Vorfreude, „Röhr-Bubis“ und viel Arbeit: Ab Samstag fahren wieder Schiffe durch den Donaudurchbruch

Über den Winter ging der Kapitän der MS Maximilian II „fremd“. Nach viel Arbeit freut er sich auf die neue Saison in Kelheim. Mit den Matrosen putzte er sein Schiff heraus. Zudem steigt die Spannung auf die allererste Fahrt durch die Weltenburger Enge.
Woran merkt man, dass in Kelheim Frühling ist? Zwei junge Männer sitzen im schwarzen Mercedes. Der Fahrer beschleunigt ihn über den Asphalt vor der Schiffsanlegestelle Donau, von null auf deutlich mehr, als an der Stelle erlaubt ist. An der Einmündung zur Donaulände bekommt er gerade noch die Kurve. Von der Wasserseite aus schaut ein Mann im Blaumann auf die Szene und strahlt übers ganze Gesicht. Nicht weil er einmal mehr ein Déjà-vu mit den „Röhr-Bubis“ hatte, sondern weil er in zwei Tagen endlich wieder seine Arbeit machen kann. Als Personenschifffahrts-Kapitän durch die Weltenburger Enge.
Christian Huber ist der Schiffsführer auf der MS Maximilian II. Auf ihr findet am Samstag der ökumenische Gottesdienst zur Saisoneröffnung statt. Die Scheibe im Führerhaus ist geputzt. Noch trägt der 44-Jährige Arbeitshose. Denn mit den Matrosen hat er bis Samstag noch einiges zu tun.
Vom Feuerlöscher bis zur Kaffeemaschine
Seit vergangener Woche laufen die Vorarbeiten. Als Erstes haben sie die Kassen in Weltenburg gewaschen und aufgebaut. Die Klimaanlagen wurden gewartet, die Kaffeemaschinen an Bord ebenfalls. Außen wurde der Dreck vom Winter heruntergewaschen, innen sind die Wasserleitungen wieder bewässert.
Dienstagnachmittag haben sie die letzte Bank am Oberdeck montiert. Unten im Eingangsbereich stehen die Feuerlöscher Spalier. Sie werden noch von der Fachfirma geprüft und abgenommen.
Die Mitarbeiter sind alle wieder angereist. Vor allem die Matrosen hatten weitere Wege. Bei der Schifffahrt Steibl stammen sie aus Serbien, Italien und Rumänien. An die 20 feste Mitarbeiter und zahlreiche Aushilfen aus der näheren Umgebung stehen parat.

Auch Karin Steibl-Lotter, die Chefin des Schifffahrtsbetriebs Steibl, hat alle Hände voll zu tun. Aber auch sie freut sich, dass es nun wieder los geht. Am Montag war Betriebsversammlung mit dem Gastro-Personal, Dienstag folgte die Besprechung mit den Ticket-Verkäufern.
Und auch der vierbeinige „Chef“ des Hauses, Mischlingshund Fonsi, schaut auf der Maximilian II nach dem Rechten – und entdeckt gleich etwas, das bis Samstag noch erledigt werden muss. Die Hundebar muss noch befüllt werden.
Preise wurden nach zwei Jahren erhöht
Nach zwei Jahren wurden die Preise bei der Kelheimer Schifffahrt, zu der die Betriebe Schweiger, Stadler und Steibl gehören, erhöht. Allerdings war da noch kein Krieg gegen den Iran. Erhöhte Energiepreise werden sich auf die Kosten auswirken, sagt Karin Steibl-Lotter. Eine weitere Erhöhung sei aber nicht angedacht.

Wie Kapitän Huber ist sie gespannt auf die allererste Fahrt durch den Donaudurchbruch. Erst dann wird sich auch zeigen, ob sich die „Problemzone“ vom vergangenen Sommer, eine Kiesbank auf Höhe Wipfelsfurt, erledigt hat oder nicht. Eine Saison wie 2025, die geprägt war von Niedrigwasser, wünschen sich die Kelheimer Schifffahrtsbetriebe nicht noch einmal. Auch an die Saison 2018 denkt Karin Steibl-Lotter nicht so gern zurück. Damals konnten die Schiffe lange Zeit nicht in Weltenburg anlegen, weil dort eine Kiesbank zutage trat.
Christian Huber wünscht sich zunächst einmal einigermaßen gutes Wetter für Samstag. Bei der Saisoneröffnung, die immer am dritten Samstag im März ist, hatten sie schon alles. „Schnee, Nebel, Sturm oder strahlend blauen Himmel.“ Letzteres wäre für Samstag wünschenswert. Aber sie werden „es nehmen, wie es kommt“, sagt Karin Steibl-Lotter. Christian Huber freut sich, dass er am Samstag seine Uniform rausholen kann. Untätig war er auch über den Winter nicht. Da war er „fremdgegangen“ als Schubboot-Kapitän in Straubing und am Lech. Doch nichts sei besser als seine Arbeit in Kelheim.

Gottesdienst-Besucher haben freie Fahrt
• Saisonauftakt: Samstag, 14. März, 9.30 Uhr, ökumenischer Gottesdienst auf der MS Maximilian II an der Schiffsanlegestelle Donau. Traditionsgemäß sind Gottesdienst-Besucher zur kostenlosen Hin- und Rückfahrt durch den Donaudurchbruch eingeladen. Um 10.30 Uhr legt die MS Kelheim zur Auftaktfahrt ab. Auch die Klosterschenke Weltenburg öffnet am Samstag wieder ihre Pforten. Ab Sonntag ist laut Stadt-Homepage die Fähre in Stausacker in Betrieb.
• Preise: Fahrten durch den Donaudurchbruch kosten für Erwachsene 12,50 Euro (einfach), 21,50 Euro (hin & zurück), Kinder von 6 bis 16 und Inhaber eines Behindertenausweises zahlen 10/18 Euro, Familien 35/61 Euro, Kinder bis 6 Jahre sind kostenlos. Hunde kosten 4/6 Euro, Räder 5,50/11 Euro; Tickets gibt es an den Schiffskassen und unter www.schifffahrt-kelheim.de. Fahrgäste des ersten Wochenendes können Familienkarten gewinnen.