schilder sehen, die zeigen, dass so manches Tier einen Paten hat. Die Paten unterstützen mit einem regelmäßigen Betrag den Vogelpark. „Das ist ein kleiner Extrapuffer für uns“, so Hoffmeister, „damit können wir dann besonderes Futter oder bestimmte Spielsachen für die Tiere kaufen.“ Mit einem „Spielzeug“ beschäftigt sich auch gerade Eseldame Cora, die Heu aus einem besonderen Würfel zupft.

Familienplanung ist im vollen Gange
Bei manchem Jungtier ersetzt freilich die Muttermilch das Futter. Ein paar Meter weiter stillt eine Ziege gerade ihr Junges. Die Kängurus dahinter wiederum, die sieht man fast gar nicht. Auch hier ist Nachwuchs zu erwarten. Aber bis etwas aus Mamas Bauch herauslugt, wird es wohl noch etwas dauern. Familienplanung betreiben auch die Vögel. Aufgeregt schnattert eine Schar Gänse vorbei, während der Pfau sein Rad schlägt und damit imponieren will.

Zicklein Fiona, das durch den Park streift, lässt das völlig unbeeindruckt. Sie zieht mit Hoffmeister vorbei an Kakadu Coco, der sich von ihr graulen lässt. Jeder Pfleger habe sein Lieblingstier, meist suchten sich die Tiere ihre Menschen aus, ist Hoffmeister überzeugt, „ Coco hat mich ausgesucht“.
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Für Hoffmeister ist mit der Pacht des Tierparks ein Traum in Erfüllung gegangen. „Ich habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt.“ Vor allem abends, wenn der Park geschlossen ist und sie ihre Runden dreht, hat der Park einen besonderen Reiz. Auszeit braucht sie kaum: „Einmal im Jahr fahre ich mit meinem Mann vier Tage in den Urlaub, aber dann komme ich wieder gerne hier her.“
Ostereiersuche und Biergarten
Öffnungszeiten: Der Vogelpark ist täglich, außer montags, von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Sonstiges: Es gibt immer wieder Sonderaktionen, wie zum Beispiel die Ostereiersuche. Zum Pausieren bietet sich die Wirtschaft im Park an.
Adresse: Der Vogelpark ist in Welschenbach 4, Telefon (09443) 7110. Mehr Infos auch auf www.vogelpark-abensberg.de