Hier gibt es den Frühling für 1,80 Euro: So feiert Abensberg das Winterende

Von Lucia Pirkl · 12. März 2026 um 05:00

Eine Kugel Eis, ein Glas Wein, süßes Nichtstun: Ein Hauch von Italien hängt in der Luft in der Innenstadt. Warum der Frühling in Abensberg auch ein wenig Licht in die Welt bringt, lesen Sie hier.

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Woran erkennt man, dass der Winter lang war? Wenn es die Menschen nicht mehr in den Häusern hält, sobald die ersten Sonnenstrahlen den Stadtplatz kitzeln, sie das erste Eis schlecken, sobald die Eisdielen öffnen.

Dann weiß man, jetzt ist er da, der Frühling. Eisdielen, Straßenlokale und ja, auch der freitägliche Markt haben wieder Hochkonjunktur, wenn die Sonne vom Himmel lacht und es die Temperaturen gnädig mit den Menschen meinen.

Feierabend: Diese Herren gleiten geschmeidig mit einem Getränk am Stadtplatz ins Wochenende – zum ersten Mal in diesem Jahr. - Foto: Pirkl

Gefühlt ist erst der Fasching vorbei und schon verwandelt sich der Stadtplatz in ein Freiluftwohnzimmer. Vor allem freitags ab dem frühen Nachmittag genießen die Abensberger hier nun wieder ihr Feierabendgläschen in der Sonne, so wie eine Gruppe von Abensbergern, die mit ihrem Treffen am Stadtplatz das Wochenende einläuten. Drinnen verkaufen Elisabetta de Lorenzo und ihr Mann Franco Costa in ihrem La Magia del Gelato neben Espresso, Cappuccino oder Pizza auch wieder ihr Eis.

Frühling im Herzen: Diese Damen verkaufen Teezungen für den guten Zweck am Markt. Das gute Wetter zieht auch mehr Kundschaft an. - Foto: Pirkl

Frühling auf der Zunge für 1,80 Euro

Gerade produziert Costa frische Ware für die Verkaufstheke. Und da sei nach wie vor das Trio Vanille, Schokolade und Erdbeere Trumpf bei der Kundschaft. Aber auch „Salted Caramel“ oder „Torta della Nonna“, „Raffaelo“ oder „Bubble Gum“ bringen den Frühling auf die Zunge – und zwar für 1,80 Euro die Kugel, und somit zum gleichen Preis wie im vergangenen Jahr – die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie macht‘s möglich, so Costa. Gegenüber genießen schon die ersten Gäste ihr spätes Mittagessen auf der Terrasse, und nicht mehr drinnen wie in den vergangenen, dunklen Wochen.

Das La Magia del Gelato hat die Saison schon eingeläutet. - Foto: Pirkl

Ein paar Meter weiter schlängelt sich die Kundschaft vor dem La Dolce Vita. Für die Eisdiele ist es der erste Öffnungstag nach der langen Winterpause und es könnte wettertechnisch gar nicht besser laufen. „Viele begrüßen uns freudig nach dem Winter“, sagt Lucie De Santis. Ihr Mann Adriano Di Stasio und ein Angestellter bedienen routiniert die Kundschaft. Bald wird er beim Grand Prix Gelato in Erfurt dabei sein, diesmal allerdings in der Jury.

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Di Stasio hat Erfahrung mit Wettbewerben: Sein Quitten-Eis „Sole mio“ überzeugte einst nicht nur seine Kunden. Über die Theke wandern an diesem Tag aber vor allem Sorten wie Kinder Bueno, Stracciatella, dunkle Schokolade, Vanille oder Erdbeere. Auch Katharina und Quirin entscheiden sich an diesem sonnigen Tag, an dem der Opa jeweils drei Kugeln spendiert, dafür: Auf der Zunge schon der Frühling, am Körper noch die wattierte Jacke für den Winter. Nele, Lina und Ida genießen ebenfalls ihr Eis in der Sonne.

Adriano Di Stasio freut sich über den sonnigen Saisonstart. - Foto: Pirkl

Zwar kein Eis, aber auch die Sonne genießen die Marktbesucher ein paar Meter weiter am Aventinusplatz. Aus dem Lautsprecher kommt leise Clubmusik, es gibt Käse, Gemüse, Honig, Eier, Datteln – oder auch Wein und Gebäck für den guten Zweck.

Viel Licht und auch ein wenig Schatten

Teresa Gruber und Nikolaus Krojer gönnen sich zwischen den Ständen ein Gläschen Wein – das erste Mal am Markt: „Wir hatten es längst schon einmal ausgemacht. Hoffentlich treffen wir uns hier dann regelmäßig.“ Aber wo Sonne ist, ist auch Schatten, manchmal auch alles nebeneinander. Deshalb findet man an diesem Tag auf dem Markt auch zwei Stände, die ihre Produkte anbieten, um andere, die nicht auf der Sonnenseite stehen, zu unterstützen. Bettina Eigner aus Hienheim verkauft Gebäck, unter anderem Teezungen. Die Idee, das Selbstgebackene hier zu verkaufen, sei aus einem traurigen Anlass entstanden. Der Erlös fließt in die Kinderkrebshilfe Dingolfing-Landau-Landshut. Insgesamt seien schon mehrere tausend Euro durch den Verkauf des Gebäcks – nicht nur in Abensberg – zusammengekommen, so eine Freundin, die zur Unterstützung dabei ist.

Dem Schatten auch mit ein wenig Licht zu Leibe zu rücken, das hat sich auch die Sri Lanka Hilfe auf die Fahnen geschrieben. Und deshalb verkauft Christine Beis an diesem Tag eifrig Gewürze, Tee und vieles andere mehr aus Sri Lanka.