Decken statt Masken: Diese „Resteverwertung“ aus Abensberg dient dem guten Zweck

Wer bietet mehr? Elisabeth Scheidt aus Abensberg will mit ihren Patchworkdecken soziale Initiativen unterstützen und hat sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen.
Was macht man aus Stoffresten, die von den Masken aus der Coronazeit übrig geblieben sind? Elisabeth Scheidt hat jede Menge davon in ihrem Laden gefunden und war zuerst ratlos, wohin damit. Sie sperrt ihr „Nadelkissen“ in der Ulrichstraße nach 25 Jahren zu, zieht dann ein paar Meter weiter in die Räume der Reinigung Huhnholz mit ein. Die großen Stoffballen und die kleinen Reste aber, die kommen nicht mit. Zum Weckwerfen sind die Reste aber auch viel zu schade. Da kam ihr die Idee: Warum also nicht eine Patchworkdecke daraus machen und sie für den guten Zweck versteigern?
Stoff-Recycling für die gute Sache
Etwa 1000 Corona-Masken hat Scheidt zur Pandemiezeit gemacht – „wenn‘s langt“, meint sie. Viele davon auch auf Bestellung und mit speziellen Motiven, beispielsweise Harry Potter oder Weihnachten. Für die besondere „Resteverwertung“ bot sich eine Patchworkdecke förmlich an. Scheidt liebt nämlich das Patchworken. Auch wenn sie theoretisch von früh bis spät patchworken könnte, blieb ihr in der Realität nur das Wochenende, „am Samstag und am Sonntag, wenn ich meine Ruhe habe. Weil da musst schon dranbleiben“.

Denn zeitintensiv ist das allemal: Für so eine Decke müssen die unterschiedlichen Stoffe erst einmal so angeordnet werden, dass sie zusammenpassen. „Das war wie ein Puzzle“, so Scheidt. Daraus entsteht dann das so genannte Topping, die Oberseite, dann kommt die Innenfüllung, das Vlies, und schließlich die Unterseite. Mit der Maschine wird das Ganze zusammengenäht, das nennt man dann Quilten.
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In einer Decke sind etwa 100 Maskenfleckerl verarbeitet. Eine wahre Fleißaufgabe, bei der so mancher sicherlich schon im Vornherein in die Knie gehen würde. Aber Scheidt war so im „Flow“, dass nun gleich – statt, wie ursprünglich geplant eine – zwei große Decken entstanden sind: eine „Coronadecke“, eben aus Maskenstoffresten und eine mit Stoffstreifen. Eine dritte, eine Kinderdecke, ist gerade noch am Entstehen. Alle drei sollen versteigert werden,

Wer bietet mehr für den guten Zweck?
Sie hofft nun, dass die Gebote ordentlich in die Höhe schießen, der Meistbietende bekommt dann den Zuschlag und darf sich darauf freuen, sich daheim richtig schön damit einzumummeln.
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Die wahren Gewinner sind aber soziale Initiativen, wie etwa die Frühstücksfreunde, die auf jeden Fall vom Geld profitieren sollen, verspricht Scheidt. In den nächsten Wochen möchte sie noch kräftig die Werbetrommel für ihre Aktion rühren. „Ich bin jetzt 25 Jahre hier und die Stadt hat mich sehr gut aufgenommen. Jetzt möchte ich mal was zurückgeben“, sagt Scheidt, die unter anderem den Gillamoosbären genäht oder die Aventinusstatue mit einer Haube versorgt hat, über ihre Beweggründe.
Bis 30. April mitbieten
Anfangsgebot: Elisabeth Scheidt legt als Anfangsgebot für die „Coronadecke“ (2,40 auf 2.40 Meter) 250 Euro, für die mit den Streifen (2,20 auf 1,80 Meter) 200 Euro und für die kleine Decke (2,20 auf 1,80) 100 Euro fest. Unter nadelkissen.scheidt@web.de kann man sein Gebot abgeben. Scheidt empfiehlt, bei den Geboten mit Kommastellen zu arbeiten – „sonst müsste ich am Ende auslosen“.
Profiteure: Das Geld fließt eins zu eins in soziale Zwecke. Unter anderem sollen die Frühstücksfreunde davon profitieren.